Zeller, Chr. H.
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„Seine Blätter werden alt,
Und doch niemals »»gestalt/
singt P. Gerhard von dem Baum an den Wasserbächcn. Das gilt auch von diesenMonatsblättern Zellers. Sie bilden, wie Palmer mit Recht sagt, eine wahre Fund-grube für biblische Pädagogik. — Ganz besonders gedankcn- und lehrreich sind seineJahresberichte über die Anstalt, die jedesmal nach dem Jahresfeste in dem Monats-blatt erschienen. Klar und wahr, einfach und doch geistvoll läßt er uns da tiefe Blickethun in die bedenklichen Schäden unserer Zeit, unseres Volkes und in die Mittel ihrerHeilung. Mit der Leuchte des Wortes leuchtet er da in die Gegenwart und Zukunft, hinein. -- Auch manches schöne gemüthvolle Lied aus Vater Zellers Munde, das zu-
j rächst die Armenkinder erfreute, ist nach und nach in den Mund des singenden Volkes
! iibergegangen. Eines davon ist ein vielgesungenes Kinderlehrlied des württembergischcnGesangbuches. 1871 erschienen „Lieder der freiwilligen Armenschullehreranstalt in Beug-gen, gesammelt von Reinhard Zeller," für Kinder-, Männer- und gemischten Chor, wounter 93 Liedern 65 von Vater Zeller herrühren.
Obwohl die nächste Wirksamkeit Zellers den armen Kindern und ihren Lehrerngalt, verlor er doch auch die höheren Bildungsanstalten seines Volkes nicht aus denI Augen. Aber auch da war sein Blick auf den innersten Kern, auf Wort und Geist
^ Gottes als Lebensgrund aller wahren Bildung gerichtet. Es handelte sich im I. 1826
in Basel um Gründung einer im christlichen Geiste wirkenden Lehranstalt für Kinderaus höheren Ständen, — ein Gedanke, der sich später in Deutschland und der Schweizda und dort in „christlichen" oder „Privatgymnasien" zu verwirklichen suchte. Professorde Wette in Basel schrieb darüber ein Gutachten, das ohne Nennung seines Namensdem Nrtheile von 3 christlichen Männern: vr. Bahnmaier, damaligem Decan in Kirch-heim (Württemberg), Karl von Raumer, damals in Nürnberg, und Zeller unterbreitetwurde. Wir haben die Erklärungen der genannten Männer, Räumers ausgenommen,vor uns. De Wette will zwar den Geist des Christenthums in einer solchen Anstalt;aber dieser ist ihm nur eben „der Geist des Lichtes und der Liebe," dann des Ernstesund der Gründlichkeit. In letzterer Beziehung geht er so weit, zu sagen: „Für eineAnstalt, wie die zu errichtende sein soll, würde ich Philologen wählen, welche ganz imAlterthum leben und dennoch über demselben stehen. Aber lieber als solche, welchedarin Stümper sind und nur erbauliche Betrachtungen zu machen wissen, würde icheinen heidnisch gesinnten tüchtigen Sprach- und Geschichtskenner wählen. Das Christen-! thum will Kraft und Leben, nicht stümperhafte Halbheit."
Zeller, der in dem Entwürfe des ihm dainals noch unbekannten Verfassers denDenker nicht verkannte, fühlte sich doch unbefriedigt durch die Unbestimmtheit mancherAusdrücke (wie Licht und Liebe) und durch eine gewiße Zurückhaltung dem pofitiv-! christlichen Elemente gegenüber. „Wissenschaftlich zu bildenden Jünglingen," sagt er^gegen, »ist die größeste Vertraulichkeit mit dem Worte Gottes in der Bibel nöthig,weil die alte und neue elastische Literatur so viel Scheinwahres, Scheingutes, Schein-schönes und Scheinheiliges enthält, das man ohne den Wahrheitsgeist, der durch diePropheten und Apostel redet, nicht entlarven und als das erkennen kann, was es — ist.Zumal, da wir so viele Jugendlehrer auf höheren und höchsten Schulen haben, dieBöses gut und Gutes bös heißen, die aus Licht Finsternis und aus Finsteriris Lichtmachen." — Die philologischen Lehrer einer solchen höheren Lehranstalt betreffend er-klärt Zeller: „Philologen, tüchtige Philologen wünsche ich der Anstalt auch, aber solche,die ganz in etwas anderem leben, als im Alterthum. Denn leben sie ganz im Alter-tum, so stehen sie nicht über demselben. Ein tüchtiger Philologe muß aber über demAlterthum stehen, sonst versteht er es nicht. Darum kann ich auch nicht anders wün-schen, als daß die Philologen in einer christlichen Anstalt in Christo leben, und Christusju ihnen; denn dieses Leben begeistert wahrhaft und erhebt über das Zeitliche, Be-sungene, Eitle und Beschränkte; dieses Leben ist das Licht der Menschen, in welchem sie
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