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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Eigcnthumstrieb.

Einfälle.

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wenige Gegenstände seine Neigung zu concentriren und mit eigener Freithätigkeit sie zugestalten und umzuformen. Dazu eignen sich, wie Jean Paul (Levaua H 51) gut her-vorgehoben hat, ganz vorzüglich Saud und einfache Klötze zum Bauen. Je weniger dieSpielsachen bloß zum augenblicklichen Genüsse, je mehr sie zur Erregung der Selbst-thätigleit dienen und die Phantasie und Erfindungslust des Kindes ins Spiel versetzen,desto besser sind sie.

Es ist viel, vielleicht das Meiste gewonnen, wenn das Kind in seinen Erziehernund Lehrern selber musterhafte Beispiele vor Augen hat von jener christlichen Verwen-dung des Eigenthums, wie sie in dem apostolischen Wort (1 Petr. 4, 10) ausgesprochenist,dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die gutenHaushalter der mancherlei Gnade Gottes" (vgl. G. Baur, Erziehuugslehre,2. Aust. S. 219 ff.) Und andererseits kann das kindliche Gemüth schon früh verdorbenund auf Abwege geführt werden, wenn in gewissen Familien der Geiz und die Habsuchtherrschen und das Gold der Götze ist, den man anbetet, so daß Erwerb und Reichtumfür einzige Ehre, Armut für die größte Schande gilt. Es kann nicht fehlen, daß imKaufmanns- und Fabrikautenstande die Geldfrage einen Hauptgegenstand der täglichenUnterhaltung bildet; da wäre zu wünschen, daß die Kinder, die so viel vom Erwerbdes Vaters hörten, auch frühzeitig auf die mannigfache und edle Verwendung des elter-lichen Vermögens hiugewiesen würden. Und solcher Familien, wo dieses geschehen kann,giebt es doch auch Gottlob! in unserer geldsüchtigen Zeit nicht wenige. A. W. Grube.Einbildungskraft, s. Phantasie.

Einfälle der Kinder sind Zeichen erwachenden Verstandes und einer die erstenSchwingen regenden Urtheilskraft, welche bei dem natürlichen Mangel entwickelter Erfahrungs-begrifse an diesem oder jenem neuen Gegenstand einen Punct herausgreift, um ihn in Be-ziehungen zu Bekanntem zu bringen, ob solches nun verkehrt ausfällt, (da man sagt:er hat Einfälle wie der Znberclaus,") oder einschlägt und eine blitzartige Erleuchtungzeigt. Rousseau (Lmils C. II.) vergleicht sie mit den Bewegungen der jungen Vögel, dievom Nest auffliegen, um schnell wieder zurückzusinken, und warnt vor Ueberschätzung,mit Recht, aber aus psychologisch nicht stichhaltigen Gründen, während Jean Paul(Levaua ß. 134136) den Einfall hat, aus an sich treffenden Bemerkungen über dieNatur des Witzes und sein Verhalten zum Wissen und Lernen die verkehrte Forderungherzuleiten, daß man zum Witz bilden solle, und seine eigenen Erziehungskunststücke hierinpreis, aber auch zu sehen giebt, wie sein eigener Witz es war, der durch die Köpfe seinerZöglinge blitzte. Zu witzigen Einfällen antreiben, heißt gerade das Anmuthigste daranzerstören die Naivität; im Gegentheil ist häufig besser, sich nur hinter dem Rückendes Kindes darüber zu freuen, denn anfeuerndes Lachen verleitet zum Fortfahren, dasdann schnell ins Thörichte oder Plumpe fällt, und der Eltern Einbildung ans solch eingeistreiches" Kind schadet diesem durch Ueberschätzung des von der Natur Zugeworfenenund Unterschätzung deS durch Fleiß zu Erringenden. Man kann bei behenden Begriffenein seichter Mensch sein, und der Witz, welcher nach Einfällen hascht, steht dem Reifender Urtheilskraft im Wege, die nach Einsichten strebt. Auf der andern Seite ist einpedantisches Niederhalten und Ueberdenmnndfahren ebenso unpädagogisch als wenn mandem Kind auf Spaziergängen das Hüpfen verwehrt und den schnurgeraden abgemessenenGang gestandener Leute zumnthet. Einfälle sind zwar nur zufällige Bewegungen desGeistes, aber es sind Bewegungen und man kommt in Gefahr, ihn lahm und steif zumachen durch rigorosen Druck. Sie sind aber auch zum Theil, obgleich nur vorübergehendeAufhellungen dessen, waS im Kind liegt, da über die in Dämmerung gehüllte Gegend einschneller Strahl zuckt. Wer diesem Aufleuchten wehrt, beraubt sich der Gelegenheiten,Einblicke in das Werdende und Kommende zu thun, die Individualität zu ahnen. Mansoll sich nicht zu viel versprechen von Einfällen der Kinder, denn nicht alle Funkenwerden zu einem Feuer, aber man soll sie nicht ignoriren, dennFeuer fängt mit Fun-ken an." A. Hauber.