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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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77
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Elementarbücher. 77

oder solche, die zur Erfassung des Vocabel- und des Phrasenstoffes einer Sprache be-stimmt sind.

Die hauptsächlichsten Eigenschaften, welche für Elementarbücher erfordert werden,sind Schärfe, Bestimmtheit, Kürze. Die einzuprägenden Regeln müßen vermöge genauerund knapper Fassung leicht erlernt werden können, dabei dürfen sie aber nicht so zugestutzt undgeschraubt sein, daß es Schwierigkeit macht, ihren Sinn zu verstehen. Ein nicht unge-wöhnlicher Fehler wird dadurch begangen, daß man sich bemüht, in eine Regel zu vielStoff hineinzuzwängen und dasjenige, was verständlicher als besondere Ausnahme hätteaufgeführt werden sollen, bereits durch die Regel zu umfassen. Die Kürze und Schärfedes Ausdrucks muß mit Klarheit verbunden sein. Auch darin muß eine zweckmäßigeKürze herrschen, daß Gegenstände bei Seite gelassen werden, die auf der Unterrichts-stufe, welcher das Elementarbuch dienen soll, gar nicht oder höchst selten in Anwendungkommen. Wie oft werden die Schüler mit Einzelheiten geplagt, die ihnen niemals oderhöchstens in späterer Zeit einmal gelegentlich werden von Nutzen sein können. Es istnicht Aufgabe der Elementarbücher, ein gegebenes Gebiet vollständig zu durchmessen,sondern die wichtigsten Erscheinungen, die sich auf ihm vorfinden, hervorzuheben. Einegeschickte Concentration ist auch hier fruchtbar und erfolgreich; faßt man sie sorgfältigins Auge, so vermeidet man den noch allzu oft vorkommenden Fehler, daß die einzelnenTheile eines und desselben Gegenstandes an verschiedenen Orten des Lehrbuches durch-genommen werden und somit die Harmonie des Ganzen gestört wird. — Ferner: derStoff muß in systematischer Weise geordnet sein. Die Geschichte der Pädagogik, be-sonders der letzten Jahrhunderte, zeigt einen merkwürdigen Streit der Principien, derauch in Betreff der Elementarbücherfrage von der höchsten Bedeutung und der nach-haltigsten Wirkung gewesen ist; er liegt in dem Gegensatz der Berücksichtigung dessen,was man den praktischen Nutzen genannt hat, gegen die systematische Behandlung desUnterrichts. Und doch, wo diese letztere nicht beobachtet, ja sogar absichtlich vernach-läßigt und mit Geringschätzung beseitigt wird, da kann selbst auf der unteren Lehrstufedie erforderliche Sicherheit in den Kenntnissen nicht erreicht werden; es ist Wohl mög-lich, daß der Schüler gewisse Einzelheiten schneller und geschickter aufnimmt, aber derUeberblick über das Ganze und die Festigkeit im Vereinigen des Zusammengehörigenund Gleichartigen muß nothwendigerweise fehlen. Daher ist es erforderlich, daß dieGegenstände der Belehrung untereinander im innern Zusammenhang stehen, daß nichtsgelegentlich und ohne sichere Grundlegung mitgetheilt werde, daß ein stetiger Fortschrittvon dem leicht Faßlichen zu dem Schweren stattfinde, daß die einzelnen Theile des zuErlernenden nicht willkürlich aus einander gerissen werden. So oft man auch versuchthat, von der systematischen Anordnung abzuweichen und durch Combinationen, so geschicktsie auch ersonnen sein mochten, das von einander Entlegene zusammenzufügen, immerhat sich, wie die Erfahrung gelehrt, ein derartiges Verfahren selbst bestraft. Die Sicher-heit in den Kenntnissen, das wesentliche Ziel, auf welches man hiuarbeiten muß, istimmer ausgeblieben.

Eine Frage von großer Bedeutung bei der Anwendung von Elementarbüchern fürden Sprachunterricht ist die, welche die Zahl der zu gleicher Zeit zu benützenden Bücherdieser Art betrifft. Soll dem Schüler nur ein Buch in die Hand gegeben werden,durch welches er eine bestimmte Zeit lang einzig und allein belehrt wird, oder ist es zubilligen, wenn der Stoff auf mehrere Bücher vertheilt ihm dargeboten wird? Manwird gut thun, wenn man die verschiedenen Stufen, auf welchen das Elementarbuchangewandt wird, von einander trennt. Auf der unteren Elementarstufe ist es durchauszweckmäßig, daß in einem Buche der ja an und für sich selbst nicht reichliche Stoffvereinigt sei, daß also alles, was aus der Grammatik zu erlernen, alles, was für dieUebersetzung aus der fremden Sprache und in dieselbe, was für die Erwerbung einesausreichenden Wortschatzes erforderlich ist, in geschickter Verbindung dem Schüler nahegebracht werde. Aber sobald dieser ein wenig weiter vorschreitet, leitet ihn ein ihm selbst