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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Zerrenner, Karl Chr. G.

Zkugnisse.

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Kloster berufen und diesem Ostern 1844 die volle Direction übertragen, während Zer-renner Ehrenephorus des Klosters blieb. In dem letzten Jahrzehnt seines Lebens wurdeZerrenner überhaupt wegen seiner rationalistischen Richtung in seiner amtlichen Tätig-keit immer mehr zurückgedrängt, und er mußte schmerzlich warnehmen, daß sowohl inder Kirche, als auf dem Gebiete der Pädagogik andere Grundsätze befolgt wurden, alsdiejenigen waren, denen er sein Leben gewidmet hatte. Er starb nach kurzer KrankheitM 2. März 1851, nachdem ihm wenige Monate vorher seine treue, für ihn in Liebe,Aufmerksamkeit und Sorgfalt lebende Gattin, die Tochter des Pastors Keßler ausMeitzendorf bei Magdeburg, gestorben war. Er hinterlicß 3 in Magdeburg glücklichverheiratete Töchter, nachdem er den einzigen Sohn frühzeitig verloren hatte. Seinehohe Gestalt hatte etwas überaus würdiges, ja imponirendes, und wir können eineSchilderung nur sehr angemessen finden, die ihn, bei Gelegenheit einer Schulrevisionauf dem Katheder sitzend, mit Jupiter vergleicht. Daneben hatten aber seine blauenAugen und sein ganzes Wesen etwas ungemein herzliches und gewinnendes.

Seine Schriften, soweit sie nicht oben genannt sind, hier aufzuführen, würde zwecklossein; sie haben ihrer Zeit redlich gedient; heute sind sie nicht mit Unrecht der Vergessen-heit anheimgefallen. ttU'. Erlcr.

Zeugnisse (Conduitenlisten). Die Klammer und frühere Citate, z. B. inBand VII. S. 854 zeigen, daß unter diesem Titel nicht die Schülerzeugnisse besprochenwerden sollen, welche in Band I. S. 764, III. S. 196 und VIII. S. 390 eineeingehende Behandlung gefunden haben, sondern die Lehrerzeugnisse, d. h. dieeinem Mitgliede des Lehrstandes von seiner Aufsichtsbehörde amtlich ausgestellten Zeug-nisse über seine bisherige Dienstführung, sowohl die zu einem bestimmten Zwecke vonihm selbst oder von einem dabei interessirten Dritten (städtische Wahlcollegien und dgl.)erbetenen Einzclzeugnisse, als auch insonderheit die periodisch wiederkehrenden, in amtlichenSchulberichten (VII. S. 846) der nächsten Aufsichtsbehörde an die höhere niederge-legten, oftmals nur in tabellarischer Form nach einem vorgeschriebenen Schema ausge-stellten Zeugnisse, gewöhnlich Conduitenlisten genannt.

Die letzteren sind seit dem Revolutionsjahre 1848 in einen derartigen Miscredit ge-kommen, daß als gewaltiger Reactionär verschrieen wird, wer ihre Vertheidigung übernimmt,ihre Berechtigung in einem wohlorganisirten Schulrcgiment beweisen will. Um das zu be-greifen, ist zunächst an der Hand ihrer Geschichte ihre frühere Einrichtung darzustellen.

Stoy (Enchklop. der Pädagogik S. 210) läßt sie in Preußen bereits 1736 vonFriedrich Wilhelm I. eingeführt sein. In Hannover gebot 1756 die Jnspectionsordnungdie Einsendung derselben, ebenso in Preußen 8- 13 des General-Landschulreglemcntsvom 12. Aug. 1763, hier unter Beifügung des Zweckes, daß weder ungeschickte und un-tüchtige, noch ruchlose und auch einen bösen Wandel führende Küster und Schulmeister ge-duldet werden, wohin zu rechnen, wenn sie dem Trunk oder Diebstahl ergeben, Zänkereiin der Gemeinde anrichten, sich widerspänstig und ungehorsam beweisen oder der Unzuchtund Hurerei überführt werden. Würde dergleichen erst wargenommcn, wenn sie schonim Amte stehen,so soll nicht nur bei Einsendung derjährlichen Conduitenlisten" solchesangemerkt, sondern auch sofort an unsere Conststorien berichtet werden, weil nach Be-finden dergleichen anstößig lebende und ruchlose Schulmeister sofort suspcndirt resp. cassirtwerden müßen." Vgl. v. Rönne das Unterrichtswesen des pr. Staats I. S. 67. Ein Schemadieser Conduitenlisten ist dort nicht gegeben. In dem katholischen Schulrcglcment für Schle-sien von 1765 findet sich das Schema einesAuszugs aus den von den Erzpriestern der Imspection einaeschickten Berichten, Visitationen und halbjährlichen Extracten" mit folgendenRubriken: Namen der Archipresbyterate Namen der Oerter jedes ArchipresbyteratsNamen des Pfarrers dessen Fleiß oder Unflciß beim Schulwesen- Namen des Schul-meisters dessen Fleiß oder Unfleiß Zahl der Kinder, die in die Schule gekommen, nichtgekommen Zahl der Personen, die in den Wiederholungsstundcn gewesen, nicht gewesenHindernisse, die nicht gehoben werden können Anmerkungen. Vgl. Nicdergesäs, das Ele-