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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Wagucr.

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:,m sie alle in algebraischen Gleichungen durchzncirbciten" (a. a. O. S. 281). SolcheSchemate ließen ihn auf den Gedanken kommen, daß die Idee einer Pasigraphie sichverwirklichen sollte und müßc. Freilich liegt hier der Einwurf nahe, daß die Zeichen-sprache der Mathematik bereits eine solche Pasigraphie ist, welche jeder Mathematikerversteht, welcher Nation er auch angchöre, daß aber über die Mathematik hinaus mitihrer Sprache nichts bezeichnet werden kann, weil cs für sie gar nicht existirt. Ihmaber schwebte eine Sprache vor, die das, was sie schreibt, construirt und ebendarum jedemGeist verständlich sein mnße, der die innern Verhältnisse der Dinge einmal kennen ge-lernt hat. Dieses letztere Postulat scheint uns die ganze Schwierigkeit auszusprcchen.Man fühlt dies deutlich z. B. an einer andern Stelle (a. a. O. S. 225):Die Haupt-sache ist, daß alle Erkenntnis ein Setzen von Verhältnissen ist, und daß es gar keineandere, als mathematische Verhältnisse giebt. So ist die zweitheilige Wurzel:Intelli-genz und Natur," die Mutter alles idealen und realen, welches sich nach den Gesetzendes Binomiums aus ihr entwickelt. So geht ans der Intelligenz Geist und Wille her-vor, deren Product dann Gemüth heißt. Aus dem Gemüth geht erst Phantasie und Ver-nunft hervor, deren Product sich wieder in Verstand und Einbildungskraft trennt und neuvereinigt zum Sinn wird, der sich in Bewegung und Empfindung entfaltet. Nichts alsDescendenz- und Collateralverhältnisse, die ihren mathematischen Entwicklungsgang halten.So ist für die Mathematik (u -j- d)^ -ff 2 ub pff

Ebenso für die Physik:

(Licht und Schwere) ^ --- Wasser, wo

Wasserstoff, Sauerstoff (die Quadratur überhauptGasform), und 2 u b dem Durchdrungen von Hydrogen undOxygen Tropfbarflüssigkeit ist.

Man kann sich hier wohl daran erinnern, wie einerseits Fichte, andererseits dieNaturphilosophcn, namentlich Schelling und Oken, in jener Periode jugendlichen Kraft-bcwußtseins es liebten, schwer verdauliche Sätze als Resultate der Wissenschaft in dieWelt hinanszusprechen, und wie Wagner selbst z. B. in der Zeit, als er sich von Schellingbereits getrennt hatte, gesagt hat:Ich bin begierig, ob sich Hegel durch meine Neccn-sion seiner Differenz" (es ist wohl Hegels Schrift über die Differenz deS Fichte'schenund Schelling'schen Systems gemeint)gereizt finden mag; sollte eres, so entsteht zwischenuns eine offene Fehde, die ich keineswegs vermeiden werde, denn es gelüstet mich wirklich,Machtsprüche mit Machtsprüchcn zu erwidern" (a. a. O. S. 197). Die eben angeführteorakelhafte Deduction des Wassers, das er sich noch dazu nur als tropfbar zu denkenscheint, ist auch ein solcher Machtspruch, der aber den Physikern und Chemikern gewißnicht imponiren wird. *)

Wagner hatte im Fortgang seines geistigen Schaffens in Würzburg nicht nur seine Be-

*) Daß die Behauptung Wagners, cs müßc der'Chemie noch gcliugcn, organische Körperdarzustcllen und Menschen durch Kristallisation zu bilden, Göthc Veranlassung zur Einführungdes Homuncnlus in den zweiten Thcil der Faustdichtung gab, soll nach den NachwcisnngcnDüntzcrs keinem Zweifel unterliegen (vcrgl. Göthc's Faust, von H. Düntzer, Leipzig 1857.2. Aust. S. 119). Wenn Düntzer von wunderlichen Seltsamkeiten Wagners spricht, so ließesich allerdings eine kleine Blnmenlese von solchen ans seinen Schriften sammeln, meint Hoff-mann (Philos. Schriften, Bd. 2. S. 227); allein unsere Absicht ist das durchaus nicht. Jenem einer öffentlichen Vorlesung ausgesprochene Behauptung Wagners war nach Düntzer damalsgerüchtweise durch ganz Deutschland verbreitet. Die ihm nachher auch von anderer Seite be-stätigte Nachricht verdankte er einer Minhciluug deö Hrn. Prof. Fichte. Eine ähnliche Aeuße-nuig, fährt er fort, soll sich auch in Wagners Schriften finden, doch ist cs ihm so wenig alsdem Vcrf. dieser Zeilen gelungen, diese Stelle aufznfinden. Als ein seltsames Paradoxon sahman auch an, daß Wagner behauptet haben sollte (Düntzer a. a. O.), cs werde noch die Zeitkommen, wo man Eigcuthum für ein Verbrechen halten werde. Philosophen und Poeten sindPropheten: Wagucr zeigt sich wahrhaftig als solcher in ganz eminentem Sinne.