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Einübung.
Eitelkeit.
Beihülfe). Weiter wird der verständige Lehrer die Einübung lange genug fortsetzenoder wiederholen, um den Zweck, die Sicherheit, zu erreichen, aber nicht so lange, daßsich Ueberdruß und Langeweile bei den Schülern einstellt, und dabei zwischen den be-gabteren und den schwächeren die Diagonale zu treffen suchen. Weil aber ihm selbstder Gegenstand längst geläufig ist, so ist das Einüben ferner besonders eine Probe fürseine Geduld. Hier ist eine Klippe, an welcher mancher sonst tüchtige Lehrer scheitert.Die Entwicklung und Erklärung einer Sache hat einen gewissen Reiz für ihn und erfühlt sich befriedigt, wenn ihm das kunstgemäß gelingt; bei der Leitung der Einübungaber tritt er selbst zurück und die Leistung des Schülers ist die Hauptsache. Fallt nundiese mangelhaft aus, so wird er leicht ärgerlich und verdrießlich und es gehört Liebeund Geduld dazu, diese Regungen des natürlichen Menschen zu überwinden und insolchem Werktagsdienst der Schule nicht läßig zu werden (vgl. d. Art. Elementarschule).Man wundert sich zuweilen bei einem Lehrer über seine ungenügenden Erfolge, wennman doch seinen Unterricht als gut anerkennen muß, und er selbst beruft sich darauf,daß er die Sache, in welcher unbefriedigende Leistungen vorliegen, den Schülern oftgenug gesagt habe; es mag wahr sein, aber er hat das richtig Entwickelte nicht langeund oft genug eingeübt, sei's daß er die Wichtigkeit dieses Theils der Didaxis nichterkannt hat, oder daß ihm der Eifer, im Object des Unterrichts voranzukommen, dieallererste Rücksicht, die auf das lernende Subject, in den Hintergrund drängt, oder daßihm die Kraft der Selbstverleugnung und der demüthigen Liebe fehlt, deren Frucht ebendie Geduld ist. Bei Lehrerprüfungen und Schulvisitationen lassen sich diese Eigenschaftennicht so leicht unmittelbar erkennen; da zeigt sich mehr, wie der Lehrer lehrt, als wieer einübt; aber die Producte lassen auch auf diesen Factor zurückschließen.
Ueber die Einübung im sittlichen Gebiet s> d. Artikel Gewöhnung.
K. A. Schund.
Eitelkeit. Gefallsucht. Putzsucht. Die Eitelkeit gehört zu dem Kreise vonFehlern, die sich um den Ehrtrieb herumlagern, ist aber vom edlen Ehrgefühl nur derAffe. Man nennt denjenigen eitel, der auf Eigenschaften und Güter, die an sich keinensittlichen Werth haben, oder auf den Schein wirklicher Vorzüge gestützt sich selbst wohl-gefällt und sich in der Meinung, daß er auch andern wohlgefalle und von ihnen ge-schätzt oder bewundert werde, glücklich fühlt. Das Nichtige charakterisirt ihn, daher derName: eitel — leer, nichtig.
Der eine ist auf äußere Güter (Rang und Stand, schöne Kleider und was mandaran hängt, Kreuze, „die doch das Kreuz nicht decken") oder auf körperliche Vorzügeund Fertigkeiten (Schönheit des Leibes oder einzelner Theile, Tanzen, Clavierspielen rc.)eitel, der andere auf geistige, namentlich solche, bei denen er zugleich sittlich verwerflichsein kann, auf Verstand, Witz, Kenntnisse, Beredtsamkeit; selbst der äußere Schein derFrömmigkeit kann Gegenstand der Eitelkeit werden. Wieder ein anderer will sogar durchDinge, die entschiedene Fehler oder wenigstens eher zu tadeln als zu loben sind, durchzur Schau getragene Frivolität, Geringschätzung der Sitte, Nachlässigkeit im Aeußern dieAufmerksamkeit auf sich ziehen, weil er dadurch interessant wird und sich über die Vor-uriheile der gewöhnlichen Menschen erhaben zeigt (Diogenes). Das Bewußtsein wirk-licher Vorzüge dagegen, das freilich leicht das richtige Maß überschreitet, nennt manStolz; dieser bedarf der fremden Anerkennung nicht, weshalb man wohl von jemandsagen kann, er sei zu stolz, um eitel zu sein. Die unbegründete hohe Meinung vomeigenen Werth heißt Einbildung oder, bei den höheren Graden, Dünkel. — Ueber seineMängel sucht der Eitle sich und andre zu täuschen; seine häßliche Hautfarbe bemüht ersich durch Schminke, den unschönen Bau seiner Glieder durch die Kleidung, die Schwächenseines geistigen Vermögens durch allerlei betrügerische Mittelchen zu verdecken. Er ge-fällt vor allem sich selbst, der Genuß des eigenen Werthes macht ihn vergnügt, dieeigene Person zu betrachten, an der eigenen Vortrefflichkeit Auge und Herz zu weidenwird er nicht müde. Dieses Wohlgefallen an sich selbst wird nur bestärkt durch das