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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Ehe.

die Söhne zu dieser gegen jenen stehen): da wird nicht mir ein Fehler in der Erziehung,es wird ein Verbrechen an der Ehe wie am kindlichen Herzen begangen. Wo aberauch die Neigung mit voller Kraft und Tiefe vorhanden ist, bedarf sie, um nicht fehlzu gehen, immer noch der ruhigen, nüchternen Prüfung nach dem Maststabe, den dasSittengesetz darbietet. Berthold Auerbach führt in seinemBarfüßele" eine Mutterein, die ihrem auf die Brautschau ausgehenden Sohne vortreffliche praktische Regeln mit-giebt, damit er ganz in oonorsto wisse, worauf er seine Beobachtung zu lenken habe;was aber irgend in dieser Beziehung gesagt werden mag, was als empfehlende undwillkommene Eigenschaft die Wahl bestimmen oder als übles Attribut von derselben ab-schrecken soll: es darf immer zugleich als gutes oder schlechtes Prognostiken für dieFähigkeit zur Erziehung betrachtet werden. Einen Trunkenbold, auch levioris maoulao,sollte keine rechtschaffene Jungfrau heirathen; würde sie auch den Ekel an dem häßlichenGesellen überwinden, so soll sie ihren Kindern es nicht zu Leide thuu, ihnen einenVater zu geben, den sie verachten mäßen, oder sie in die so große Gefahr zu bringen,rast sie das Laster erben (das sich übrigens, wie so manches andere, oft vom Vaternicht auf den Sohn, sondern auf den Enkel überträgt), oder daß sie, im Rausch erzeugt,lebenslang das Siegel davon in körperlicher und geistiger Schwäche an sich tragen. *)Ein Mädchen aber, das unpünctlich ist, d. h. auf Kleinigkeiten nicht achtet, einen Fleck anihrem Kleid, einen Papierfetzen, der auf dem Boden liegt, den Staub auf der Kom-mode u. s. w. gar nicht gewahr wird oder unbekümmert alles das läßt, wo es ist, wirdauch als Mutter unreinlich, unpünctlich, salopp sein; wogegen die eitle Närrin ihreKinder wie aufgeputzte Affen auf die Straße senden und wie Ballettänzer im Salonaustreten lassen wird. Dies nur als Exempel für den allgemeinen Grundsatz, daß, wasden Gatten unglücklich macht oder doch unbefriedigt läßt, auch die Erziehung schlechtmacht. So weit freilich wollen wir die pädagogische Rücksicht nicht auf die Gatten-wahl einwirken lassen, daß wir mit Plato (im Theätet 149.) die Hebammen als Liebes-boten und Brautwerber anstellen möchten, sintemal diese das schärfste Auge dafür habensollen, welches Paar am besten zusammenpaße, um schöne und tüchtige Kinder zu erzielen;ja, wir dürfen es den Nupturienten selber, wie oben bemerkt ist, nicht einmal zumutheu,positiv auf dieser Seite ein Motiv zu ihrer Wahl zu suchen; aber für Eltern insbe-sondere ist es um so mehr Pflicht, diesen weder poetischen noch sentimentalen, aber praktischwichtigen Gesichtspunct in den oben berührten Beziehungen allen nicht außer Acht zu lassen.

Es ist oben schon an die gemischten Ehen und an die Praxis der katholischen Kirchein Bezug auf sie erinnert worden. Auf die rechtliche Seite der Sache einzugehen istnicht dieses Orts (s. darüber Nichter's Kirchenrecht, 4. Aufl. S. 592 f.). Wennaber auch in neuester Zeit die kirchliche Gesetzgebung, gcnöthigt durch das rücksichtsloseVorgehen der Ultramontauen, sowohl der Freiheit der Nupturienten als der Würde der

Derb ist dieser Puuct erörtert von Erasmus in einer Stelle seinerchristlichen Ehe-Znstitution," verdolmetscht durch Joh. Herold, Straßb. 1542. Bl. HXIX. b., welche wir statteigenen weiteren Eingehens hersctzen.Wie wohl die christlich Lehr alle Seelen gleich schätzet,so ist doch nit wenig daran gelegen, in was Teig des Leibs sie verknetet werde. Dann, daßwir etliche sehen, die von Natur jähzornig, rachgierig, niedrig, ist zum meisten Theil offenbar,daß es von des Leibs Anmut erwachset. Darum, wo wir dem Ausrechncn der Natur Glaubengeben, so erwachset nit allein, daß etwa etliche Kinder von Mangel wegen der Aeltern blind,lahm, stnmpff an Gliedern, schäbig oder sonst wunderbarlich gestaltet geboren werden, sondern daßauch daher kommt, daß etliche toll, unverständig Narren und zu großen Uebelu geneigt sind.Volle Zapfen gebären gemeiniglich tolle Esel; was bewegtere Leut sind, erzeugen zornmüthige;gefräßige henken die fallende Sucht der Frucht gern an. Was Speikatzen und leichtfertig Leut(sind), die gebären gern Sanfbubcn und Böswicht. (Das Orig, sagt hier blos: sonrrlkitorineptlento^ sgixnnnts leves et neguarn.) Darum auch ihr christenlichen Eheleut, wöllet ihrFleiß haben, Kinder zu gebären, so schicket euch mit Leib und Gemüth also, daß ihr wünschenund hoffen möget Kinder, die eures Gleichen seien."