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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Zeller, Chr. H.

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wenige Zöglinge von Beuggen, die später nicht bei Armenschulen blieben, sondern alsSecunbär- oder als Fachlehrer auch an städtischen Schulen mit Ehren, wohl garmit Auszeichnung wirkten, beweisen mit der That, daß Volksschullehrer, wenn sie auflebendig-christlichem Grunde in den nöthigsten Fächern tüchtig gebildet sind, ihre Lchrer-und Erzieheraufgabe mindestens eben so gut, wo nicht besser und gründlicher zu lösenvermögen, als diejenigen, welche man, ohne den Grund einer tiefen Herzensbildung zulegen, mit einem sich immer weiter ausbreitenden Wissensstoffe füllen zu smüßen meinteund meint. Dieser Beweis würde ohne Zweifel noch weit wirksamer ausfallen, wenndie Anstalt Beuggen nicht eben nur Armenlehreranstalt sein wollte, so daß alleihre Zöglinge sogleich bei der Aufnahme sich zum Dienst an den Armen verpflichten undeuch in diesem Sinn erzogen und gebildet werden. Diejenigen, welche später dochandere und höhere Lehrstellen übernehmen, thun das eigentlich im Widerspruch mit ihrerursprünglichen Verpflichtung. Wir werden nun wohl berechtigt sein, zu sagen: wennschon unter solchen Umständen doch eine nicht unbedeutende Zahl von Zöglingen Beug-gms von dem soliden Grunde ihrer einfachen christlichen Vorbildung aus den Weg inhöhere Stelle finden und diese mit Ehren ausfüllen, wie viel mehr würde deren sein,wenn allen für ihre künftige Stellung in der Lehrerwelt Gewissen und Weg frei ge-lassen wäre. Je mehr sich unsere Lehrerbildungsanstalten durch den Geist der Zeitüber das Nothwcndige hinaus auf allerlei an sich immerhin wissenswürdiges treibenlassen, desto mehr ist zu besorgen, daß die rechte Triebkraft von innen nothleidc. ReicherWtterschmuck! aber die Früchte sind eben doch die Hauptsache! — Zu den Früchtenunseres edlen Baumes zählen wir aber nicht bloß das, was Zeller als Hausvater,Lehrer und Erzieher in seiner Anstalt gewirkt und durch dieselbe auch weiterhin ange-regt hat, sondern auch, was er als pädagogischer Schriftsteller geleistet. Daist vor allem sein treffliches Buch zu nennen: „Lehren der Erfahrung für christlicheLand- und Armenschullehrer," zuerst 1827 erschienen, ein Werk, das der früheren durchRousseau, Basedow, Pestalozzi eingeleitetcn Methodcnjagd gegenüber durch seine ruhigtiefe Begründung auf Gottes Wort und praktische Erfahrung gar wohlthuend anspricht.Das Buch bietet eine wohldurchdachte christliche Schulpädagogik. Da erscheint dieFurcht des Herrn auch als der pädagogischen Weisheit Anfang. Es ist ein Zeichen derstillen in dem Buche liegenden Kraft, daß es sich seit seinem Erscheinen in unsererbücherreichen Zeit und bei seinem der Zcitströmung nicht huldigenden, sondern vielfachdiametral widersprechenden Geiste doch auf dem Büchermarkt erhalten, im I. 1866 die4. Auflage erlebt hat. Den mittleren Theil, die Methodik enthaltend, hat der Verfasserselbst schon bei Bearbeitung der 2. Auflage als nicht durchaus wesentlich zurückgehalten.Die Methode unterliegt dem Wechsel der Zeit. Aber das übrige Gebäude von Unter-richt und Erziehung in der Schule ist geblieben und wahrlich nicht bloß für Armen-schulm brauchbar. Ludwig Völter sagt zur Begrüßung der 4. Auflage mit Recht: „DieLehren der Erfahrung waren es, die in einer Zeit, wo in der pädagogischen Welt Christusverachtet und fast vergessen war, zuerst die Fahne des Glaubens wieder aufpflanzten,und sie thaten es mit unerschrockenem Mannesmuth, mit solch unerschütterlicher Glaubcns-treue und zugleich mit so geist- und würdevoller Einfalt, daß alle frommen Herzen ihnenzufallen und sich um sie, wie um ein gemeinsames Bekenntnis sammeln, ja daß auch dieUnentschiedenen und Feindseligen sie achtungsvoll anerkennen mußten." Dem Lesenden>st es da, wie dem, der aus dem frischen Felsenquclle trinkt. — Kleinere SchriftenZellers, seine „Seelenlehre, gegründet auf Schrift und Erfahrung" (Calw. Verlags-verein 1846), seine „göttlichen Antworten auf menschliche Fragen" (Basel 1840), eineArt Katechismus, der sich namentlich zum häuslichen Gebrauch für Eltern und Kindersthr eignen dürfte, auch sein Schriftchen über Kleinkinderpflege, sie athmen alle den Geistdes Mannes, der ganz in Wort und Gedanken der göttlichen Wahrheit lebt und dieselbenach allen Seiten hin in Beziehung zum Leben und zu seinen Bedürfnissen setzt. Nament-PSdag. Enchklopadic. X. 41

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