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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Xenophon.

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elfteren, wo Cyrus die Erziehung den ö^ort>otr zur Pflicht macht, und in der andern,wo zwar die Form als noch geltend, die Sache aber als ausgcartct bezeichnet wird, istwohl nur an das Aufwachsen der künftigen Beamten am Hofe zu denken (vgl. Xnub. I.S, 35), damit die Großen von Jugend auf an die Person deö Königs gefesselt undalles Glück allein von ihm zu erwarten gewöhnt würden, eine Einrichtung, die vielleichterst Darius bei der Organisation dcS Beamtenwesens getroffen hatte. Da konnte immer-hin in manchen Dingen auch Unterricht gegeben, im Bogenschießen und in der JagdUebung angestellt werden (vgl. Hcrodot 1, 137). Was von der Erziehung des jungenCyrus selbst berichtet wird, erinnert in manchen bedeutsamen Zügen gar sehr an spar-tanische Grundsätze und Einrichtungen. So dürfen wir die Worte, daß die persischenGesetze im voraus dafür Sorge getragen, die Bürger nicht nach Schändlichem strebenzu lassen, als einen Grundgedanken der kretischen und spartanischen Gesetze bezeichnen(Xon. resp. Imcock. 2, 2 ff., ^ristot. bllb. Xioom. X. 9, 3); so haben wir den wahrenZusammenhang zu fassen, wenn der Zweck der Erziehung in den Worten ausgesprochenwird: ol vo^ol Süo s-ö-laxonittv, so gewinnen wir die

einfachste Erklärung für die den Persern zugesckniebcne Scheidung von vier Altersklassennach ebenso vielen Räumen; so tritt auch die ganze den Persern empfohlene Tugendlehrefür uns in die rechte Beleuchtung. Bei den Worten: 7H ««l

txrräx darf man Wohl ohne weiteres an die den spartanischen Jünglingen

zur Pflicht gemachte Krypteia denken, und bei der Angabe, daß die Knaben ihreSpeisen von Hause mitzubringen haben, fallen uns sogleich die Syssitien ein. Vgl.Cramer, Geschichte der Erziehung und des Unterrichts im Alterthum 1, 87 ff. und(für rein praktische Benutzung) Haun in seiner Oratio, guu 6/ri äisoixlina puerilicum OMnasiorum rutionibns oomparata äisoipulis (Jri oxomplum imitanckum pro-ponit (Merseburg 1832).

Die Memorabilien, von Moriz Seyffert wohl nicht gerade glücklichdas Evangeliumder griechischen Menschheit" genannt, bieten in anderer Weise für pädagogische Betrach-tung reichen Stoff. Einerseits ist cs die in mancherlei Formen und Gegenständen sichbewegende Lehrweise des Sokrates, welche unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, undum so entschiedener, je weniger wir darüber in Zweifel sind, daß wir den historischenSokrates in diesen Gesprächen vor uns haben; andererseits sind cs die zur Verhandlungkommenden Fragen, welche uns fesseln und gerade in pädagogischer Beziehung ein ganzbesonderes Interesse gewähren; es braucht da nur an das vierte Bach und an die Er-zählung von Hercules am Scheidewege (II. 1, 2134) erinnert zu werden (über dieletztere vgl. die noch immer anziehende Schrift von C. A. Böttiger: Uoreulos in biviooi kroäiei tabula, 6t monnmontis prisoao artis illustr. Uix8. 1829. 8).

Die größeren historischen Werke Xenophons, die Anabasis und die Hellenika, habenin neuerer Zeit den Scharfsinn der Kritiker ganz besonders beschäftigt. Für unserenZweck sind alle diese Erörterungen, die übrigens noch lange nicht zu einem Abschlußgelangt sind, von geringer Wichtigkeit, und auch die seit Niebuhr so lebhaft verhandelteFrage über die Zusammensetzung der Hellenika berührt uns an dieser Stelle nicht.Anders würden wir zu diesen Erörterungen uns zn stellen haben, wenn wir zu bestim-men hätten, welcher Gebrauch von diesen Werken im Unterrichte der GymnasienZu machen sei. Denn da würde allenfalls auch die so entschieden ausgesprochene unddurchgeführte Ansicht F. A. Richters (Kritische Untersuchungen über die Inter-polationen in den Schriften Xenophons, Gera 1871), daß die Anabasis besonders stark,ja systematisch interpolirt sei, in Betracht gezogen werden müßcn, während zugleich zubesprechen wäre, ob die Erklärung vorzugsweise eine grammatische, wie in den Ausgabenvon Matthiä, Krüger und Rehdantz, oder, wie es von Vollbrecht geschehen ist, in größererAusdehnung auch eine historisch-antiguarische sein dürfe, oder inwiefern mit Breitcnbachder Zusammenhang den Schülern zu besserem Bewußtsein gebracht werden müße, alsdies bei der gewöhnlichen Behandlung in den Schulen zu geschehen pflegt; bei tieferer