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Zcrrcnner, Karl Chr. G.
Gewerbe- und Handelsschule, die in westfälischer Zeit eingegangen damals wieder neu !eingerichtet wurde und später in eine Realschule 1. Ordnung umgewandelt worden ist;eine höhere Töchterschule mit 2 Vorclassen und 3 eigentlichen Classen; eine belästige Freuschule, eine 7 einstige Erwerbschule, 2 Abendschulen und 1 Sonntagsschule. Zugleichwurde unserem Zcrrcnner unter dem Titel eines Schulinspcctors in Magdeburg dieDirection und Oberaufsicht des gestimmten städtischen Schulwesens übertragen. ImJahrbuch 1825 konnte er weiter berichten, daß seit 1819 69 neue Lehrzimmer auf daszweckmäßigste eingerichtet, 96 neue Lehrstellen gegründet worden seien. Der äußerenLiberalität der städtischen Behörden entsprach die Umsicht und Weisheit, mit der dieinnere Einrichtung von Zcrrcnner vorgenommcn wurde. Da das Magdeburger Schul-wesen für jene Zeit von den bedeutendsten Auctoritäten als mustergültig anerkannt wordenist, so ist es interessant zu sehen, welche Veränderungen und Erweiterungen wieder seit1821 mit den obigen Schulen vorgenommcn worden waren; zugleich aber kann manhieraus das überaus rüstige Streben kennen lernen, welches Zcrrcnner beseelte und indem er von den städtischen Behörden in einer damals gewiß völlig beispiellosen Weiseunterstützt wurde. Im Jahrbuch von 1825 zählt er auf 1) eine 8 classige große Volks-schule für Knaben, 2) eine 9 classige große Volkstöchterschule in einem nengcbauten Schul-hause, 3) 6 einclassige Vorschulen für beide Geschlechter, 4) eine mittlere Bürgerschulefür Knaben mit 5 Classen, deren oberster zugleich die Präparanden für das Seminarzugewiescn waren, 5) eine 6 classige mittlere Töchterschule in einem ncugebautcn Schul-hause, 6) eine Vorbcreitungsschule für höhere Lehranstalten, die auf 6 Classen hatteerweitert werden müßcn. Merkwürdigerweise wurde schon in der untersten Classc eineStunde dem Latein zugewendct, um die Zunge und das Ohr der Kinder vorläufig andas Lateinische zu gewöhnen. 7) 2 Parallclclassen dieser Anstalt unter specicllcr LeitungZcrrcnners dienten zugleich dem Seminar als Musterschule, 8) die höhere Gewcrb- undHandelsschule aus 5 Elasten, 9) eine höhere Töchterschule in 6 Classen in einem neuerkauften Gebäude, 10) die Friedrichstädtische Schule, eine niedere Bürgerschule von3 Elasten für Knaben und Mädchen, 11) 2 Abendschulen, die eine für 57 Knaben, dieandere für 58 Mädchen, in welche die Kinder aber erst ausgenommen wurden, nachdemsie in der Volksschule die erforderliche Fertigkeit in: mechanischen Lesen erlangt und nach-gewiesen hatten, 12) eine Sonntagsschule in 2 Abtheilungen, in der während der Zeitder Feldarbeiten einige 20 Kinder, die in dieser Zeit den regelmäßigen Unterricht ver-säumen durften, an das Gelernte erinnert wurden. Außerdem befanden sich noch mehrerePrivatanstalten, die nur unter der städtischen Oberaufsicht standen, und Anstalten, dienicht zum städtischen Schulverbandc gehörten, wie die beiden Gymnasien, das KöniglSchullehrerseminar, welches 1823 neu organisirt außer den Präparanden in 2 Classenunter Zerrenners Direction bestand, das Königl. Gewerbeinstitut und die obengenannten,den speciellen religiösen Gemeinden gehörenden Parochialschulen in Magdeburg, ebenfallsunter Zerrenners Leitung. Im ganzen berechnet Zcrrcnner an 7000 Schüler und Zög-linge in den verschiedenen Anstalten. !
Es konnte nicht fehlen, daß dieses in damaliger Zeit durch seine Vollständigkeit undseinen innigen Zusammenhang wohl einzig dastehende Schulwesen einer großen Stadtdie Aufmerksamkeit auf sich ziehm mußte, und Zcrrcnner verstand es wohl, sein Lichtnicht unter den Scheffel zu stellen. Er schickte Berichte über die Fortschritte und Einrich- !tnngen des städtischen Schulwesens an die Leiter des preußischen Unterrichtswescns, undcs blieben die Beweise der lebhaftesten Anerkennung nicht aus, welche sein reges und !
umsichtiges Wirken in hohem Grade verdient hatte. Von seinem Könige wurde er deco- /
rirt, von der dankbaren Stadt zum Ehrenbürger ernannt, der Minister von Altensteinerkannte in mehreren Schreiben „die musterhaften Einrichtungen des MagdeburgischenSchulwesens" an; Joh. Schulze fragt: „wann werden Berlin, Cöln, Aachen, Danzig su. a. sich einer ähnlichen organischen Schuleinrichtung erfreuen können?" Nicolovius snennt das Magdeburger Schulwesen mit Recht „ein großes Denkmal seines Lebens" und