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2 (1860) Director - Globus
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Einübung.

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vollen Besitz derselben und kann etwas damit machen; er braucht sich die Worte derGrammatik immer weniger vorzuhalten, er beobachtet sie, ohne daran zu denken; derLehrer aber erkennt an der Leistung des Schülers, wie weit sein Unterricht genügendund die Anordnung des Stufengangs zweckmäßig war. Oder: saget den Schülern alles,was sie zu wissen brauchen, um den Bau eines Hexameters zu verstehen, es wird denmeisten wenig helfen, die Worte fahren vorüber wie schön Schattenspiel an der Wand;lasset dagegen etliche Dutzend Verse im Chor lesen und das Metrum wird schon ziem-lich eingeübt sein; lasset sie Verse restiluiren und selber machen, und die Sicherheit desmetrischen Verständnisses wird nichts mehr zu wünschen übrig lassen.

Es liegt im Bisherigen, daß das Einüben auf den unteren Altersstufen, welchevorzugsweise die unter a. gehörigen Fertigkeiten zu erwerben haben, in ausgedehnteremUmfang erforderlich ist, als auf den höheren; die unter o. genannten Uebungen bildenauf den mittleren, theilweise schon auf den unteren Stufen das Hauptgeschäft des Leh-rers und es muß als Ausnahme gelten, wenn es gelingt, die Fertigkeiten, welche hiererworben werden sollten, auf späteren, weniger dazu geeigneten Stufen nachzuholen; dasRechnen z. B. und die eigentliche Grammatik wenigstens Einer fremden Sprache mußin den mittleren Classen bis zur Fertigkeit eingeübt sein, denn solche Dinge bilden das,was man im gemeinen Leben den Schulsack nennt, eine Mitgabe von unberechenbaremWerth; ganz überflüssig ist das Einüben auch in den obersten Classen nicht. Abgesehenvon der unmittelbar erstrebten Sicherheit des Wissens und Könnens fördert es zugleichdie Selbstthätigkeit, das eigene Bemühen, wobei sich als nicht zu verachtender Nebenvor-theil ergiebt, daß dadurch eine Menge Aufgaben und besonders in den Volks-, aberauch in den niederen Latein- und Realschulen die Zugleichbeschäftigung mehrerer Ab-theilungen und eine wohlthätige Abwechslung möglich wird; es.fördert ferner die Freu-digkeit des Arbeitens bei dem Schüler, und durch beides ist es von bedeutendem sitt-lichen Werth (vergl. d. Art. Arbeit). Es liegt eine Befriedigung für den Schüler darin,wenn er etwas recht und sicher weiß, eine noch höhere, wenn er etwas kann. EineLeistung, die den Lehrer zufriedenstellt, läßt ihn die darauf verwandte Mühe vergessenund ermuntert ihn zu weiterem Streben.Kinderaugen, die vor Freude leuchten überdem, was sie unter Leitung des Lehrers zu leisten vermögen, werden willig sein, auchanderweitig seinem Winke zu folgen." (Bormann a. a. O.)

Der Lehrer aber hat bei der Leitung des Einübens Gelegenheit, sich in wichtigenEigenschaften zu bewähren. Wenn er verständig ist, so wird er sich hüten, die Grenzezu verletzen, die das Einüben vom Abrichten scheidet (s. d. Art.); er wird nicht ver-gessen, daß sein Schüler ein vernünftiges Wesen ist, daßer im innern Herzen spürensoll, was er erschafft mit seiner Hand.tz Es ist z. B. beim Rechnen zwar nicht nöthig,daß der Schüler jedesmal von allen seinen Operationen Rechenschaft ablege, von jedemRechenvortheil, von jeder Abkürzung, die er anwendet, die Gründe Nachweise u. dergl.,aber er muß im Stande sein, das Wissen darüber in sich zu erwecken, sobald es ver-langt wird. Ebenso muß bei dem jungen Lateiner mit der Fertigkeit in Anwendungder Regel die Einsicht in diese selbst parallel gehen. Fertigkeit ohne Einsicht ist blind,gerade wie das Wissen ohne entsprechendes Können eitel und werthlos ist; das rechteMischungsverhältnis zwischen Unterweisung und Hebung ist aber nicht immer leicht zutreffen, wie die Geschichte der Pädagogik darthut. Vom gleichen Gesichtspunct aus wirdder Lehrer auch alle seine Kraft und Gewandtheit aufbieten, um Einförmigkeit zu ver-meiden und Abwechslung in die Uebungen zu bringen, damit der Schüler nicht in EinGeleise gebannt, sondern frei werde; deswegen wird er einen Gegenstand nicht gleichauf das erste mal erschöpfen wollen, damit er ihm später, wenn er wieder darauf zu-rückkommt, immer wieder eine neue Seite und ein neues Interesse abgewinnen könne.Um sodann die Selbständigkeit des Schülers zu fördern, wird er bei der Leitung derArbeit seine Beihülfe nur so weit eintreten lassen, als sie für den Schüler unentbehr-lich ist; was derselbe selbst erreichen kann, darnach soll er sich strecken (vergl. d. Art.