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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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76 Clementarbüche».

kürzere Zeit zu verweilen nöthigen, als die, mit welchen man sie sogleich bei dem Be-treten der untersten Schulstufe beschäftigt. Höchstens daher bis auf die mittlere Stufedarf das Elementarbuch die Schüler begleiten, darüber hinaus muß ihnen die Gelegen-heit zu tieferem Eindringen in den Geist dessen, was man ihnen zu erlernen bietet,gewährt werden; man muß an sie das Verlangen stellen, daß sie sich nicht mehr miteiner äußerlich gegebenen Belehrung begnügen, sondern den innern Zusammenhang derLehren aufzufaflen suchen, daß sie statt der Erscheinung den Gründen, welche hinterderselben liegen, nachgehen, daß sie nicht bloß das Was aufnehmen, sondern auch dasWie und das Warum erforschen.

Es ist das Eigenthümliche des Elementarbuches, daß es die Gegenstände, die esenthält, nicht in einer wissenschaftlich belehrenden und erläuternden Weise darstellt, son-dern daß es so zu sagen die nackten Facta ohne deren Ursachen und Gründe aufführt.Seine Aufgabe ist es, Anforderungen von zweierlei Art gerecht zu werden. Einerseitsmuß es auf wissenschaftlichem Grund und Boden errichtet sein, andererseits muß es dempraktischen Nutzen dienen. Fallen diese von einander verschiedenen Anforderungen frei-lich unter einem höheren Gesichtspuncte aufgefaßt zusammen, so ist doch jede von ihnenan und für sich betrachtet von so hoher Bedeutung, daß es erklärlich ist, wenn mansogar sie nicht selten mit einer gewissen Einseitigkeit ins Auge gefaßt hat. Es ist vondem Elementarbuch zu fordern, daß es mit seinen Wurzeln in dem reinen Boden wissen-schaftlicher Forschung stehe, daß es ganz und gar mit dem dorther gesogenen Nahrungs-stoff erfüllt sei. Wir besitzen gerade darum eine so große Menge verwerflicher Elemen-tarbücher, weil ihre Verfasser den innern geistigen Gehalt des Gegenstandes, mit demsie sich beschäftigt, nicht ergriffen haben, weil sie der Meinung gewesen sind, sie genügtenden Anforderungen, wenn sie aus irgend einer Anzahl umfassenderer Bücher eine ArtAuszug veranstalteten. Das für den Elementarunterricht bestimmte Buch muß so be-schaffen sein, daß, wenn später der Schüler in den Gegenstand tiefer eindringt, ernicht etwa genöthigt ist, den Inhalt, den er auf der Elementarstufe erlernt hat, umzu-gestalten und neu zu bilden, sondern nur zu erweitern und das in ihm lückenhaft Ge-bliebene auszufüllen und zu vervollständigen. Dies wird aber nur dann geschehenkönnen, wenn die Grundlage des Buches eine wissenschaftliche ist. Soll auf dieserGrundlage nun, deren Beschaffenheit immer auf das Ganze einwirken muß, ein brauch-bares Gebäude errichtet werden, so ist es nothwendig, daß bei der Ausführung im Ein-zelnen die Rücksicht auf den praktischen Zweck des Buches vorwalte. Wie weit in dieserHinsicht zu gehen ist, läßt sich nicht immer durch bestimmte Vorschriften festsetzen; derTact, das Gefühl für das dem Zwecke und den Umständen Förderliche, die Beachtungder Eigenthümlichkeit des Zieles, zu dem man hingelangen will, mäßen entscheiden. Eshandelt sich hier nicht um absolute Belehrung und Vollendung auf dem Gebiete einesGegenstandes, der sich selbst Zweck ist, sondern ein in sich abgeschlossener Theil einesgroßen Ganzen soll in die ihm angemessenen Gränzen gewiesen, und es soll das Mittelfür dereinstige weitere Ausbildung gewonnen werden; nach dieser Bestimmung hat sichdas Maß und der Umfang für das, was zu erlernen ist, zu richten.

Ist es nun aber auch gerade wegen dieser Beziehung der wissenschaftlichen Seitezu der des praktischen Nutzens nicht thunlich, in fest begrenzten Zügen den Umfang an-zugeben, welcher einem Elementarbuch zuzuweisen ist, so lassen sich doch besondere Eigen-schaften hervorheben, die an einem derartigen für den sprachlichen Unterricht bestimmtenBuche vorhanden sein mäßen, wenn es seinem Zwecke entsprechen soll. Und zwar wirdman bei der Andeutung der Hauptpuncte nicht umhin können zu bedenken zu geben, daßdiese Eigenschaften entweder allen oder einzelnen der verschiedenen Arten von Elementar-büchern der genannten Gattungen zukommen werden; denn diese Bücher sind, um diewichtigsten Arten zu bezeichnen, entweder Elementargrammatiken oder Elementarbücherzum Uebersetzen, sei es aus der Sprache, die erlernt werden soll, sei es in dieselbe,