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Zeichnen.
Arbeit des Aufspannens sich zu oft wiederholen; zu große Bretter sind unbequem, nehmenzu viel Platz weg und verzögern das Abschneideu, was aus Reiulichkeitsrücksichten undnoch anderen Gründen nicht wünschenswcrth ist.) Die nach dem Abschneiden noch amBrett klebenden Papierstreifen mäßen unter Bcihülfe eines genetzten Schwamms sammtdem eingetrocknetcn Klebmittel beseitigt sein, bevor ein neuer Bogen aufgespannt wird. —2) Die Reißschiene braucht nur einen festen Kopf zu haben; der zuweilen noch ver-kommende zweite Kopf, drehbar und durch Schraube stellbar zum Ziehen schiefer Pa-rallelen, ist unnöthig. Der Anschlag des Schienenkopfs geschieht immer nur am linkenRande des Reißbretts, welcher deshalb vollkommen eben gehobelt sein muß. (Daswechselnde Anschlägen an verschiedenen Seiten, wenn mittels der Schiene parallele oderaufeinander senkrechte Linien gezogen werden sollen, verbietet sich, weil auch ein ausgutem, trockenem Holze gefertigtes Reißbrett den Einflüssen der Witterung einigermaßenzugänglich bleibt und deshalb eine in aller Strenge rechtwinkelige Gestalt nicht auf dieLänge behält.) Die auf ihren Rücken gelegte Schiene kann zugleich als Lineal zur Ver-bindung weit auseinander liegender Puncte dienen, während zum Ziehen kürzerer Streckenin der Regel die Seite eines SchiebdreicckS benützt wird; will aber daneben ein Schülersich noch ein Lineal zulegen, so darf dasselbe keine abgeschrägte Kante haben. — 3) Dierechtwinkeligen Schicbdreiecke, deren jeder Schüler zwei haben muß, werden gewöhnlichin solcher Form verkauft, daß das eine gleichschenkelig ist, das andere Winkel von 60° und30° hat. Auf die Größe der spitzen Winkel kommt wenig an, wenn nur der rechteWinkel genau ist. Die Seiten dürfen nicht zu kurz sein; behält man jene üblichenFormen vor Augen, so sollte keine der Hypotenusen unter 40°"> betragen. Die Ver-wendung der Dreiecke zum Ziehen von Parallelen bedarf keiner Bemerkung, wohl aberdie Benützung ihrer rechten Winkel. Wenn Anfänger nicht sorgfältig vom Lehrer über-wacht werden, nehmen sie leicht die üble Gewohnheit an, das Dreieck unmittelbar dortanlcgen zu wollen, wo mit seiner Hülfe ein rechter Winkel gezeichnet werden soll, obgleichsie selbst wahrnehmen könnten, wie bald das rechtwinkelige Eck des Dreiecks sich ab-rundet. Diese Gewohnheit, wenn ein unachtsamer Lehrer sie einmal hat einwurzeln lassen,kann von einem Nachfolger am gründlichsten dadurch beseitigt werden, daß er jenes Eckan jedem Dreieck durch einen Mcsscrschnitt wegnimmt. (Für einen mit der Sache nicht ver-trauten Lehrer ist nemlich anzuführen, daß ein Loth zu einer Geraden durch einen ansoder außerhalb derselben gegebenen Punct nur unter Verschiebung des Dreiecks zuzeichnen ist; man legt die eine Kathete genau an die gegebene Gerade, ein Lineal an dieHypotenuse, und schiebt am sestgchaltenen Lineal das Dreieck so weit fort, bis die andereKathete durch den gegebenen Punct geht, wobei als Lineal eine Seite des zweitenDreiecks gelten kann.) Damit aber die Dreiecke mit Vertrauen gebraucht werden können,muß vor ihrer ersten Benützung die Genauigkeit der rechten Winkel geprüft werden, nnddiese Prüfung ist, da mit der Zeit eine, wenn auch geringe Formänderung des Holz-dreiecks*) eintrcten kann, periodisch zu wiederholen; einen irgend bemerkbaren Fehler mußman von einem zuverläßigen Schreiner durch Bestoßen corrigiren lassen. Die Prüfungist mit jeder der beiden Flächen eines Dreiecks besonders anzustcllen. Von den zuweilenempfohlenen Prüfungsmethoden ist das unmittelbare Einlegen des Winkels in einenHalbkreis völlig unpraktisch; eher könnte man den Holzwinkel unter Verschiebung miteinem in den Halbkreis (bei großen: Radius) eingezeichneten Winkel vergleichen; willman indes die Vergleichung an einen: geometrisch construirtcn rechten Winkel vornehmen,so thut man besser, diesen Winkel auf andere Art als mittels des Halbkreises zu cou-struiren. Die einfachste und verläßigste Probe aber ist folgende. Man zieht ans demReißbrett eine Gerade und nimmt, in ziemlicher Entfernung von ihr einen Punct au,
*) Metalldreiccke waren vorzuziehen, wenn sie nicht, in gehöriger Größe hergestellt, zuschwer, also für die Handhabung unbequem ansfielen; auch ist der Preis ein weit höherer. VonHolzdreiecken ist den aus Leisten sorgfältig zusammcngeleimten der Vorzug zu geben vor denaus dem Ganzen geschnittenen.