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Zeichnen.
führen, daß ihre Schraube nach anßen (vom Lineal abgewcndet) steht. Sie wird mitTusch entweder mittels eines Pinsels oder einfach durch schiefes Eintauchen gefüllt, sollaber, wenn nicht ausnahmsweise sehr starke (breite) Linien zu ziehen sind, nicht zuvielTusch auf einmal ausnehmen, denn dieser trocknet an der Spitze bald ein, wodurch dasAusfließen des Restes unterbrochen wird. Versagt eine noch nicht geleerte Feder dmDienst, so muß sie ausgesucht und neu gefüllt werden. Beim Abbrechcn der Arbeit istjedenfalls die Feder sorgfältig zu reinigen, was auch dann leicht geschehen kann, wennsie kein Charnier hat; der Schüler soll immer ein Stück Druckpapier bei sich führen,welches für diese Reinigung, für das vorhin erwähnte gelegentliche Ausputzcn der Federund für das äußerliche Abwäschen ihrer Backen nach dem Füllen benützt wird.*) Auchdie Zirkel (und vor allem ihre Stohltheile) sind stets nach dem Gebrauch mit einemzum Reißzeug zu legenden Stück weichen Leders abznreibcn, besonders wenn die Handdes Schülers zum Schweiß geneigt ist.**) — 5) So lange die Aufgaben sich nur mitgeraden Linien und Kreisen beschäftigen, dürfen die Bleistifte (sowohl der Handbleistiftals der für das Bleirohr des Stückzirkels) nicht zu weich sein, freilich auch nicht sohart, daß sie in das Papier einschneiden. Statt konischer Spitzen giebt man ihnen bessermeiselförmige, an den Ecken abgerundete Schneiden, und in diesem Falle sind alsHandstifte die sogenannten Polygonalstifte (deren Hülse ein regelmäßiges Sechseck zumQuerschnitt hat) denen mit cylindrischer Hülse vorzuziehen, weil dabei, indem man dieSchneide parallel mit einer Seitenfläche der prismatischen Hülse schabt, das richtige Er-greifen des Stifts bequemer wird. — 6) Zur Beseitigung von Bleistiftlinicn sollen dieSchüler stets Kautschuk (Eummi stnstieum) anwenden, nicht Radirgummi. Unterden im Handel verkommenden Sorten des letzteren sind manche so schlecht, daß ihr Ge-brauch sich von selbst verbietet, sofern sie nach einiger Abnützung das Blatt entwederbeschmutzen oder mit einer Art von Sand überstreuen; aber auch gute Sorten taugennicht, weil sie das Papier zu sehr angreifcn. ***) Radirgummi findet seine passendeVerwendung nur da, wo mit Tusch ausgezogenc Linien entfernt werden sollen, und selbsthier hat er nicht radical zu arbeiten, sondern die Tilgung der letzten Spuren dem Kaut-schuk zu überlassen, gerade so wie es früher unter Anwendung des Radirmessers Brauchwar. Das Radirmesser wird durch Radirgummi in den allermeisten Fällen mit Vortheilersetzt, kann indes noch manchmal neben jenem dienen an Stellen, deren Nachbarschaftbesondere Schonung erheischt. Alle Correctnren müßen vor Abnahme des Papiers vomReißbrett ausgeführt werden. Ist eine ganze Figur zu entfernen, so kann sie, wenn dieansgczogenen Linien nicht schon zu alt sind, mit einem in reines Wasser getauchtenSchwamm weggewaschen werden; auch hier sind die letzten schwachen Reste, nach-dem das Papier vollkommen trocken geworden ist, durch Kautschuk anszureiben. —7) Die in den Händen der Schüler befindlichen Stücke Tusch und Carmin sieht mausehr häufig um die Reibfläche herum von äußerlichen, oft auch ziemlich tief gehendenSprüngen und Rissen durchsetzt. Dies ist ein Zeichen, daß die Schüler nicht angehaltcnworden sind, das Stück nach jedesmaligem Anreiben sogleich mit Druckpapier abzu-trocknen. Die Risse entstehen, wenn der Schüler das Stück naß weglegt, werdennach jeder Wiederholung dieser Unachtsamkeit größer und zahlreicher und führen zuletztein Abbröckeln herbei, welches schon in seinem ersten Beginn nachtheilig wird, weil indie angcriebene Flüßigkeit kleine Körnchen kommen, deren Anwesenheit in der Reißfederdas Ausfließen hindert. Ein Tuschstück, welches angefangen hat rissig zu werden, läßt
*) Niemals darf ein Schüler, wenn er seine Reißfeder außerhalb des constructiven Zeichen-unterrichts, etwa zum Einträgen von Figuren in sein Gcometrichcft, verwenden will, sie nntTinte füllen.
") Die besten Reißzeuge werden gefertigt in Aarau, Nürnberg, Pfronten (im bayerischenAlgäu).
***) Beim Freihandzeichnen trifft man die Führung von Radirgummi gleichfalls als weit-verbreitete Schülernnart, die nicht geduldet werden sollte.