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2 (1860) Director - Globus
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Ehe.

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evangelischen Kirche bessern Schutz gewahrt (Belege hiesür s. bei Hander a. a. O.S. 170): so muß Loch von Seiten der Moral und ebenso der Pädagogik das Urtheilüber die Schließung einer gemischten Ehe nach wie vor dasselbe, d. h. ein mißbilligendessein; für die Kinder ist sie, was auch über ihre religiöse Erziehung beschlossen seinmag, immer ein Unglück. Entweder muß das religiöse Leben in ihnen, wenn es vonder einen oder andern Seite gepflegt werden will, dadurch stets wieder gelähmt werden,daß der Vater selber nicht glaubt noch thut, was die Mutter dem Kind als heiligePflicht eiuschärft und mit ihm übt, und umgekehrt. Oder, wenn das Kinv dem positiv-religiösen Einflüsse des einen von den beiden Eltern folgt, so nimmt in demselben Grade,wie dieser wächst und wirkt, die Liebe und Ehrfurcht gegen den andern Theil ab; daßaber die Tochter den Vater als Ketzer hassen, oder der Sohn die Mutter verlachen soll,wenn sie das Kreuz schlägt oder den Rosenkranz betet, das hat Christus durch seinenAusspruch Luc. 14, 26 weder geboten noch erlaubt. Nach weltlicher Anschauungsweisewird das alles freilich leicht vermieden, wenn man sich auf scnen höhern Standpnncterhebt, auf dem die Unterschiede der Kirchen und Confessiouen als beschränkte Vorstel-lungen verschwinden. So kann der Jndifferentismus nicht nur zwischen Protestantenund Katholiken, sondern auch zwischen Christen und Juden eine friedliche Ehe stiftenwas aber dieser Friede (O st 0 0) für einen Werth hat und wie lange er dauert, dasbleibe hier unerörtert.

Für die Führung der Ehe selbst, für das gegenseitige Benehmen der Gatten habenwir ebensowenig, wie für die Schließung, nöthig, alles das hier zu entwickeln, was vonden Ehegatten um des Erziehnngszweckes willen gefordert werden muß, da auch in derEhe selbst alles, was zur rechten sittlichen Führung derselben überhaupt gehört, alle dieTugenden der gegenseitigen Liebe und Achtung, der Schonung und Nachgiebigkeit, derunverwüstlichen Freundlichkeit, die über keinen Zwist die Sonne untergehen läßt, derrücksichtsvollen Aufmerksamkeit, die, statt den eignen Gedanken, Planen oder Phantasiennachzuhängen, vielmehr stets den Gatten auf dem Herzen trägt und es in tausendKleinigkeiten zu erkennen giebt, wie hoch mau ihn hält, immer zugleich die rechte,warme Atmosphäre bilden, worin die Erziehung allein gedeihen kann. Sieht das Kindeinmal einen bösen Blick, den der Vater der Mutter, die Mutter dem Vater giebt,merkt es einmal, daß sie uneins sind und schmollen, hört cs Wortwechsel oder gar böseReden, so ist damit nicht bloß die Achtung, und zwar vor beiden zugleich, schwer ver-letzt, sondern instinctmäßig wird sich das Kind, weil das Reich nicht vollkommen einsist, auch emancipiren; solch eine Scene hebt den Glauben des Kindes an die Unfehlbar-keit der Eltern auf, der wesentlich an der Einheit ihres Sinnes seine Stütze hat: csgehen ihm die Augen auf über die menschliche Irrthumsfähigkcit der Eltern, über dieUngleichheit in ihren Meinungen dadurch sinkt alles, was sie auch sonst sagen, vonabsoluter zu relativer Gültigkeit herab und von dieser ists in xraxi dann nicht weitzur Ungültigkeit. Daß auch noch viel weitere Aergernisse, sei cs durch Roheit undLasterhaftigkeit, sei es durch bloße Unvorsichtigkeit im ehelichen Verkehr, möglich sind,sei hier nur der Vollständigkeit halber angcdeutet. Welch einen Riß endlich muß einEhebruch, oder auch ohne diesen jede Ehescheidung in die Herzen der armen Kindermachen, deren Eltern auf solchen Wegen gehen! Welch ein entsetzliches Schicksal ist es,wenn dieselben dem einen oder dem andern von Amtswegen zugeschieden werden, da siedoch beiden gehören!

Eigenthümliche Schwierigkeiten bereitet eine zweite Ehe der Erziehung, und zwarin der Regel mehr, wenn den Kindern eine Stiefmutter, als wenn ihnen ein Stiefvatergegeben wird, wohl aus dem natürlichen Grunde, weil der Mann aus Liebe zu seinerFrau deren Kinder leichter auch in seinem Herzen adoptirt, als die Frau den Unterschiedzwischen denen vergißt, die sie geboren und nicht geboren. Aber um so mehr ist esPflicht beider Gatten, bei den Kindern jedes Bewußtsein dieses Unterschieds zum vorausunmöglich zu machen, oder das von bösen Zungen eingeflüsterte Vorurtheil durch die