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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
Entstehung
Seite
642
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Zellcr, Chr. H.

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lickp ist noch das „Monatsblatt von Benggen," das er von 1829 an bis an seinEnde herausgab, zu nennen. Von diesen 33 mal 12 Blättern oder kleinen Bogen giltrecht das Wort des Psalmes: „seine Blätter verwelken nicht." Sie waren das Ver-bindungsinittcl zwischen der Anstalt und ihren allenthalben hin zerstreuten großen undkleinen Zöglingen, das Sprachrohr, durch das er nach allen Richtungen hinaus bis nachParis und Petersburg, nach Odessa, Tiflis und America hin zu den Seinigen redeteund ihnen Worte der Belehrung, Ermunterung oder Warnung zurief. Gleich das

1. Blatt des 1. Jahrgangs enthält einen Warnungsrnf, der als Beispiel seiner Art zureden dienen möge. Er gilt der damals umgehenden Dinter'schen Schullehrerbibel.„Brüder," schreibt er, „ich höre, daß die Dinter'sche Schullehrerbibel den Weg auch ineinige Eurer Hütten gefunden habe, und daß der eine und andere unter Euch Geschmackan dieser Kost finde. Also esset Ihr auch gern Ungesalzenes, FadeS? — Merket Ihrdenn nicht, was der Mann thnt? Er läßt den köstlichen, aber unrein anfgcfaß-ten Wein des göttlichen Wortes durch das Sieb laufen, streut auf den Bodensatz vonSand, Stcinchen und Hefen, der im Sieb liegen geblieben ist, einige Finger voll Zuckerund Weihrauch und spricht: Sehet, das ist alles! — Brüder! Ich halte es mit demWein, anfgefaßt in einen neuen Schlauch, und lasse den Bodensatzliebhabern ihrSieb. — Oder was haltet Ihr von einem Dudelsackpfeifer, der neben einer herrlichenVocal- und Instrumentalmusik steht und zwischen die schönsten Accorde mit seiner Sack-pfeife hineindndclt und spricht: die Musik stimmt nicht gut. — Die Zeit dieser Schul-Libeln, Kinderbibeln, Schullehrerbibcln, dieser Bibeln für Denkende, Bibeln für gebildeteStände und Bibeln für Bauersleute ist vorbei. Lasset uns den heiligen Brief deshimmlischen Vaters an seine Menschenkinder unverstümmelt, unverdreht, in seiner heili-gen, ungekünstelten Einfalt, Hoheit und Kraft mit Verlangen und Bitte nur Licht und Unter-richt nehmen, lesen, betrachten, behalten und bewahren und unser Leben darnach einrichtmund uns nicht mit Drehen und Deuteln daran versündigen, sondern Gottes Wort durchGottes Wort verstehen lernen; das ist nnserm Herzen heilsamer, als daö Lecken jenesZuckers. — — Ich höre, daß einigen unter Euch Ehre und Lob von allen Sei-ten zu strömt. Brüder! das ist sehr süß zu essen; aber hernach entsteht Bauchgrimmendaraus. Wisset Ihr, wie mir das Menschenlob vorkommt? Es kommt mir vor, wieheiteres Wetter und Sonnenschein in der Heuernte. Das muß man eilig benützen, umdas Gras zu mähen, zu trocknen und unter Dach zu bringen. Also zum Arbeitenmuß man dieses Sonncnwetter benützen, nicht zum Spazierengehen, oder sich darinzu sonnen und zu erlnstiren, denn es folgt gern ein Gewitter darnach und ein Platz-regen. Uebrigens, Brüder! sind die Menschen nicht unsere Richter re." — Das Monats-blatt enthält Rundschreiben an frühere Lehrzöglinge und Anstaltskinder, Fragen au sieund von ihnen sammt Antworten auf die letzteren, Briefauszüge, Lebensläufe aus derAnstalt, Gedanken beim Bibellesen, Lieder; da finden sich ausgeführtere Aufsätze wie„Geisterprüfung," „das Geheimnis des göttlichen Segens in Haushaltungen und An-stalten," „von der wahren Erziehung" im Jahrg. 1829, „von der christlichen Erziehung"(1836, 1846 u. 1847), „über Kleinkinderpflege" (1840 u. 1841), „über Fruchtlosigkeitim Lehramte" nach 1. Tim. 4, 12—16 (1842). Gewöhnlich liegt, wie hier, eine Schrift-stelle zu Grunde, und Vater Zeller hatte eine besondere Gabe, auf ganz einfache undoft überraschend natürliche Weise den Inhalt des göttlichen Wortes klar und wahrauseinander zu legen und seine Beziehung zum Leben des Herzens, des Hauses, derSchule, der Pädagogik, der Kirche, des gesammten Volkes und Gottesreichs darzustellen.So sind auch seine Auslegungen von größeren Schriftstellen, z. B. Apostelgesch. 19-„Paulus, der Gesandte des Herrn in Ephesus" (Jahrg. 1830 u. 1831), Apostelgesch. 16:„Gründung der ersten Christengemeinde in Europa" (1831), 2. Chron. 19: „KönigJosaphat" (1835 n. 1836), Ephes. 6, 10—20: „Das Geheimnis der Stärke" (184?)

2. Kor. 4, 1—6: „Die rechte Arbeitsmethode im evangelischen Lehramte" (1844) u. a,Meisterstücke einer klaren, lehrhaften Schriftentwicklung.

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