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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Zerrcnner, Karl Chr. G.

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waren, unter großem Zudrange der Studenten Vorlesungen hielt. Kurze Zeit, nachdemer die Universität verlassen, war er Hauslehrer in Gutenberg bei Halle, wurde aberschon Ostern 1802 vom Propst Rötger am Kloster unserer lieben Frau in Magdeburgzum Lehrer an dieser Anstalt berufen, in welcher er bis Mitte 1805 mit ebenso vielGeschicklichkeit als Treue und mit großem Nutzen für die Lehr- und Erziehungsanstaltarbeitete. Da wurde er, der sichdurch seine Kanzelgaben bereits vortheilhaft aus-gezeichnet" hatte, nach dem Abgänge Ribbecks, der zum Oberconsistorialrath und Propstnach Berlin berufen war, zum 2. Prediger an der heil. Geistkirche in Magdeburg ge-wählt. Als bald darauf die unglückliche westfälische Zeit für Magdeburg eintrat, wurdeder erste Geistliche Blühdorn an der heil. Geistkirche durch die französische Behörde ent-fernt und Zerrcnner, der minder unvorsichtig gewesen war, hatte eine Zeit lang die Amts-geschäfte dieser Kirche allein zu besorgen, bis er nach der französischen Zeit einen Amts-genossen erhielt, der in die 2. Stelle einrückte. Er war bei dem Publicum als Kanzel-redner außerordentlich beliebt und namentlich wurden seinem Confirmandenunterricht dieKinder aus den angesehensten und wohlhabendsten Familien Magdeburgs anvertraut,wodurch sein spärliches Einkommen nicht unerheblich gebessert wurde. Viele einzelnePredigten sind denn auch auf Verlangen seiner Zuhörer von ihm in Druck gegebenworden. Seinechristlichen Morgenandachten auf alle Tage des Jahres" erschienen noch1811 in 3 Theilen, wie fast alle seine Schriften bei Heinrichshofen in Magdeburg.Dies dauerte so lange, bis später Dennhard, bisher Jnspector am Waisenhaus in Halle,nach Scheeles Abgang in die 2. Stelle einrückte, dessen Predigten ebenfalls einen außer-ordentlichen Zulauf erhielten und Zerrcnner nicht unerheblichen Abbruch thaten. Da-neben hatte er seine Freude am Unterricht dadurch bcthätigt, daß er gemeinschaftlich mitPastor Jasper eine Vorschule für das Gymnasium einrichtete, von der er sich jedochspäter zurückzog, als sich seine anderweitigen Amtsgeschäfte mehrten. Es ist ihmspäter wohl zum Vorwurf gemacht worden, daß er sich dem Drucke der Fremdherrschaftallzu bereitwillig gefügt habe. In der That hielt er es für seine Pflicht, in seinerStellung auszuharren und für seine Gemeinde zu wirken, so weit es die trüben Ver-hältnisse gestatteten, namentlich aber auch für das Schulwesen der Stadt das Interesseder fremdländischen Behörde zu wecken, was ihm auch so weit gelang, daß seinen uneigen-nützigen Bemühungen keine Hindernisse in den Weg gelegt und schon damals die Ver-suche für eine bessere Organisation des Magdeburger Schulwesens begonnen wurden.Jedenfalls hatte Zerrcnner sich in keiner Weise compromittirt; denn alsbald, nachdemSachsen wieder unter das preußische Scepter zurückgekehrt war, wurde seinen Bestre-bungen die entschiedene Anerkennung der preußischen Behörden zu Theil, deren Aufmerk-samkeit er bereits vielfach auf sich gezogen. Er wurde zunächst als Hülfsarbeiter imKonsistorium beschäftigt und im I. 1816 zum Consistorial- und Schulrath ernannt,später auch zum Schulinspector in Magdeburg. Und hiermit beginnt die Blütezeit seinesWirkens. Zwei Männer, der damalige Oberbürgermeister Francke und Zerrcnner, ver-banden sich, das Schulwesen der Stadt Magdeburg nach außen und innen zu einemtrefflich eingerichteten, wohl in einander greifenden, die vielseitigen Bedürfnisse ins Augefassenden und befriedigenden Organismus zu gestalten. Außer den beiden Gymnasienbesaß Magdeburg vor 1819 eine einzige Bürgerschule, 6 einclassige Küsterschulen, anbenen nur die durch anderweitige Amtsverrichtungen vielfach verhinderten Küster unter-richteten, die 4 nur den besonderen Bedürfnissen der reformirten, wallonischen, französischenund katholischen Gemeinde dienenden Parochialschulen und einige Freischulen für armeKinder. Da trat nun auf Grund der Zerrcnner'schen Vorschläge, nachdem die erstenbes bekannten Matthias verworfen waren, eine vollständige Umwandlung ein. Es wurdenMs den Küsterschulen 7 einclassige Vorschulen gebildet, aus denen die Schüler infolgekiner Prüfung in die mittlere Bürgerschule übergiengen, die aus 4 Knaben- und3 Mädchenclassen bestand; ferner eine 3classige Vorschule für die Knaben, die späterbas Gymnasium oder die höhere Bürgerschule besuchen sollten; eine 5classige höhere