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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Zeichnen.

Drnamcntistik dient das große englische Werk von Owen Jones:Mis Urammsr okOruumsnt" (London, 1856). Für das Zeichnen der nackten menschlichen Figursind die vorzüglichsten, wahrhaft elastischen Vorlagen leider im Handel gänzlich ver-griffen, nemlich die von Giovanni Volpato nach antiken Statuen gezeichneten und vonRaffael Morghen gestochenen 35 Blätter unter dem Titel:Uriiwstst äs) äissZuw"(Rom, 1786); manche späteren Sammlungen haben aus diesen Blätter» copirt, dochohne die Vorbilder zu erreichen. *) In neuester Zeit sind höchst empfehlenswerthe, nachder Antike gezeichnete Kopfvorlagen von V. Baur erschienen (Lithographien, bei Bruck-mann in München). Dem Zeichnen costümirter Halbfiguren und Köpfe habendie Franzosen (vor allen Julien) die meisten Vorlagen geliefert, zum Theil sehr schönund anziehend, zum Theil manierirt, sogar affectirt. Bezüglich der nach dem Leben ge-zeichneten Köpfe sind die Franzosen übertroffen von dem Deutschen Joseph Kriehuber(Wien). Schwer mehr zu haben ist eine ältere Sammlung von C. Zimmer mann,enthaltend vortrefflich gezeichnete und lithographirte Köpfe aus Meisterwerken von Raffaelund einigen andern Malern; viele dieser Köpfe sind (unzureichend) copirt in den Vor-lagen von Seubert. Bekleidete ganze Figuren von hoher Schönheit sind zu findenin dem Pariser WerkLsolsb'ro.n^niss coutsinpor-Uns" und dem bei Goupil (Paris) erschie-nenenOours äs Usssin," beide von Bargue lithographirt. Für das Thierzeichnenmüßen noch immer die radirten Thicrstudien von I. A. Klein als die besten Vorbildergelten; sie sind übrigens nur noch antiquarisch zu erhalten. Ihnen zunächst kommenaus neuerer Zeit die lithographirten Blätter der Pariser Thicrmalerin Rosa Bon-heur. Die besten landschaftlichen Vorlagen gab der Genfer A. Calame; »achihm sind zu nennen der Franzose^Hubert und der Deutsche Wagenbauer (dessenBlätter aber selten geworden sind). Dem Blumenzeichnen, bis zu der Stufe aufwelche etwa eiue Zeichenschule für Mädchen begabte Schülerinnen führen kann, dienenVorlagen von E. Blery, von Jullicn (Ltuäss äs üsurs, ässsinss ä'nxrss nutnro,"Paris) und Pauline Girardi» (Loäsllss äs llsnrs," Paris bei Goupil), und wenndie Schülerinnen auch malen sollen, bietet dieselbe Girardi» zwei sehr hübsche coloririeZugaben (bllsurs st llaquarslie,"Urunäs llouqusts st i'uquarsils"). Einem nochweiter gehenden Unterricht aber, wie ihn auf Grundlage einer schon bedeutenden Fertig-keit etwa solche Schüler suchen, welche sich in einer Fortbildungsschule oder Kunstschulezu Gewcbdessinateuren oder für die feinere Decorationsmalerci bilden wollen, haben inganz ausgezeichneter Weise neben dem Franzosen V. Dumont zwei deutsche Künstlervorgesorgt: Karl Krumb Holz (Oomxositions äs üsurs ä'uxrss nuturs;" Paris, Lon-don, Leipzig) und E. Müller (bllors xittorssqus, eroqnis ä'uprss naturs;" Lüttich,Paris, Berlin). Sind Schüler, welche Unterricht im Zeichnen mit der Federerhalten, hinreichend vorgeübt, so findet man für sie vortreffliche Vorlagen unter denüberall bekannten xylographischen Genrebildern von Ludwig Richter, auch und dazuhöchst wohlfeil in den kleineren Architektur-, Landschafts- und Thierbildern derMünchener Bilderbogen." Für das Zeichnen nach Gips können dieselben Mo-delle benützt werden welche der Bossirunterricht braucht. Das vollständigste Lager solcherGipsabgüsse, in allen Arten und Stilen, halten die Ateliers der beiden Vanni in Frank-furt a. M., und zwar so, daß bei Joh. Vannidie ornamentalen, bei Anton Vanni die figür-lichen Modelle zu haben sind. Aehuliche Lager von geringerem Umfang bestehen inBerlin, Stuttgart (Tognarelli), München, Köln, Nürnberg (Rottermund, zunächst Ab-güsse von Kunstgebilden des alten Nürnberg), Dresden. **)

*) In Morghcn's Stichen ist schon die modellirende Schraffirung (vgl. S. 601, Amu.) sehr,lehrreich für Schüler. Auch in dem noch älteren (1745) Werke von Preihlcr, welches inkräftigem Stich vorzugsweise Actzeichnungen enthält, ist die Schrasfirung fast überall richtig, ob-schon derber und weniger fcingcfühlt als bei Morghen. Wo sich ein Ercmplar dieses einstüberall verbreiteten Prcihler'schen Werks erhalten hat, kann dasselbe noch heute mit Nutzen ge-braucht werden.

**) Die württembcrgischeCcntralstclle für Gewerbe und Handel/ im Verein mit der