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Zeller, K. A.
an,^) die ihm in zahlreichen, wahrhaft mütterlichen Rathschlägen einen Schah echter Weis-heit bot, auch ihm, damit er sich neben seinem Zögling, Baron von Palm, um so eher
produciren könnte, das Diplom eines Raths ertheilte. Im August 1805 sehen wir
Zeller als Prediger und Gymnasiallehrer in St. Gallen, im I. 1806 gab er in Zürichdrei Schullehrercurse und schrieb dazu seine in vier Auflagen erschienene „Schulmeister-schule," eine praktisch anschauliche Didaktik und Methodik. Im I. 1807 ging er, mitUrlaub von Zürich, zu längerem Aufenthalte nach Jfferten zu Pestalozzi, um bei ihmzu lernen und zu lehren, und wie begeistert er für die Lehre seines Meisters war, mögenwir aus einem von Jfferten datirten Briefe entnehmen, in welchem er schreibt: „DieMethode hat eine Höhe erreicht, wovon man auswärts nicht die mindeste Ahnung hat.
Einige Fächer, die Zahlen- und Formenlehre können als vollendet betrachtet werden und
ihr Einfluß auf Kopf, Herz und Kunst ist unglaublich." Im folgenden Jahre leiteteer einen Lehrcurs für bernische Schullehrer in Hofwyl, wo ihm der König Friedrich vonWürttemberg bei der Prüfung mit Beifall zuhörte (Juli 1808). Im I. 1809 gierig er,von dem genannten Fürsten berufen, als Schulinspector nach Heilbronn, wo er einenpestalozzischcn Unterrichtscurs für Geistliche und Lehrer (42 an der Zahl) hielt. Durchdiesen Curs ist Zeller namentlich in Württemberg der Begründer des Gesangunterrichtsnach der Zahlenmethode geworden, für welchen er auch eine Anweisung verfaßte. Nochin demselben Jahr erhielt er einen Ruf als Vorsteher des Waisenhauses in Königsberg,mit dem Titel eines Regierungsraths und mit dem Auftrag, dasselbe in eine Normal-(Seminar)anstalt umzuwandeln. Das blutende Preußen bestrebte sich, alle geistigenKräfte zur Heilung aufzurufen. Hof und Minister befanden sich damals in Königsberg.Zeller stand in naher Verbindung mit Männern, wie W. v. Humboldt, Graf Dohim,Scharnhorst, v. Schön u. a., er hielt vor einer großen Anzahl (70) von OfficierenVorträge, welche die „pcstalozzische Methode und ihre Anwendung auf militärische Bil-dung" besprachen, sowie Vorträge für einen Kreis hoher Frauen, unter denen sich auchdie Prinzessin Luise von Preußen befand, von deren dankbarer Aufnahme auch nochfreundliche Schreiben aus späten Tagen zeugen. Im I. 1810 zum Obcrschulrath und
*) Diese unvergeßliche Fürstin, welche als Vormünderin ihres Sohnes, wie sie sagt, ihrkleines Staatsschifs durch die Wogen der napoleonschen Zeit glücklich hindurchleitete und demImperator selbst Achtung einflößte, gab sich mit ganzem Herzen der Hebung des Schulwesens hin.(In Detmold standen die ersten Kleinkinderschnlen unter ihrer persönlichen Leitung.) Wenn wirhier einen ihrer Briefe air Zeller zum Abdruck bringen, in dem sie ihm abrieth, von Württemberg weg-zugehen, so glauben wir hiemit ein besonderes Kleinod, das dem Herzen einer deutschen Fürstin intrüben Tagen entsprungen ist, nicderzulegen, das zugleich Zeugnis giebt, mit wie feinen. Psycho-logischem Blick die Fürstin Zellers Wesen anffaßte. Sie schreibt: „Sie dürfen nicht anfgebm,was Sie mit solchem Enthusiasmus begonnen! Beginnt eS auch kleiner, geht es auch langsamer,Sie mäßen das Ziel erreichen! Wie lange ruht der Kern in der Erde, ehe das Bäumchen keimt!Wie viele Stürme drohen cs zu zerknicken, ehe es Früchte trägt! Aber der Höchste segnet, derGärtner pflanzt, begießt, stützt und pfropft und wenn die süße labende Frucht gereift ist, wirdsie Nahrung und Freude der kommenden Geschlechter. Wenn der Stumpfsinn, die Unwissenheit,das alberne Verlangen, daß das Alte bleibe, daö sich überlebt hat, Sie in Ihren, Laufe aufhalte,,,wenn Sie hundert Häupter der Hydra abgehauen haben und, weil ei» zweites Hundert wiederzu wachsen beginnt, zu ermüden im Begriffe waren, so werden Sie das Gefühl haben, nurwas schwer und mühsam war, lohne mit schönen Früchten. Wenn Sie nicht bloß mit Feuer-eifer aufregen, sondern auch, wie der hehre Zweck es fordert, warten, harren, sogar auch zurück-schreiten können, um desto sicherer wieder vorwärts zu gehen — und Sie vermögen das, sosehr es mit Ihrer Naturanlage streitet, — dann hörten und erfüllten Sie die Wünsche Ihmfernen Mutter au Teutoburgs Höhen! Gott mit Ihnen; weichen Sie nie von dem, was Sieals Recht erkannt; denken Sie nie au Erdenruhm, wo es die Ewigkeit gilt. Zerreißen Sienicht das Band, das Sie knüpft, auch wenn es Ihnen Kette scheint. Sehen Sie kindlich vertrauendempor und Sie werden den himmlischen Vater finden." tVgl. d. Art. Lippe-Detmold Bd. ES. 422. D. Red.