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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
Entstehung
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Zeller, Chr. H.

im Anschluß daran auf cin damit zusammenhängendes Schullehrcrscminar. Tas warenlauter praktische Vorstudien für den Beruf der seiner in Bcuggen wartete.

Mit dem Namen Beuggen haben wir den Ort genannt, wo Zeller 40 Jahrelang mit Darangabc aller seiner Kräfte dem Volke zunächst in seinen Armen als Erzieherund Lehrerbildner diente. Die Stellungen in Augsburg, St. Gallen, Zofingen warendafür nur Vorstationcn gewesen. Die Entstehung der „freiwilligen Armenschullchrer-anstalt" in Beuggen hat Zeller auch, wie oben bemerkt, gleich seiner JugendgeschichteSchulkindern als Dictirübung vorgcsagt. Sic ist im Grunde eine Frucht der Heiden-mission. Der fromme Kaufmann Spittler, cin gcborner Württembcrger, dessenLiebcsgeist hauptsächlich (1816) die Missionsgesellschaft zu Basel ins Leben rufen half,hatte mit unserem Zeller das neue kleine Missionshaus besucht. Zeller war im Begriffe,von Basel wieder zu scheiden. Da kam ihm der Gedanke, und er sprach ihn gegen denFreund aus: „Welch cin Segen könnte die neu errichtete Missionsschule werden, wennsie auch mit einer Missionsschullehreranstalt verbunden würde und man in dieser nebenden Lehrern für die Heidcnwelt auch junge entschlossene Männer für unsere ärmsten undverwahrlostesten Gemeinden in der Schweiz und in Deutschland vorbereitete, die sichfreiwillig versenden ließen, wohin das Zutrauen sie ruft." Zeller reiste bald darauf ab;der Gedanke trat ihm über näherliegenden Dingen wieder zurück; aber für Spittlerssinnende Liebe war er cin lebenskräftiges Samenkorn. Im Frühjahre darauf bekam Zellereinen Brief aus Basel mit der Aufforderung, seine Gedanken über Errichtung und Ein-richtung einer Missionsschullehrcranstalt, niederzuschrcibcn und nach Basel zu senden. DerGedanke klärte sich in der Berathung mit Freunden immer mehr ab und ward endlichzum Beschluß, eine „freiwillige Armcnschullehreranstalt" zu errichten. Siesollte eike Anzahl armer, verwaister, verwahrloster Kinder aufnehmen, sie erziehen, inden nöthigsten Schulkcnntnissen, in häuslichen und Gartenarbeiten re. unterrichten undneben einer solchen Kinderschaar auch eine Anzahl freiwilliger Jünglinge zu Lehrern undErziehern armer Kinder vorbereitcn. Ein Verein von 12 christlichen Männern verbandsich, um die Sache ins Werk zu setzen. Sie fand Anklang, es kamen Beiträge, n. a. einegoldene Dose zur Verlosung, die, zweimal von den Gewinnenden wieder zurückgegeben,allein 200 Lonisd'or einbrachte. Nach längerem Suchen fand man endlich den passen-den Ort: ein Schloß des ehemaligen Deutschritterordens, am Rhein gelegen, 3 Stundenoberhalb Basel. Es hatte im Krieg als Lazareth gedient und war von daher in greu-lichem Zustande. Großherzog Ludwig von Baden gewährte endlich die Bitte um pacht-mäßige Neberlassung desselben gegen 60 fl. jährlich, eine Summe, die freilich nach einigenJahren auf 400 fl. und mit den Nebengebäuden, mit Garten und Feld auf 1260 fl.erhöht wurde. Am 1. April 1820 war Schloß Beuggen wieder in bewohnbaren Standgesetzt. Inzwischen hatte es gegolten, den rechten Mann als Hausvater und Leiter derAnstalt zu gewinnen. Dazu hatte der Basler Verein unfern Zeller ersehen. Dieserwar in Zweifel, ob er einen so crfahrungs- und übungsrcichen, auch segenversprechcndenWirkungskreis, wie er ihn in Zofingen hatte, mit seiner Frau, die neben ihrer bedeuten-den Hausmutterarbeit (5 eigene Kinder und mehrere fremde) noch das Geschäft einerLehrerin an der oberen Töchterschule in der Stadt versah, eigenmächtig verlassen dürfe.Unvermuthet aber kam von Aarau ein Rcgierungsbcfehl, der die auch von Zeller ge-förderte Hülfsbibelgesellschaft in Zofingen verbot und diesen selbst wegen seiner bedauer-lichen „Neigung zum MysticismuS" — unter polizeiliche Aufsicht stellte! Jeder Schrittgegen diesen Act der Geistestyraunci im Freistaate war vergebens. Ter bekannte undmehrfach verfolgte Prediger des Evangeliums in der römischen Kirche, Martin Boos,sprach einmal den Grundsatz aus: er verlasse ein Amt immer nur dann, wenn vonvorneher ein Ruf und von hintenher ein Stoß erfolge. Der Ruf von vorneher warfür unfern Mann da, nun war auch der Stoß erfolgt, und so war er denn nach ernsterPrüfung vor seinem Herrn entschlossen, dem Rufe nach Benggen zu folgen. Stadtrathund wohlmeinende Freunde versuchten alles, ihn zu halten: er möge doch cin so schönes