Doppeluntcrricht.
Dramatische Aufführungen.
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nur bei seinen Schülern großes persönliches Ansehen genießt, sondern auch den Gegen-stand des Unterrichtes (mathematische Aufgaben rc.) vollkommen beherrscht und in genauabgestnfte Uebungen zu bringen weiß. Er muß die nicht allzuhäufige Kunst verstehen,mit jeder der kleinen und großen Abtheilungen in fortwährendem geistigen Verkehre zustehen, so daß er an dem Lerngeschäft einer jeden Gruppe Antheil nimmt, ohne dar-über der anderen zu vergessen. Besitzt er diese Gewandtheit nicht, so wird er besserthun, die ganze Abtheilung beisammen zu lassen, oder sich zur Leitung der einzelnenAbtheilungen der Monitoren zu bedienen, oder wenigstens die zweite Hauptabtheilungnur mit Schreiben und Aehnlichem zu beschäftigen. Kaum dürfte noch nöthig sein, dieBemerkung zu machen, daß die ganze Schulzeit gleichmäßig unter die beiden Hauptab-theilungen so zu vertheilen ist, daß jede derselben ebenso lange vom Lehrer unmittelbarunterrichtet wird, als die andere. (Vgl. auch die Artikel Helfershstem und wechselseitigeSchuleinrichtung.) *) G. A. Riecke.
Dorfschule, s. Landschule.
Dramatische Aufführungen. Nachdem schon im Mittelalter die Mönche an Stif-tungstagen der Klöster und an Gedenktagen der Heiligen geistliche Komödien mit ihrenSchülern aufgeführt hatten, wurde es unter dem Einflüsse der wieder belebten Wissen-schaften am Ende des 15. und zu Anfänge des 16. Jahrhunderts allgemeine Sitte, inden lateinischen Schulen die Komödien des Terenz und zum Theil auch des Plautusdurch Schüler darstellen zu lasten. Wenn daneben auch frühzeitig griechische Auffüh-rungen erwähnt werden, namentlich die Dialoge des Lucian und einzelne Stücke desAristophanes, so behielten doch, da es dabei hauptsächlich auf Fertigkeit im Latein-sprechen abgesehen war, die lateinischen Dramen den Vorrang. Insbesondere warTerenz, der bis ins 18. Jahrhundert hinein wunderbar genug für den rechten Sitten-lehrer galt, der Lieblingsschriftsteller der Humanisten. Die Reformatoren hatten inihrer Schulordnung das Auswendiglernen des Terenz ausdrücklich empfohlen. „D. Cel-larius fragte vi M. Luther um Rath: Es wäre ein Schulmeister in Schlesien, nichtungelehrt, der hätte ihm furgenommen ein Komödien im Terentio zu agiren; Viel aberärgerten sich dran gleich als gebührte einem Christenmenschen nicht solch Spielwerk ausheidnischen Poeten. Was er vr Lutherus davon halt? Da sprach er: Komödien zuspielen soll man um der Knaben in der Schule willen nicht wehren, erstlich daß sie sichüben in der lateinischen Sprache; zum andern daß in Komödien feinkünstlich erdichtet,abgemalt und gestellet werden solche Personen, dadurch die Leute unterrichtet und einjeglicher seines Amtes und Standes erinnert und vermahnet werde, was einem Knecht,Herrn, jungen Gesellen und Alten gebühre und für die Augen gestellt aller DingeGrad, Aemter und Gebühren, wie sich ein jeglicher in seinem Stande halten soll, wiein einem Spiegel. Zudem werden darinnen beschrieben und angezeigt die listigen An-schläge und Betrug der bösen Bälge u. dsgl., was der Aeltern und jungen Knaben Artsei, wie sie ihre Kinder zum Ehestande ziehen und halten, wenn es Zeit mit ihnen ist rc.Solches wird in Komödien furgehalten, welches denn sehr nutz und wohl zu wissen ist."(Luthers Tischreden, herausgeg. von Förstemann und Bindseil. Berlin 1848. Bd. IV,S. 593). Die Kursächsische Schulordnung von 1580 sagte ausdrücklich: „Mauti etlllereutii oomoeckias sollen sie die Knaben jährlich spielen lasten und solchergestalt sie andas zierliche Lateinreden gewöhnen." Der berühmte Rector Joh. Sturm in Straßburgwollte, daß das Schultheater keine Woch lang unbenützt bliebe und daß die Schauspielerin der lllrima Losoii sein sollten. Er ließ alle Stücke des Terenz ohne Ausnahmespielen, daneben Plautus und Aristophanes. Dasselbe that Georg Rollenhagen in
*) Vgl. den Art. Classentheilung. Doppelunterricht im engeren Sinn d. h. gleichzeitigesUnterrichten von zwei Abtheilungen in verschiedenen Fächern durch Einen Lehrer ist höchstensetwa in der Art möglich, daß der Lehrer der einen Abtheilung etwas dictirt, während er mit derandern rechnet u. dgl.; aber der Lehrer wird dabei sehr angestrengt und die Schüler leichtzerstreut. D. Red.