Zeichnen.
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sür einen sichern Ncberblick, so wird sie zuerst durch beiderseitiges Wegnehmcn gleicherStücke auf ein faßliches Maß verringert. Begrenzte Kreisbögen werden auf ihre Hal-birung ebenso behandelt wie geradlinige Strecken.
4) Hebungen mit dem Rechtwinkel des Schiebdreiecks ergeben sich auömanchen Lehrsätzen der Elemcutargeomctric, unter denen der Satz von den drei in einemPuncte sich schneidenden Höhen eines Dreiecks und der vom Pcriphcriewinkel des Halb-kreises voranstehcn. Letzterer Satz wird in der Form verwendet, daß der Zeichner durcheinen Punct L, eine Anzahl gerader Linien zieht, aus einem zweiten Puncte L Lotheauf sie fällt und schließlich Prüft, ob ein dem Durchmesser entsprechender Kreissäunntlichc Fußpuucte aufnimmt.
Wenn nun die bisher ausgezählten Hebungen in Führung der wichtigsten Zcichen-apparate abgemacht sind, beginnt ein zweiter Theil des Unterrichts, für den Schülerschwieriger als der erste. Es gilt jetzt, stetige Kurven zeichnen zu lernen, welchekeine Kreise sind, aber einem geometrischen Erzeugungsgcsetz folgen. Da durch Construc-tionen ans Grund des betreffenden Gesetzes immer nur eine Reihe vereinzelter Puncteober Tangenten einer solchen Curve erlangt werden kann, so bleibt die Herstellungeiner lückenlosen Peripherie dem Zuge aus freier Hand überlassen. Mit diesemvervollständigenden Zuge werden selbst solche Schüler, welche schon eine erkleckliche Fertig-keit im Freihandzeichnen erworben haben, anfangs nicht sogleich zurechtkommen; demAuge muß erst ein sicheres Gefühl für gesetzmäßige Stetigkeit einer krummen Linie einge-bildet werden, eine gesteigerte Empfindlichkeit für Abweichungen vom Gesetz. Fehler imZug der Linie lassen sich allerdings, gerade wegen der Unerbittlichkeit des geometrischenGesetzes, leichter warnehmen als beim Freihandzeichnen nach einer Vorlage; aber schwerwird cs dem Anfänger, den erkannten Fehler richtig zu verbessern. Ehe man Rein-zeichnungcn auf dem Reißbrett ausführen läßt, muß zuvor eine ziemliche Anzahl vonBeispielen im Entwurfheft (vgl. S. 607) gezeichnet worden sein; auch ist es gut, denSchülern genau gezeichnete stetige Curven vorzuzeigeu, sie aufmerksam zu machen auf dieUnterschiede zwischen einer solchen Curve und einer aus berührend verbundenen Kreis-bögen gebildeten nachahmendcu Gestalt, z. B. auf das Unschöne einer sogenannten„Linsenliuie" (deren Hälfte an Bauten der Spätrenaissance öfters eine halbe Ellipsevertreten soll), gegenüber einer wirklichen Ellipse. Mit dem Gefühl für gesetzliche Stetig-keit wächst zugleich das Verständnis für die Schönheit krummliniger Formen. Auchwo der Schüler ein Gesetz noch nicht kennt, soll er bei einer ihm vorgelegten Curveim Staude sein, zu beurtheilen, ob sie überhaupt gesetzmäßig entstanden sein könne oderwillkürlich erfunden sein werde, und im letzteren Fall, ob die Hand des Zeichners vonrichtigem Sinn für innere Harmonie (einem unbewußten Gesetz) geleitet worden sei odernicht. Der Lehrer mag an der Schultafel aus freier Hand eine Curve mit absichtlichenVerstößen gegen stetigen Verlauf zeichnen und von Schülern die Stellen aufzeigen lassen,wo solche Verstöße sich verrathen.
Für das Zeichnen von Curven kommen weichere Bleistifte in Anwendung als fürdas Ziehen gerader Linien, und sie werden selbstverständlich konisch gespitzt (nicht meisel-artig geschärft, wie für Gerade). Mit Tusch ausgezogcn darf eine Curve erst dannwerden, wenn ihre Bleistiftzeichnung in allen Theilcn berichtigt und fcstgestcllt ist. DasAusziehen geschieht entweder frei mit kleinen Stahlfedern, oder unter Benützung vonSchablonen mit der Reißfeder. Beides muß besonders gelernt und geübt werden; dasfreie Ausziehen ist das bei weitem schwierigere, aber auch die richtige Anwendung derSchablonen (Curvenlineale, Schwunghörner) versteht sich keineswegs von selbst. DerAnfänger ist in Versuchung, einem Bogen des angelegten Kurvenlineals zu weit nachzu-gehcn, wenn er nicht gar meint, man könne dasselbe schon zur ersten Verbindung mehrerereinzeln construirter Pcripheriepuncte benützen und somit die Bleistiftzeichnung umgehen.Das Aufsuchen des Linealbogcns, welcher sich der bereinigten Bleistiftzeichnung da oderdort auf eine mäßige Strecke am besten anschmiegt, der rechtzeitige Wechsel des Bogens