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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Ehrlichkeit.

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und Wandel zu wirken, die Anfänge des Guten zu pflegen, die des Schlimmen abzu-wenden. Im kindlichen Alter ist aber namentlich für die Scheue vor fremdem Eigen-thum und dafür Sorge zu tragen, daß daS Stehlen in allen seinen Schattirungenbekämpft werde. Mit dem Anfang des Ich Sagens entwickelt sich im Kind auch derUnterschied von Mein und Dein, und muß mit aller Aufmerksamkeit darob gehaltenwerden, daß es denselben respectire (vgl. den Art. Eigenthumstrieb). Gerade an demEigenthum derer, die ihm die Nächsten sind und ihm am liebsten mittheilen, Eltern,Geschwister, Hausgenossenmuß der Nespect geübt werden. Es darf sich nichts selberund darf nichts im Hehling nehmen. Ein festes Gebot, beharrlich durchgeführt, hatden Eigenthumsbegriff zu fixiren, die Scheue ins Bewußtsein zu pflanzen. Auch hier aberist des Erziehers eigene Ehrlichkeit der unentbehrliche Leitstern für den Zögling. Nichtbloß daß kein Aergernis mit grobem Betrug gegeben wird: auch das heimliche Zusteckenhinter dem Vater, wozu oft Mütter sich versuchen lassen, das Betreten fremder Gärten,um Blumen zu pflücken, Obst zu naschen, womit Kindsmägde Freude bereiten wollen undsich versündigen, u. dgl. nährt den unredlichen Trieb in den Kindern, der nur allzu starkin der Natur liegt, und den man zwar theilweise aus dem Vorwiegen der Sinnlichkeiterklären, aber keineswegs mit dem Mangel eines sittlichen Gegengewichts in ihrer Naturentschuldigen kann; denn warum die Verheimlichungen solcher kleinen Diebstähle, undwoher das Errötheu bei der Entdeckung, wenn kein Gewissen da wäre? Auch dasVerheimlichen der Geschenke von Fremden soll man nicht dulden, weil des Kindes ganzesSein und Thun für die Eltern durchsichtig sein muß, und weil neben der Unwahrheitauch meist Eigennutz, der nicht mittheilen will, mit unterläuft, der eigennützige Sinnaber nach fremdem Eigentbum lüstern macht. Gefundenes, auch das Geringfügige,den Eltern übergeben muß strenge Regel sein, und wenn der Eigenthümer nicht zu ent-decken, sollte es doch nie zu eigenem Gewinn oder Genuß verwendet werden. Fragenkann sich, was besser sei als Regel: daß z. B. was die Eltern genießen, auch den Kin-dern zum Mitgenießeu zukomme, soweit es nämlich nicht der Gesundheit schaden kann,oder daß sie sich gewöhnen, jene genießen zu sehen ohne Lüsternheit und Begehrlichkeit?Eine absolute Antwort giebt es hierauf nicht, sondern nur diese, daß einerseits Elterndie aus eigener Gaumenlust gut leben und aus Geiz den Kindern schmale trockene Kostreichen, der Liebe Abbruch thun und also schon damit eine Schntzmauer der Ehrlichkeitniederreißen, andererseits daß von allem mittheilen nach allem lüstern macht und alsoden schlimmen Trieb durch Befriedigung nährt. Kinder, welche als klein fühlen durften,daß man ihnen gerne mittheilt, aber auch lernen mußten, sich bescheiden, werden größergeworden in der Regel nimmer begehrlich sein. Der Begehrlichkeit kann durch Gewährenwie durch Versagen, beides im rechten Maß und zu rechter Zeit, der Reiz genommen,und also der Versuchung zum Sichvergreifen vorgebeugt werden. Sind diese Bemer-kungen richtig, so erklären sie auch, warum Kinder aus Häusern, da ihnen mehr alsgut ist zu Gebot steht, zuweilen dennoch stehlen, und arm aufgezogene reine Hände be-wahren. Nur wo mit der Armut Unzufriedenheit und Neid gegen die Glücklichen sichpaart, da ist große Versuchung zum Diebstahl, die man da nicht kennt, wo man genüg-sam, bescheiden, fromm ist und alsoreich in seiner Armut." Mit dem Heran-wachsen kommt das natürliche Verlangen nach freierer Verfügung über ein kleinesEigenthum Taschengeld re., welchem ohne Noth nicht sollte entgegengetreten werden,doch so, daß der Erzieher auf beide Abwege sein Augenmerk richte: auf's Zusammen-scharren, womit zum Geiz, und auf's Vergeuden und Näschereien, womit zum Wohllebender Grund gelegt wird, welche beide vom Pfade der Ehrlichkeit abführen. Namentlich aberist darauf zu sehen, daß nicht schon in den frühen Jahren der Tauschhandel (Mauscheln,Fuggern) unter Kindern getrieben werde, weil da so gerne Uebervortheilung mit unter-läuft und wegen der Geringfügigkeit des Objects das Betrügerische am Handel fürunwichtig angesehen wird. Solche Händel mäßen streng verboten und ohne Schonungrückgängig gemacht werden. Unter unaufmerksamen Lehrern entwickelt sich diese Unart und