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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
Entstehung
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Zeller, Chr. H.

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Zcller, Christian Heinrich, nimmt unter den Männern, bei denen der in Pesta-lozzis Herzen brennende Gedanke helfender Liebe gegen das arme Volk und seine Jugendzündete, eine heroorragcnde Stelle ein. Tiefe seine Liebe war geklärt durch die LiebeChristi, geläutert durch das tief erkannte und treu befolgte Wort Gottes, geleitet voneinem gesunden, klaren Blick und gefördert von einem praktischen Verstände, der ihn be-fähigte, ausznführen, was unter den unpraktischen Händen des Meisters von Jffertenmislang. In Zellers langjähriger Erzieherthätigkeit hat sich die Kraft des Wortes be-zeugt (Matth. 20, 26): „So jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener."Ein Mann von Zellers Geist und Gaben hätte — was man sagt — eine schöne Carrivrein der Welt machen können; er hat eS nicht über den Armcnschnlmeister hinansgcbracht.Aber in dieser dcmüthigen und zugleich wahrhaft männlichen Selbstbeschränkung hat erweit mehr zum Besten seines Volkes gewirkt als gar mancher andere in glänzender Lauf-bahn. Doch greifen wir der Geschichte seines Lebens nicht vor.

Zeller ist geboren am 29. März 1779 auf der alten Ritterburg Hohcn-Entringcnin Württemberg, zwei Stunden von Tübingen. Sein Vater war Christian David Zcller,ein ehrbarer Rechtsgelehrter, der den Titel Hofrath führte. Seine Mutter war die Tochtereines Pfarrers Schneck in Waldenbuch, dessen Witwe später den Pfarrer Müller inFcllbach, unweit Cannstatt, heirathcte. Der Vater kaufte das genannte Schloß mit seinenGütern, um da Landwirthschaft zu treiben. Er scheint ein rechtschaffener, gutmütigerMann gewesen zu sein, die Mutter eine sehr brave, verständige und praktische Hausfrau;der Ton im Hause freundlich und gemächlich; doch war, wie es scheint, das christlicheElement in der Familie nicht sonderlich betont. Der Vater war ein Zögling des be-kannten Pfarrers Flattich, derselbe, über den dieser einmal ausrief: „Gottlob, der ChristianDavid bubelet wieder!" als das junge Herrlcin sich auf der Schlittenbahn den anderenKindern bcigescllte. Fast möchte man glauben, daß unser Heinrich durch den Vateretwas von Flattichs Geist als Erbe überkommen habe. Manches in Sinn und ArtZellers erinnert an diesen seinen pädagogischen Großvater.

Es ist bezeichnend für unfern Zeller, daß er sich trotz aller späteren Bitten derScinigcn nie dazu entschließen konnte, sein Leben zu beschreiben oder auch nur die wich-tigsten Erlebnisse für den engeren Kreis seiner Freunde und Kinder aufznzeichnen. Nursoweit sein Beruf als Lehrer armer Kinder in Benggen es ihm nahe legte, öffnete er-den streng geschlossenen Mund. Um diesen Kindern die Dictirübungcn zugleich für Herzund Gcmüth lehrreich und lieblich zu machen, schrieb und dictirte er ihnen einst seineJugendgeschichte. Sie konnte dann später aus dem Dictirheft eines seiner früheren Schülererhoben werden, wie sic im Monatsblatt von Benggen (1864,1865 u. 1866) von seinemSohn und Nachfolger stückweise mitgcthcilt ist. Ans gleiche Weise wurde ihm auch die„Geschichte von der Entstehung und Einrichtung der freiwilligen Armenschullehrcrbildungs-anstalt in Benggen," wie sie seine älteste Tochter als seine Schülerin aus dem Mundedes Vaters (1827) nachgcschrieben hatte, abgelauscht (Monatsbl. 1866 von Nr. 10 anund Völter, Süddeutscher Schulbote 1864, S. 161 w.). Wir heben aus dieser einfachenErzählung einiges wesentliche heraus, das einen Blick in das Werden des Mannes er-öffnen niag. — Die Eltern ZellcrS wohnten auf der schön gelegenen väterlichen Burgin stiller Ländlichkeit, im Schoße einer lieblichen Natur, ivaS denn auch den Kinderntrefflich zu statten kam. Das älteste war Karl August (gcb. 15. Aug. 1774), der nach-malige preußische Obcrschnlrath; unter 4 Schwestern und einem jüngern Bruder standunser Heinrich ziemlich mitten inne. Es war ein lieblicher, fröhlicher Kindcrkrcis, voneiner treuen Mutter überwacht, vom Vater nötigenfalls auch mit der Ruthe in Zuchtgehalten, durch einige befreundete Familien in der Nähe und auch nicht selten durch Be-suche ans der Ferne mit der übrigen Welt in Verbindung erhalten. Vom Ernste derväterlichen Zucht bekam der Kleine einst einen Beweis, als er sich erkühnt hatte, dengleich alten Knaben eines auf eine Zeitlang im Schlosse eingemicthetcn Grafen für seinenMuthwillen mit einer Ohrfeige zu bedienen. Feuer im Dach. Der kleine Frevler an

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