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Director.
Eigenschaften, die die Natur und Lebenserfahrung ihm gegeben hatten, unter seinenMitlehrern die Gesinnung einmüthigen Zusammenwirkens erhielt, war das Vertrauen,welches er ihnen schenkte. (S. 44.) Was die Conferenzen betrifft, so war es sein Grund-satz, in denselben alle Angelegenheiten und Fragen, die die Vorgänge und Erfahrungender Schule betrafen, mit der größten Offenheit zur Sprache zu bringen. (S. 45.)
Als Gegenstände, die der Director an die Entscheidung der Lehrer zu bringen hat,werden mindestens folgende zu betrachten sein: Entwerfung des allgemeinen Lehrplansund der darauf gebauten jährlichen Lectionspläne; die Besprechung der einzuführendenLehrbücher und Ausgaben, Bestimmung der Censuren, namentlich der allgemeinen Cen-suren über Fleiß, Aufmerksamkeit und sittliche Aufführung der Schüler; die Versetzungenaus einer Classe in die nächst höhere und die Bestimmung der Rangordnung der Schülerin derselben Classe; Anordnung der Prüfungen (sowohl der öffentlichen als derer Intraxaristos sobolao) und der Rede- und Gesangfeierlichkciten; Bewilligung von Unter-stützungen und Prämien; Bestrafung gröberer Disciplinarfälle; regelmäßige Mitthei-lungen der Classenordinarien über den wissenschaftlichen und sittlichen Zustand der ein-zelnen Classen; Mittheilung und Besprechung der eingegangcnen Verordnungen desSchulcollegiums; Beschlußnahme über die Bücher, welche für die Lehrer- oder für dieSchülerbibliothek angeschafft werden sollen u. s. w. Aber die Conferenzen bekommenerst dann einen recht lebendigen Geist, wenn in denselben auch Vorträge allgemeinerenInhalts gehalten werden, die sich entweder auf die wissenschaftliche Pädagogik beziehenoder auch einen ganz allgemeinen wissenschaftlichen Charakter an sich tragen. Es sollte,wo möglich, in jeder einzelnen Conferenz ein solcher Vortrag gehalten werden, dessenInhalt aus dem unerschöpflichen Gebiete der Gymnasialpädagogik oder aus der Grund-wissenschaft der Pädagogik, der Psychologie, entlehnt wäre. Auch Vorträge von allge-mein wissenschaftlichem Charakter können gehalten werden, so wie der Director auchsonst nach Kräften dahin zu wirken hat, daß seine College» wissenschaftliche Studienbetreiben, damit sie nicht in der Praxis erstarren, sondern sich durch die Versenkung inein ideales Leben immer wieder erfrischen. Besonders erscheint es heilsam, unter denMitgliedern eines Collegiums gründliche philosophische Studien zu fördern, weil in derPhilosophie alle einzelnen Wissenschaften in Eins Zusammengehen und nur ein Philosophauch die Einheit des Gymnasiallebens in allem Unterschiede der Lehrgegenstände undRichtungen erkennen kann. Thnt der Director nur in dieser allgemeinen Weise seineSchuldigkeit, so wird er die specielle Aufsicht, die er über die Lehrtätigkeit seiner Col-lege» ausznüben hat, in sehr enge Grenzen einschließen können. Doch scheint es erfor-derlich, daß er von Zeit zu Zeit dem Unterricht der Lehrer beiwohnt, auch sich etwaalle Vierteljahr schriftliche Arbeiten von den Schülern einliefern läßt. Es scheint dieseserforderlich, damit er nicht bloß eine richtige Anschauung von der Wirksamkeit der Lehrererhalte, sondern besonders auch damit er die Schüler und den Standpuuct der Classengenau kennen lerne. Was die Classenbesuche betrifft, so scheint es sich von selbst zuverstehen, daß er nicht etwa, wie ein Dieb in der Nacht, in die Classen einbricht, alswolle er die Lehrer überraschen; vielmehr ist es am besten, daß er die Zeit, wo er dieClassen revidiren will, in der Conferenz genau ankündigt. Die Praxis wird übrigensin dieser Hinsicht sehr verschieden sein können, ohne daß man gerade das eine objectivfür besser zu halten hat, als das andere. Die besondere Individualität der Directorenwird in dieser, wie in mancher anderen Beziehung maßgebend sein. Während der obenerwähnte Director Jacob die Stunden seiner College» gar nicht besuchte, wanderte derDirector Spilleke (cf. A. G. Spilleke nach seinem Leben und seiner Wirksamkeit darge-stellt von L. Wiese. Berlin 1842 z. B. S. 95.) aus einer Classe in die andere undblieb während der Schulstunden, wenn er nicht selbst unterrichtete, nie zu Hause; — undbeide Männer galten zu ihrer Zeit als Muster ihres Standes und wußten ihre Schu-len zu hoher Blüthe zu bringen (vgl. d. Art. Jnspection).
3. Verhältnis des Directors zu den Schülern. Daß der Director außer sei-