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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
Entstehung
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Wagner.

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So hat er die wissenschaftlichen Grundzüge der Nationalökonomie bereits zn einer Zeitsystematisch coustruirt, wo für das Stoffliche dieser Disciplin, wenigstens in Deutsch-land, noch wenig oder nichts gethan war, wo man sich namentlich den selbständigenAufschwung der Volkswirthschaftslchrc, wie sie jetzt unsere ganze politische Theorie undPraxis beherrscht, noch nicht entfernt träumen ließ. Er gieng sogar noch weiter als wirgegenwärtig gehen, indem er den originellen Gedanken dnrchführte, als Seitcnstück zurNationalökonomie ein System der Privatökonomic zu schreiben, in welchem die Wirth-schast der Familie in ähnlicher Weise auf ihre allgemeinen wissenschaftlichen Grundsätzezurückgcführt ist, wie in der Nationalökonomie die Wirtschaft des Volks. Der Versuchmag ans den ersten Anblick seltsam erscheinen, allein für die Lehre von der bürgerlichenGesellschaft hätte namentlich eine auf die naturgeschichtliche Analyse des Volks gebautehistorische Erforschung und Begründung der Privatökonomie einen unberechenbaren Werth.Hunderte der praktischen Versuche, die jetzt zur Lösung der socialen Wirren gemacht wer-den, schlagen in das Gebiet der Privatökonomic ein, ohne daß wir uns immer wissen-schaftlich dessen bewußt sind. Es wird diese Disciplin nicht allezeit so brach liegenbleiben wie gegenwärtig; sie hat ihre Zukunft. Noch überraschender aber tritt uns dieprophetische Stellung Wagners entgegen, wenn wir sein Buch vom Staat zur Handnehmen. Hier sind namentlich über den materiellen Inhalt des StaatSlcbcns, über dieUnterscheidungen der Familie, der Gesellschaft und des Staats, über die Gruppirungen undGliederungen des Volkes, über das Verhältnis der Volkswirthschaft zur Staatsverwal-tung und vieles ähnliche so neue Anregungen gegeben, daß wir oft keineswegs glauben,es mit dem Buch eines Philosophen zu thun zu haben, dessen Blütezeit bereits nur mehrals ein Mcnschcnaltcr hinter uns liegt, sondern mit den Untersuchungen eines Praktikersaus der Gegenwart, dessen Geist von den modernen Gedanken und Thatsachcn der socia-len Politik erfüllt ist."

Die Gedanken Wagners über Pädagogik und was dahin cinschlägt, sind nun aber inihrer Art vielfach ebenso genial und geistvoll. Indessen können wir von seiner noch in Salz-burg im I. 1802 geschriebenen Philosophie der ErziehungSkunst hier absehcn,um so mehr als der Verfasser das Buch später selbst offen (in der Einleitung zum Or-ganon S. I. und IX.) unter die unreifen, aus Gemüth und Lectürc hervorgegangencnJüuglingsbestrcbungcn rechnete. Er hatte es aus Veranlassung eines Gesprächs mit demSchuldirector Vicrthaler verfaßt, welcher den Wunsch geäußert hatte,die Pädagogik inder anziehenden und halb poetisch spielenden Manier Platons behandelt zu sehen." Wag-ner entwarf den Plan zu dieser Schrift noch am selben Tage und in vier Wochen giengsie druckfertig an den Verleger ab. Die Erziehungskunst wird von dem Verfasser, seinemdamaligen naturphilosophischcn Standpunct entsprechend, einseitig als Errcgungskunst be-griffen, und ferner gieng die Erziehung im Unterricht fast ganz ans, welche beiden Fehlerals Fehler des Zeitalters" der Verfasser später selbst zugestand (System des Unterrichts,Einleitung S- 1). Die Frische und die Schönheit der Form man vergleiche nurden Dialog über die Sokratik S. 127 fs., der sich wie aus dem Griechischen übersetztausnimint machen das Buch noch heute zu einer interessanten Lectürc, und wahrhaftvortrefflich sind die Bemerkungen über den Unterschied der männlichen und weiblichenErziehung und über die Bestimmung des Weibes.

Viel später ( 1820 ), als gereifter Mann, und aus einer andern Veranlassung ver-faßte Wagner sein System des Unterrichts, oder Encyklopädie und Metho-dologie des gesummten Schulstudiums (Aarau 1821 , ucue Ausg. Ulm 1848 ).Ein ErziehungSinstitnt war in Würzburg von einem seiner Schüler gegründet worden, dersich seines Raths und seiner Beihilfe erfreute, es war aber, obgleich Beifall und Unterstützungvom Publicum und den stättsichen Behörden von Anfang nicht gefehlt hatte, doch schon 1817aus finanziellen Gründen wieder eingegangen. Wagner bemühte sich, für einen Lehrer des-selben, Herrn Tondn aus Anboun , die Errichtung eines neuen Instituts zu Stande zu bringen.Dieser sollte das Institut und die Zöglinge haben, Wagner wollte sich mit der Bildung der