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2 (1860) Director - Globus
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Doppelunterricht.

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ihm erreicht worden ist. Hiernach könnte es sogar scheinen, je mehr und je kleinereAbtheilungen, desto besser. Dies wäre abermals ein Zrrthum. Nicht nur, weil derLehrer genöthigt würde, seine Zeit unter die Menge der Abtheilungen zu theilen, sodaß jede nur einen kleinen Bruchtheil zu genießen bekäme, und an Zeit verloren gienge,was an Kraft gewonnen würde, sondern auch, weil die Zersplitterung in Abtheilungeneine immer größer werdende bleibende Zerklüftung der Schule zur natürlichen Folgehätte, während es ein wichtiger, wesentlicher Zweck der Schule ist, die Massen zu ver-binden und mit möglichster Schonung der Individualität zu uniformiren. Denndie Individualität hat im Unterrichte, wenn auch ein wichtiges, doch nicht das einzigeRecht. Vielmehr läuft mit ihr parallel die Aufgabe der socialen Bindung der Alters-und Heimatgenossen. Die richtige Antwort auf das Wieviel? wird vielmehr sein:nicht mehr Abtheilungen, als theils die Masse, theils die Verschiedenheit der Stufeunumgänglich erfordert. Wo mehr als zwei, höchstens drei Abtheilungen nach diesemPrincip gemacht werden müßten, da wäre mit Grund auf eine fehlerhafte OrganWion derganzen Anstalt, oder auf eine große Ungeschicklichkeit des Lehrers zu schließen. Aberauch hiemit ist die Frage noch nicht erledigt. Die Verschiedenheit des Unterrichtsstoffes,der die Abtheilnng gleicher Schüler bald mehr bald weniger streng fordert, und die ver-schiedenen Fortschritte, welche die einzelnen Schüler in verschiedenen Pensen schon ver-möge verschiedener natürlicher Begabung für dies oder jenes Fach machen, scheint fastfür jedes Unterrichtsfach eine neue Abtheilungsweise nöthig und Wohl dadurch die ganzeEinrichtung sehr künstlich und complicirt zu machen. In höheren Lehranstalten mitnicht überfüllten Classen, namentlich auch in Privaterziehungsanstalten (wie vormalsdas Fellenberg'sche Institut in Hofwyl bei Bern) mag es angehen, für jedes Fach be-sondere Classenabtheilungeu zu treffen, weil man da über viele Zeit und verhältnis-mäßig eine weit größere Anzahl Lehrer zu verfügen hat (vgl. den Art. Classensystem);in der gewöhnlichen Volksschule ist es unausführbar. Es ist aber auch nicht nöthig.Um sich über das Bedürfnis von mehr oder weniger Abtheilungen klar zu werden, darfman sich nur erinnern, daß der Unterrichtsstoff theils ein solcher ist, der die Neceptivitätdes Schülers vorzugsweise in Anspruch nimmt, theils ein solcher, der von dem Schülerselbst producirt werden muß. Das Lehr- und Lerngeschäft in der Schule zerfällt dem-nach in theoretischen Unterricht und in praktische Uebungen. An ersteren können ohneZweifel viele Schüler zugleich mit Nutzen Theil nehmen, wenn sie auch unter sichmerklich verschieden sind, vorausgesetzt, daß sie im Stande seien, dem Vortrage desLehrers zu folgen, und daß der Lehrer sie in gehöriger Aufmerksamkeit erhalten könne.Bei dieser Art des Unterrichts ist mithin die Abtheilung der Schüler weniger durchden Stoff, als durch die etwa nöthige Verschiedenheit der Lehrart und des Lehrtonesbedingt, was jedenfalls nicht viele Abtheilungen erfordert. Die Rücksicht, die Schüler-masse zusammenzuhalten und miteinander vorwärtszuführen, muß also überwiegen. Beiden Uebungen, wo jeder Schüler für sich oder nur mit ganz wenigen zusammen arbeitet,kann auch eine größere Anzahl von Abtheilungen weder schaden noch das Geschäft er-schweren, vielmehr nur leichter machen und sicherer zum Ziel führen. Hier sind vielekleine Abtheilungen am Platze, deren jede Schüler enthält, welchen die gleiche Uebungaufgegeben werden kann.

Aus dem Gesagten folgt: der Lehrer muß seine Classe auf zweierlei Weise ab-theilen, 1) in 23 größere Abtheilungen, welche er, weil sie auf verschiedenen Lehr-stufen stehen und verschiedene Lehrweise, verschiedenen Lehrton erfordern, in allen oderdoch den meisten Fächern getrennt unterrichtet; 2) jede dieser Abtheilungen für alle die-jenigen Fächer, wo es auf möglichste Uebung jedes Einzelnen abgesehen ist, in mehrerekleine, wogegen er sowohl beim theoretischen Unterrichte, als bei Uebungen, die eingleichzeitiges Mit- und Nebeneinanderarbeiten vieler, Schwächerer und Weitergekommener,zulassen wie die Uebungen im Schönschreiben, Zeichnen u. a. die ganze Abthei-lung Zusammenhalten wird.