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Elementarbücher.
unbewußter, für den Lehrer aber sorgfältig zu beachtender Trieb dahin, sich aus dernicht gehörig gesonderten und gegliederten Masse das innerlich Zusammengehörende zu-recht zu legen und, wenn man ihm nicht behülflich ist, sich gleichsam selbst seine eigenenElementarbücher aus dem einen, vas er in der Hand hat, zu bilden. Darum ist es fürdie obere Elementarstufe zu empfehlen, daß eine systematische, in Kürze und Uebersicht-lichkeit leicht zu handhabende Grammatik, außerdem aber ein passendes Uebungsbuchdem Schüler gegeben werde, welches bei gleichfalls systematischem Vorwärtsschreiteneinen wohlgefälligen Stoff zu den Uebersetzungsübungen ebenso wie den an ihn sich an-schließenden und mit ihm in engster Verbindung stehenden Vocabelschatz darreicht. DieUebersetzungsstücke mäßen so früh als möglich sich von der fast ertödtenden Einerleiheituud Langweiligkeit entfernen, die meistens in den einzelnen zum Uebersetzen bereitetenSätzen liegt, welche zum Theil auch noch, wenn sie anders von den Knaben behaltenwerden, sehr leicht eine gewisse Altklugkeit erzeugen. Auf der unteren Stufe freilichwird man höchstens in der letzten Zeit, welche die Schüler auf ihr zubringen, bereitsetwas umfassenderes als einzelne Sätze geben können. Bei den Uebersetzungsübungenist besonders auch darauf zu achten, daß sie genau den in der Grammatik durchgenom-menen Pensen entsprechen, damit die Schüler es nur mit Gegenständen zu thun haben,deren Verständnis ihnen möglich ist und von ihnen gefordert werden kann, und damitnicht die Nothwendigkeit eintrete, vieles, was ihnen unbekannt sein muß, in An-merkungen und Erklärungen zu erläutern, eine Nothwendigkeit, welche manche, in andererBeziehung vortreffliche Bücher in einem weniger günstigen Lichte erscheinen läßt.
Wie sehr die systematische Einprägung des Lehrstoffes die Hauptaufgabe des Ele-mentarbuchs ist, beweisen sogar wider Erwarten gewisse sehr bedeutende Erscheinungenauf dem Gebiete der pädagogischen Literatur, die in absichtlicher Vermeidung des Sy-stems, sa selbst in entschiedener Feindseligkeit gegen dasselbe eine scheinbare Systemlosigkeitzur Schau tragen, aber freilich nicht umhin können vorauszusetzen, daß der Lehrer oderwenigstens der Verfasser des Lehrbuches im Besitz des Systems sei, und die nur ver-langen, es solle der Schüler auf einem andern als dem systematischen Wege dahingeführt werden, daß er am Ende des Unterrichts das ganze System in sich ausgenommenhabe. Indem es nun aber vor allein auf systematische Belehrung vermittelst des Ele-mentarbuchs ankommt, ist es nothwendig, daß ihm jeglicher willkürliche, ja fremdartigeBestandtheil fern bleibe; es muß eine sorgfältig angelegte Stufenfolge in dem zu Erlernen-den vorhanden sein, durch welche der Schüler nach einem bestimmten Plane zu demZiele, das dem Lehrer von Anfang an klar vor Augen liegen muß, geleitet werde. Daalso, wo das Elementarbuch anzuwenden ist, kann die Chrestomathie nicht die ihr geeig-nete Stätte finden. Diese hat andere Zwecke <zn erfüllen: das systematische Element,dem jenes huldigt, ist ihr fremd; sie soll nicht bloß der formalen Seite des Unterrichtsdienen, sondern auch, und zwar sehr wesentlich, zur Förderung des materiellen Theilesdesselben beitragen; der Stoff, den sie dem Schüler darreicht, ist nach ganz andernGrundsätzen zu ordnen, als die sind, die für das Elementarbuch gelten. Da wo dieChrestomathie dem formalen Sprachunterricht dient, thut sie dies nicht sowohl in ihrerEigenschaft als Chrestomathie, sondern weil sie einen mehr oder minder geeigneten Stofffür das Uebersetzen gewährt. Ihr Inhalt wird ebenso wie der des Elementarbuchsbenutzt werden können und müßen, damit durch ihn der Schüler in der Grammatikgeübt und befestigt werde; aber dies geschieht, weil sie überhaupt einen für das Ueber-setzen dienlichen Stoff enthält, ihr eigentlicher Zweck ist, irgend wie interessante undwissenswerthe Gegenstände in wo möglich anregender und fördernder Abwechselungzur Kenntnis der Schüler zu bringen. So ist die Hauptbedeutung der Chrestomathieeine reale oder materielle; das Elementarbuch kann und wird diese Seite auch haben,aber der Zweck, um dessen willen es benutzt wird, ist ein formaler. Um es kurz zu sagen:in der Zusammenstellung des Stoffes waltet bei der Chrestomathie der Zufall, höchstensdie äußere Zweckmäßigkeit, bei dem Elementarbuch das System, die innere Zweckmäßigkeit