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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Elementarbücher.

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Anfänger sehr große Mühe durch die Einübung der Formen in systematischer Folge er-wächst, bei deren einzelnen es ihm fast unmöglich wird, sich irgend etwas zu denken;der Lehrer muß sich meistens damit begnügen, daß der Schüler durch mechanisches Aus-wendiglernen einen Stoff in sich aufnehme, welcher erst allmählich verarbeitet undnutzbar gemacht werden kann. Sollte es nicht angemessen sein, diesem Uebelstande da-durch abzuhelfen, daß sogleich beim Anfänge des Unterrichts der Schüler, und wäre erauch noch so jung, oder vielmehr, weil er noch so jung ist, einen Stoff erhielte, beidem er sich etwas denken könnte? Wie, wenn man nun den systematischen Gang um-kehrte, nicht vom Einzelnen zum Ganzen, nein! von einem Ganzen zum Einzelnen über-gienge? wenn man die Formen nicht vereinzelt für sich, sondern im Satze verbundenlernen ließe, Formen zusammenfügte und Gedanken dem Schüler vorlegte? Es würdeja nur auf eine geschickte Art der Aneinanderreihung des Lernstoffes ankommen, umselbst bei unsystematischem Verfahren doch schließlich zum Erfassen und zur Erkenntnisdes Systems zu führen. Freilich würde er eine ziemliche Zeit lang das, was er zuerlernen hätte, auf guten Glauben hinnehmen müßen, freilich würde er sehr vieles inder Formenlehre gar nicht begreifen und auf die Frage nach dem inneren Zusammen-hänge dessen, was er triebe — eine Frage, welche selbst Anfänger nicht unterlassen —absichtlich in Unkenntnis gelassen werden: aber er würde doch im Stande sein, mit demwenigen, was er lernte, etwas anzufangen, seine Kräfte würden wachsen, indem er sichbewußt würde, daß er etwas könne; er würde den leichteren Weg vom Können zumWissen, nicht den mühsamen vom Wissen zum Können beschreiten. Derartige Betrach-tungen haben einsichtsvolle Schulmänner bewogen, Elementarbücher so einzurichten, daßsogleich in der ersten Lection dem Schüler ein fertiger Satz — Subject und Prädicat —und damit auch bestimmte Formen vorgeführt werden. Sind diese ersten Formen in derGestalt des Satzes eingeübt, so lassen sie weiter schreiten zu Sätzen, welche andereFormen darbieten, und so wird allmählich ein Kreis von Sätzen und Formen durch-schritten, welcher Venn doch, sobald er geschlossen ist, fast Wider alles Erwarten das ge-sammte System der zu lernenden Elemente umfaßt. Der Lehrer oder richtiger der Ver-fasser des Elementarbuches hat stets das System im Sinne, er weiß, daß er nichtserhebliches bei Seite liegen lassen wird, bei aller scheinbaren Planlosigkeit, bei dem Ab-springen von einem Gegenstände zum andern folgt er einem bestimmten Plan, hat erein fest aufgestelltes Ziel im Auge. Auch ist er viel zu umsichtig, auf dem Wege, dener mit dem Schüler zurücklegt, sich absichtlich der Unordnung und der Verwirrunghinzugeben, er reiht so viel als möglich das Naheliegende an das bereits Ergriffene.Nur muß er verlangen, daß, wer nach seiner Methode unterichten will, sich ganz ihmhingebe, keinen Schritt aus dem Lehrbuch hinaus selbständig unternehme; er selbstverfährt bereits willkürlich genug, will ein anderer in die von ihm ausgeübte Willkürnoch seine eigene hineintragen, so mislingt alles. In diesem Willkürlichen liegt nunaber auch das Fehlerhafte dieser Elementarbücher, der Maßstab für ihren Werth istnicht in ihnen selbst enthalten, sondern kann nur durch den Erfolg, der doch stets unsicherist, als der richtige erkannt werden. Ferner ist es doch sehr mislich, daß dem Schülerdasjenige, was der Entstehung und inneren Zusammengehörigkeit nach eng mit einanderverbunden sein mußte, von einander gerissen und nach verschiedenen Orten hin zerstreutentgegengeführt wird, und ihm somit einer der wesentlichsten Vortheile des systematischenUnterrichts entzogen wird, nämlich der, daß er sich der Analogie bewußt wird. Wernach einem derartigen Buche unterrichtet, der wird, so sehr er auch gewisse Vorzügedesselben anerkennen mag, doch genöthigt sein, nachträglich selbst ein Ganzes aus denauseinander gesprengten Gliedern des Leibes zu bilden, der bei Anwendung der wissen-schaftlichen Form sich als wohl geordnet und harmonisch gefügt darstellt. Zur Be-kräftigung des Gesagten möge auf zwei der werthvollsten Bücher dieser Art hingewiesenwerden: auf das lateinische Elementarbuch zunächst für die Vorbereitungsclassen desPädag. Encyklopädie. II. g