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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Zeichnen.

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zu crtheilen, wobei er die andcutcnden Zeichnungen nur aus freier Hand beigiebt. (Voll-ständige Ausführung der Tafelzcichnung mit Lineal und Zirkel wäre ein Raub an derZeit der Schüler.) Die am gewandteste» arbeitenden Schüler, welche der Classe vorans-eilcn, können zwischenhinein mit Nebenaufgabcn beschäftigt werden; den langsamsten istaufzuerlegen, eine nicht rechtzeitig fertig gewordene Zeichnung außerhalb der Unterrichts-stunden zu vollenden. Auch die Art, wie an der Reinzeichnung die verschiedenen Linienbeim Ausziehen behandelt werden sollen (ob schwarz oder roth, schwach oder kräftiger,voll gezogen oder unterbrochen rc.), hat der Lehrer mündlich vorzuschrciben. Es istnemlich höchst zweckmäßig, für untergeordnete Hülfslinien Farbe (rothen Carmin) anzu-wendcn und auch sonst die Bestandtheile der fertigen Figur augenfällig zu unterscheiden,so daß ein Blick auf die Figur sofort erkennen läßt, wie die einzelnen Linien nach ihrerBeziehung zum Ganzen sich abstufen, oder welche von ihnen wegen völlig gleicher Bedeu-tung zu einer Gruppe zusammengehörcn, wobei dann in den meisten Fällen die Ent-stehung der Figur sich von selbst erklärt. Mittel zur Unterscheidung sind genugsam ver-banden; Linien, welche nicht voll ausgezogen werden sollen, kann man in verschiedenerWeisestricheln" d. h. als eine gleichmäßige Reihe entweder ganz kurzer oder etwaslängerer Streckchcn mit zwischenliegcnden sehr kleinen Lücken geben; oder man kann beietwas größeren Lücken in jede einen Punct setzen oder zwei Puncte, während durch diegewählte Länge der Streckchen wieder Verschiedenheiten zu erreichen sind. Selbstver-ständlich ist, daß in der Bleistiftzeichnung alle Linien ununterbrochen gezogen werden;erst wenn mit dieser ein Theil der Schüler fertig ist, giebt der Lehrer seine Anweisungenfür das Ausziehen; ein- für allemal aber hat er den Schülern einznprägen, daß, wennzwei zu strichelnde Linien sich schneiden, auf den Schnittpunct nie eine Lücke der einenoder der andern treffen darf.

Alle Reinzeichnungen sind auf dem Reißbrett zu entwerfen und auszuarbciten.Doch soll jedesmal ein vorbereitender Entwurf vorausgehen, zu welchem Zwecke dieSchüler Foliohcftc zu halten haben. Die vorläufige Zeichnung im Heft wird nichtmit Tusch ausgezogen; absolute Genauigkeit kann man von ihr, bei der unsichcrn Ar-beitsfläche, noch nicht verlangen; sie soll nur den Schüler mit dem jeweiligen Con-structionsvcrfahren vertraut machen und ihm Gelegenheit geben, die daraus folgendeFigur aus ihre größere oder geringere Deutlichkeit bcurtheilen zu können, damit er, fallsder erste Versuch eine in manchen Theilcn zu gedrängte oder sonst unschöne Figurergeben hat, beim Uebergang auf das Reißbrett die gegebenen Elemente in schicklicherenLagen oder Dimensionen annimmt. (Andeutungen über passende Lagen wird allerdingsschon der Lehrer voranschickcn; sie werden aber weniger helfen als der eigene Versuchdes Schülers, welchem überdies das zweimalige Entwerfen derselben Figur noch inanderer Art von Nutzen ist.) Auf dem Reißbrett muß das Zeichenpapicr ordnungsmäßigaufgespannt, nickt etwa bloß an den Ecken mit Heftnägeln befestigt sein; Heftnägellassen erstlich niemals eine völlig ebene und hinreichend feste Arbeitsfläche erzielen, undzweitens werden ihre Köpfe häufig hinderlich beim Gebrauch der Reißschiene oder derZchiebdreiecke. Daher ist das erste, was die Schüler zu lernen haben, ein richtigesAufspannen.

Von den nachfolgenden Bemerkungen über Zeichnungsreqnisiten und derenGebrauch könnte ein Leser, der nicht selbst Zeichner ist, manche kleinlich finden; einPraktischer Zeichner wird ihre Berechtigung jedenfalls anerkennen, während ihm dagegenandere entbehrlich scheinen dürften, weil er sie für selbstverständlich nimmt. Wer aberz. B. als Lehrer der dcscriptiven Geometrie Schüler aus verschiedenen Vorbereitungsschulenerhält, weiß, daß keineswegs für alle betreffenden Lehrer solcher Schulen dergleichenBemerkungen überflüssig sind. l) Das Reißbrett soll von handlicher Größe sein(etwa 70 auf 50°^); der aufgcspannte Bogen ist zunächst so einzutheilen, daß er, nachvollendeter Construction abgeschnittcn, zwei der in der Mappe aufzubewahrcndcn Zeich-nungsblätter liefert. (Bei kleinerem Brett, mit Raum für nur ein Blatt, würde die