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Senophon.
dieö aber wird er ja auch Tüchtigkeit und Verdienst überall belohnen (6vrop. II, 2 ,17 st.VIII. 1, 39 und sonst) und den Wetteifer in allem guten erwecken und steigern (rs8p.Imoock. 4, 2, verbunden mit 6zwox. II. 1, 22; VII. 1, 18; VIII. 2, 26; Ilippnrcb. I, 28;Ilioro 7, 3 u. a.). Er ist ja überhaupt in der Einheitlichkeit und Persönlichkeit seinesWaltens gleichsam ein sehendes Gesetz, — ein Herrscher, der die genaue Vollziehungseiner Anordnungen überwacht und jede Uebertretung unmittelbar ahndet, während er auchwieder Wohlthäter und Vater seines Volkes ist und im Glücke desselben, das willig ihmgehorcht, sein eigenes Glück findet.
Ein so geleitetes und gebildetes Volk ist dann auch berechtigt, im Kreise der mindertüchtigen und schlechter regierten Nationen als das herrschende sich geltend zu macken.Indem Tenophon aber das unter Cyrus so gewaltig aufsteigende Perserrcich in solcherWeise würdigt, kann er doch auch wieder nach der Kenntnis, die er von dem verfallendenPerserreiche gewonnen, und als Grieche, der ein so entschiedenes Bewußtsein von dem Rechtepersönlicher Tüchtigkeit besitzt, nicht unterlassen, eine dem eigenen Volke günstige Anwen-dung von seinem Gedanken zu machen, und so sieht er in Agesilaus den Mann, der be-rufen ist, an der Spitze seiner Spartaner und der mit diesen vereinigten Griechen dieHerrschaft über Asten, zu erkämpfen.
Haben wir so Lenophons Gedanken über eine allumfassende Staatspädagogik inraschem Ueberblicke zusammengefaßt, so können wir doch nicht sagen, daß damit alleserschöpft sei, was in seinen Werken an pädagogischen Gedanken niedergelcgt ist. Aberwir beschränken uns auf einige Ergänzungen.
Da ist nun zunächst der Beachtung werth, daß Tenophon, der mit Sokrates auchsehr nachdrücklich gegen die sinnlichen Verirrungen der Knabenliebe sich erklärt (8)'w-xos. 8, 7 ff.), für die Frau gleiche Berechtigung mit dem Manne in der Leitung desHauswesens verlangt und eine sorgfältigere Ausbildung derselben für nothwendig erklärt(Oeeon. e. 7, vgl. 3, 13). lieber die Behandlung der Sklaven finden sich im Oekonomikus(12, 3 ff.; 7, 37, 41; 14, 9; 21) ebenfalls verständige und humane Bemerkungen.Idealere Auffassung des Familienlebens hat freilich auch er nichtgewonnen. — Auf intellektuelleBildung nimmt er, wie schon bemerkt, nur selten Rücksicht (vgl. Ozwop. I. 4, 3). Viel-leicht aber dürfen wir gerade an dieser Stelle noch hervorheben, daß die jener Zeit eigen-thümliche Neigung, bei der Jugenderziehung die Mythen durch allegorische Erklärungenfür sittliche Zwecke zu verwenden (allegorische Auslegung auch der homerischen Gesänge),bei Tenophon nicht eben nur in der sinnreichen Allegorie des Prodikus auftritt (vgl.Fabricius 15 f.).
Im allgemeinen verweisen wir noch auf folgende Schriften: Robbe, vita Xeno-pbontis e Oioxsno Imortio uckckitis uänott. (llips. 1825, 8), LrüAer, äs vita Xsno-xbontis guuostionos oritt. (llul. 1832, 8), Delbrück, Lenophon, zur Rettung seinerdurch Niebuhr gefährdeten Ehre dargestellt (Bonn, 1829, 8). —
Jsokrates unterscheidet sich von Tenophon in manchen Beziehungen so, daß eine Zu-sammenstellung beider als gewagt erscheinen könnte. Während Tenophon im praktischen Lebenstark und tüchtig sich erweist und mehr oder weniger alles unter politisch-ethische Ge-sichtspunkte bringt, ist Jsokrates durchaus Mann der Schule und Vertreter des im Zeit-alter des Perikles zu eingreifender Bedeutung gekommenen Lehrstandes, wie denn auchdasjenige, was er Philosophie nennt, auf allgemeine geistige Bildung berechnet ist. Alleinin den großen pädagogischen Fragen ist er doch ganz ebenso wie Tenophon Sokratikerund trifft mit ihm in den Grundanschauungen so zusammen, daß er auch in dieser Dar-stellung ihm an die Seite treten darf.
Jsokrates, im I. 436 zu Athen geboren und, wie Lenophon, Sohn eines wohlhaben-den Mannes, wurde, nachdem er die Sophisten Gorgias und Prodikus gehört hatte, einLicblingsschüler des Sokrates (llluton. kbuoär. am Ende). Die Hoffnung freilich, diezunächst an seine philosophische Begabung geknüpft worden war, gieng nicht in Erfül-lung, weshalb späterhin Plato (Lntb^ck. 305 6. u. f.) ihn nur als Rhetor gelten ließ und