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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Elementarbücher.

selbständigen wissenschaftlichen Werten oder als habe man sie auf Grund derselben aus-gearbeitet; zum großen Theil ist dies auch in der That der Fall. Da diese Art'vonLehrbüchern durchaus nur auf den einen Zweck, den der Anleitung in wissenschaftlicherForm Rücksicht nimmt, so achtet sie nicht darauf, daß hinsichtlich der für den Schülerzu befriedigenden Bedürfnisse ein großer Unterschied vorhanden ist in dem Falle, daßder Unterricht durch einen Lehrer ertheilt wird, und in dem, daß ihn jemand sich mitHülfe des Elementarbuches selbst zu verschaffen beabsichtigt; noch weniger macht sie denAnspruch, allen Bedürfnissen zu entsprechen, die sich geltend machen können. Es istcharakteristisch für sie, daß ihre Verfasser meistens die Bezeichnung des Elementaren ver-meiden und ihren Büchern — etwa auf dem Gebiete des Sprachunterrichts — vielmehrdie Benennung von Grammatiken für den Gebrauch in unteren, oder unteren und mitt-leren Classen geben; so, um Beispiels halber einige der besten Bücher aus dem Bereichder lateinischen Sprache hervorzuheben, der früher vielfach in Schulen eingeführte Aus-zug aus Zumpt's Grammatik, so vie kleine lateinische Sprachlehre zunächst für dieuntern und Mittlern Classen der Gymnasien von Ferdinand Schultz, so die fast mitdemselben Titel versehene lateinische Grammatik von Moiszißtzig, so die lateinischeGrammatik für die unteren Classen der Gymnasien von Ellendt und viele andere.

2. Elementarbücher, Welche unter Beibehaltung der wissenschaftlichen Form die un-mittelbaren Bedürfnisse des Lehrers und des Schülers berücksichtigen. Sie sind meistensso eingerichtet, daß das System des zu behandelnden Gegenstandes in den Hauptzügenausgeführt ist und in Bezug auf vessen einzelne Abschnitte die nöthigen Mittel hinzn-gefügt sind, um das zunächst in abstracter Weise Vorgetragene durch Anwendung nachverschiedenen Seiten hin zugänglich und geläufig zu machen. Die bedeutendere Wirksam-keit derartiger Bücher erwarten die Verfasser nicht von deren systematischem Theile, son-dern von demjenigen, welcher dem praktischen Gebrauch gewidmet ist; doch ist auch indiesem die systematische Folge beibehalten, da er sich ja unmittelbar an jenen ersten an-schließt. Daß die Berücksichtigung dessen, was man gewöhnlich das praktische Bedürf-nis nennt, die Verfasser bei ihrer Arbeit zu leiten pflegt, zeigen diese zum Theil selbstdurch die Beziehung, welche sie ihr zu der Realschule geben. Der Befriedigung diesespraktischen Bedürfnisses wird indessen nicht in dem Grade gehuldigt, daß dem Schülerdas Bewußtsein über die Gestaltung der von ihm zu erlernenden Gegenstände fern ge-halten und ihm zugemuthet wird, statt organischer Gebilde inhaltsleere Formen sich ein-zuprägen. Vor der Anwendung und Verwerthung z. B. der Formen, die in der Gram-matik auftreten, wird die Entstehung und Bildung derselben ihm geläufig gemacht, erlernt decliniren und conjugiren, damit er befähigt werde, declinirte und conjugirte For-men zu einem, wenn auch noch so einfachen Satze zusammenzufügen, er wird veranlaßt,nach Analogie dessen, was er an Paradigmen und Regeln sich eingeprägt, das dem-selben Entsprechende im naturgemäßen Zusammenhangs selbst zu bilden. Andererseitsaber wirkt die Rücksicht aus das Anwenden des Erlernten doch dahin, daß zunächst nurdas Allerwichtigste durchgenommen und sicher gemacht wird, damit über der eckigenForm des Wortes die abgerundete Gestalt des Satzes, über dem Wissen das Könnennicht vernachläßigt werde. Was bei der Benützung der Bücher erster Art dem Lehrernach eigenem Ermessen zu thun zugemuthet wird, daran bindet ihn bei diesen der Ver-fasser durch das, was er ihm auszuführen vorschreibt. Es genüge, für diese Art vonElementarbüchern zwei dem lateinischen Unterricht bestimmte hier zu nennen: Vorschulezu den lateinischen Classikern, eine Zusammenstellung von Lern- und Uebungsftoff fürdie erste und mittlere Stufe des Unterrichts in der lateinischen Sprache von W. Scheele,2 Theile, und methodisches Lehrbuch der lateinischen Sprache, zunächst für die unterenClassen der Gymnasien und Realschulen von E. Born.

3. Elementarbücher, welche, indem sie von Anfang an zur praktischen Benützungdes Erlernten Veranlassung geben, auf dem Wege unsystematischen Verfahrens doch dasSystem des zu Erlernenden festhalten. Es ist nicht schwer zu beobachten, daß dem