Zerrenner, Karl Chr. G.
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t Unterrichtsgegenstandes, pheils des einzelnen Schülers erklärt sich auch die Menge cin-
U zelner Regeln, die er in seinen Grundsätzen bald für die verschiedenen Arten von
ri Fragen (8- 182), bald für die verschiedene Benutzung der Antworten (§. 184 ff.), bald
x über die verschiedenen Arten der Strafen (H. 112) u. a. gegeben hat. Er war eben
1 weit entfernt, alle Unterrichtsgegenstände nach derselben Methode, etwa der katechetischcn
» behandeln zu wollen, sondern sah ein, daß die Methode sich stets dem Gegenstände an-
ß passen müße; denn darin eben „erkennt man den Meister in der Unterrichtskunst, daß
i er bei jedem Unterrichtsgegenstande stets am rechten Flecke die passende Lehrform wählt
I und, wo es zweckmäßig ist, die Lehrformen wechselt" (Jahrb. 1825, 2. H. S. 49). —
lj Aufmerksam auf alle Fortschritte, welche die Pädagogik machte, suchte er alles zu
Z verwerthen, was sich nach seiner Prüfung probehaltig erwies. Aber er war vorsichtig;
K er huldigte nicht blindlings der Methode irgend einer Schule oder eines Mannes, sondern
; hielt sich auch hier an den Grundsatz: Prüfet alles und das Beste behaltet. Mit be-
i sonderem Eifer ließ er sich die Einführung der Lautirmethode nach Stephani angelegen
s sein (seine Tochter war eine der ersten, die nach dieser Methode unterrichtet wurde), und
s war nach Möglichkeit bemüht, sie durch seine speciellen Anweisungen den Lehrern mund-
i recht zu machen; dagegen erklärte er sich gegen die Schreiblesemethode, indem er es neben
anderen Gründen für bedenklich hielt, das Kind gleichzeitig zweierlei lernen zu lassen(Method. S. 101), verlangte aber, daß das Kind von den Schriftzügen ein Bild geistigrichtig und fest auffassen lerne, nicht bloß die Vorschrift nachmale (Jahrb. 1826 S. 84).Er schätzte und übte die Katechese, aber er war klug genug, sie nicht zu überschätzen oder! ihre Anwendung auch da zu dulden, wo sie nur störend wirken konnte. Er erkennt an
^ (Jahrb. 1825, 2. H. S. 48), daß mit dem Begriffszersplittern und Katechismen im
Religionsunterricht vielfach ein verderblicher Unfug getrieben werde, und verlangt, daßder Lehrer der Religion vor allen Dingen dahin arbeiten müße, daß die großen Wahr-^ heilen der Religion von den Kindern mit festem, lebendigem Glauben aufgefaßt würden.
; Im allgemeinen soll der Lehrer den Gang befolgen, daß er das Geschichtliche der Rcli-
i gion zur Basis nimmt, dann die Lehren der Religion als göttliche Offenbarung vorträgt
>! und sie dem Verstände der Kinder so nahe bringt, daß sie wissen, was sie nach denselben
§ glauben und wozu sie die Lehren der Religion benutzen sollen. Der Unterricht soll,
wie die Bibel, nicht die Lehren beweisen, aber auf die Bestätigung ihrer Lehren hin-! weisen.
Eine nicht unwichtige Unterbrechung erfuhr die Thätigkeit Zerrenners dadurch, daßihm im I. 1830 durch den König der Auftrag ertheilt wurde, von den im Holsteinischennach den Grundsätzen des gegenseitigen Unterrichtes eingerichteten Elementarschulen, be-sonders in Eckernförde, an Ort und Stelle gründlich Kenntnis zu nehmen. Er reisteim Herbst dieses Jahres dahin ab, verweilte 14 Tage in Eckernförde selbst und besuchtehierauf noch viele Stadt- und Landschulen im Holsteinischen und Schleswig'schen, welchedie wechselseitige Schuleinrichtung hatten, und kehrte sehr eingenommen von derselbenund befriedigt durch die überaus freundliche und ehrenvolle Aufnahme, die ihm überallzu theil geworden, zurück. Das Ausführliche gehört dem Artikel an, der eigens diesem; Gegenstände gewidmet ist. Nur das muß in Bezug auf Zerrenner selbst hier erwähnt
werden, da die Frage zu einem nicht ohne Animosität von beiden Seiten geführten
Streite zwischen ihm und Diestcrweg Veranlassung gegeben hat, daß Zerrenner 1) diewechselseitige Schuleinrichtung nur als Nothbehelf für die zahlreichen Schulen geltenlassen wollte, in denen die Anzahl und Verschiedenheit der Schüler zu groß sei, als daß> sie gleichzeitig von einem Lehrer beschäftigt werden können, 2) daß, was von Diesterwcg
! durchaus übersehen worden ist und seine Hauptangriffe daher zu einem großen Theile
gegenstandslos macht, der eigentliche. Unterricht dem Lehrer verbleiben, die Einübung desErlernten dagegen den Gehülfen, die aus der Zahl der geförderten Schüler gewähltwurden, nach ganz bestimmter Anleitung übertragen und hierauf vom Lehrer controlirt! werden sollte. Diesterwcg verwechselte die wechselseitige Schuleinrichtung durchaus mit