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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Zeitgeist.

Zeller, K. A.

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Pimct nur bestimmen kann, wenn man die vorhcrgegangcncn Entwicklungsstufen kennt;daher sollten diejenigen, die von Geschichte nichts wissen, sich beschcidentlich de? Mi-ndens enthalten, wenn vom Zeitgeist die Rede ist; die lunäutoros komporis nett sindmeist Ignoranten im Fach der Geschichte und messen die Gegenwart nur an ihren längstverblichenen, aber desto mehr von der Phantasie geschmückten Jugenderinnerungen. Wieaber von dem gegebenen Punct die Entwicklung weiter gehe, das könnte uns nur einwirklicher Prophet sageu, denn die sich dafür halten, sagen stets Dinge voraus, die nichtkintresfen; die h. Schrift giebt uns nur für den Endpunct Andeutungen; welche Stadienaber bis dahin noch zu durchlaufen seien, was also etwa im I. 1900 und wieder vonjetzt an in 100 Jahren für ein Zeitgeist am Ruder seiir werde — das unterlassen wirimsern Schülern zu sagen, weil wir es selbst nicht wissen. Palmer.

Zellcr, Karl August. Im Herbst 1794 erhielten in Tübingen drei junge Männer,die an der Spitze einer Jahresabthcilung von Theologen standen, die akademische Ma-gisterwürde. Alle drei waren von großer Bedeutung theils für das engere, theils fürdas weitere Vaterland.

Der erste, Jonathan Bahnmaier (geb. 12. Juli 1774, gestorben den 20. Aug.1811), hat in verschiedenen Berufsstellen, als Diakonus, als Professor der praktischenTheologie, als Decan allenthalben für das Schulwesen mit regem und nachhaltigemEifer gearbeitet, er hat seine schöne poetische Gabe für die Kinderwelt verwerthet undals Professor in Tübingen in seinen Zuhörern lebendige Theilnahme für die Jugend-erziehung mit noch bis heute nicht erloschener Nachwirkung erweckt. Der dritte inder Abtheilung, Gottlieb Denzel (geb. 29. Dec. 1773, gest. 13. Aug. 1838), seit1811 der Vorsteher, der erste, des Seminars in Eßlingen, des ersten in Württemberg,hat unter uns, er hat als zeitweiliger Vorstand der Schullehrerbildungsanstalt in Idsteinsich in weiteren Kreisen durch Lehre und Schrift als einer der bedeutendsten PädagogendeS Vaterlands beurkundet. Welch' einen regen Wetteifer, welch' eine Hingabe an dieueuerwachte pädagogische Disciplin setzt das voraus, daß in einer theologischen Jahres-abtheilung drei reichbegabte Jünglinge fast mit Ablehnung ihres theologischen Zieles sichderselben zuwendeten! Denn auch der zwischen den Obigen Eingereihte, dessen Leben wiraus persönlicher Bekanntschaft und im Besitz seines schriftlichen Nachlasses hier darzu-stcllen haben, fand in der Schule das Feld seiner Wirksamkeit, und zwar in einemUmfang, wie er Schulmännern äußerst selten beschieden ist, Karl August Zeller, geb.den 15. August 1774 in Hohenentringen, einem Gute des Vaters, des württembergischcnHosraths, eines Zöglings von Flattich. Einer Pfarr- und Prälatenfamilie Württembergsemsprossen, durchlief er mit reichen Anlagen ausgestattet und mit äußerst lebhaftem Tem-peramente begabt die vaterländischen Klosterschulen Denkendorf und Maulbronn und ver-teidigte gemäß dem in Tübingen üblichen Studicnlauf unter Storrs Vorsitz im I. 1797sine Dissertation: äo urZminsnto u vuticiniis. Nach Streben und Wissenschaft war erki» ausgezeichneter Zögling der württembergischen theologischen Anstalten. Langher warck Brauch, daß von Württemberg aus für evangelische Colonien in katholischen LändernEcijtliche abgegeben wurden, so nach Venedig (noch im I. 1842 war ein Sohn ZellerS,Paul, evangelischer Prediger in Bergamo), so nach Brünn. Der dortige GemeindevorstandAndreä (der nachherige Publicist) und der Prediger Riecke (Vater des nachherigenseminardircctors in Eßlingen, Mitarbeiters am gegenwärtigen Werke) beriefen Zeller(1798) nach Brünn als Hülfsprediger und Lehrer. Mit einem ehrenvollen, hochaner-lmnenden Zeugnis über seine Thätigkcit schied er von da (1803), begab sich nach Bürg-est zu Pestalozzi und übernahm später die Leitung der Reise eines Edelmannes, mit

er (1804—5) Dresden in längerem Aufenthalt, Berlin, Kopenhagen besuchte, anallen Orten die bedeutendsten Pädagogen Campe, Salzmann, Zerrenner u. a. aufsuchcnd.In Detmold knüpfte Zeller eine dauernde Verbindung mit der Fürstin Pauline von Lippe