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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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lkenophon.

Zeichnen.

Nach der Schlacht bei Chäronca (338) mochte der fast zu hundert Jahren geko"'.meneGreis nicht länger leben; er wählte den Hungertod.*)

Die von ihm ausgcgangenen Impulse haben lange Zeit durch die griechische Lite-ratur fortgewirkt in seinen Schülern und in seinen Schriften. Zu den erstcren hat manfreilich manche ohne ausreichende Gründe gezählt; aber gewiß ist nicht zu leugnen, daßmehr oder weniger alle durch Kunst der Rede bedeutende Männer seiner und der folgen-den Zeit von ihm gelernt, nach ihm sich gebildet, wenn sie auch nicht gerade zu seinenFüßen gesessen haben, und dies gilt in ganz besonderer Weise auch von Demosthenes,dessen politische Richtung doch von der des Jsokrates so weit ablenkte. Wie sehr dieserauch auf die geschichtliche Darstellung der makedonischen Zeit durch seine Schüler Epho-rus und Theopompus eingewirkt hat, ist bekannt. Seine Schriften hat das Alterthumvorzugsweise nach ihrem formellen Werthe geschätzt. Die neuere Zeit hielt sich zunächstmit Vorliebe an ihren ethischen Gehalt, und in den Schulen des 16. und 17. Jahr-hunderts kam man beim griechischen Unterrichte selten über die Ansprache an Demonikushinaus. Für diesen hatte auch Michael Ne and er die kbrusoolotziu Isoerutis ssrasev-latina, (Basel 1558) zusammcngestellt, während die lateinische Uebersetzung von HieronymusWolf (Paris 1553) höheren Zwecken diente. In unserer Zeit haben die Ausgabenvon Rauchenstein und O. Schneider die vorzüglichsten Reden des Jsokrates in den Gym-nasialunterricht zurückgeführt; die Bearbeitung Benselers hat sie auch weiteren Kreisenwieder zugänglich gemacht. Vgl. meine Abhandlung äa Isoeruts juvonibus nostris äili-A6ntin8 cominsnäunäo I st II (Zittau 1864).

Im allgemeinen empfehlen wir noch Havets lehrreiche Einleitung zu CarteliersUebersetzung der Rede vom Vermögcnstausche (Paris 1862), Henkel in der bereitsoben citirten Schrift, Westermann, Geschichte der griechischen Beredsamkeit 77 ff. undSchäfer, Demosthenes und seine Zeit (Leipzig 1856 f. 3 Bände). Unerreichbar sindmir geblieben: lllonitu Isoerutou vom .lae. bAcoioluti suisgus) uniinuävsrsionidus eüiäitllo. I'riekius (Jena 1765). Heinrich Kümmel.

Z

Zeichnen. Die wesentliche Aufgabe des Zeichnens ist, von einem mit dem äußerenoder inneren Auge aufgefaßten Gegenstand ein Abbild auf einer Ebene herzustcllen. DerGegenstand kann ein räumlicher (körperlicher) sein, oder auch einer Fläche angehören; imletztem Falle ist er meist, doch nicht immer, selbst schon das Bild eines im Raum zudenkenden Objects, ein Vorbild für den Zeichner, welches dieser dann entweder genaunachzuahmen oder mit Modificationen nachzubilden hat. DemZeichnen aus freierHand," für welches mechanische Hülfsmittel nicht vorhanden sind, steht gegenüber dasmit Zirkel und Lineal arbeitendeconstructive Zeichnen;" dieses kann nur solche Formenwiedergeben, welche sich geometrisch definiren lasten, ist aber zu deren genauer Darstellungallein brauchbar. Das Gestalten aus freier Hand vertritt die künstlerische, das construc-tive die wissenschaftliche Seite des Zeichnens.

Das Zeichnen ist, wie das Schreiben, ein Ausdrucksmittel und tritt als solchesbald selbständig auf, bald im Zusammenwirken mit schriftlicher oder mündlicher Mit-theilung, häufiger diese unterstützend als von ihr unterstützt. Ganz unentbehrlich unddurch kein anderes zu ersetzen ist dieses Mittel für die Verständigung im Kunst- undGewerbeleben; man hat mit Recht das Zeichnendie Sprache der Technik" genannt.Erscheint demnach zur Vorbereitung auf einen technischen Beruf das Erlernen solcherSprache als durchaus nothwendig, so wird ihre Kenntnis andern Berufsarten wenigstens

*) Von Havet X6VIII f. ist diese Erzählung ohne rechten Grund für eine Fabel erklärtworden.