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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Wagner.

dacht werde, nach seinen reifen Verhältnissen die Geometrie schauen lasse." SpeculativesWissen spreche noch bei Pythagoras in Zahl und Figur sich aus, aber schon vor ihmhabe das Wort versucht, einziges Organ des Wissens zu werden. Dadurch sei Zahl und I

Figur aus dem organischen Wesen, in welchen! sie die Welt abbildeten, in das mccha- I

nische gefallen, in welchem gerechnet und gemessen werde. Nunmehr sei wieder zu be- ^

greifen und zu schauen, wie jedes Ding seinen Begriff setze in einer Entwicklung vonZahlen, in einer Formel, seine Anschauung aber oder Realität in Linien. In solcherMathematik werde die Ursprache des Geistes wieder hervorgehobcn, und die individuelleSprache der Redeorgane werde zurückgcdrängt. Mathematik sei dann allgemeine Sprache :

und für die Wissenschaft Organon.*) (RabuS Leben, und Lehre W. S. 14.) Die An-wendung viergliedcriger Construction versuchte Wagner zuerst in jenem Buche vomStaate, indem er sie durch die so erfaßte und durchgeführte Mathematik begründete.

Am Ende des JahreS 1815, nachdem Würzburg wieder an Bayern gefallen war,wurde er zu schleuniger Rückkehr und Wiederaufnahme seines akademischen Lehramtsan der wiederhergestellten Universität aufgefordcrt und folgte diesem Rufe auf der Stelle.

Hier war es nun, wo er jene Anwendung der viergliederigcn Construction nach den ver-schiedensten Seiten hin ausbildete, seine Tetraden, und eine große Anzahl begeisterter An-hänger gewann, unter andern den Grafen Platen, den Dichter (welcher allerdings nach-her auch Schclling in mehreren Gedichten angesungen hat). Vgl. A. v. Platens gesam-melte Werke, 6. Band. Leipzig 1653. S. 8184 und S. 8891 und S. 104,wo er in jugendlicher Begeisterung seinem Freunde, dem Grafen Fugger, Wagners ma-thematische Philosophie preist, die ihmdie merkwürdigste Erscheinung seit Einführungdes Christenthums scheine." Wagner sei einaußerordentlicher Mann, der ihm eine un-geheure Welt von Ideen eröffnet habe, nicht mit den gewöhnlichen Philosophen zu ver-wechseln, welche ihre Einfälle hcrzählen. Das tiefste und einflußreichste, was Wagnerhervorbrachte, sei eben seine mathematische Philosophie oder Constructionslehre, worinnicht nur die Gesetze des Weltbaus erklärt, sondern auch die Gesetze des Denkens vonihrer bisherigen Willkür befreit und einer mathematischen Consequenz anheimgestelltwerden."

Es ist nicht leicht, in kurzen Zügen eine Darstellung dieser seiner mathematischenBehandlungswcise zu geben. Einige Beispiele mögen dazu dienen, die wir mit seinenWorten geben wollen, wie er in einem Briefe an einen Schüler und Freund sich überdas von ihm gefundenealgebraische Manövriren" ausspricht:Nennen Sic Mensch m,

Thier b und Pflanze u, so gilt unter der Voraussetzung, daß der Mensch von demThiere bloß durch den Charakter der Universalität u disierire, und die Pflanze alsGefäßsystem das halbe Thier sei, dessen andere Hälfte im Nervensystem x liege, folgendes:

m (n -ff x) u,

ferner b n -ff x,u

ferner n ^ xu

, m

und x n,

u

ferner u - - ,

s, -ff x

so daß also diese fünf Buchstaben oder Begriffe durch fünf Gleichungen algebraisch richtigbestimmt sind, und es überhaupt nur an einer scharfen Bestimmung der Begriffe fehlt,

*) Der Referent bemerkt hier ein für allemal, daß er bloß rcferirt. Es Ware wohl über-haupt gar nicht möglich, ein System der spekulativen Philosophie und eine Geschichte seiner Ent-wicklung in gemeinverständlichem Auszüge zu geben, wenn dies auch überhaupt hier gefordertwürde, was ja nicht der Fall ist. Andeutungen, meist mit den Worten des Urhebers, müßengenügen, ein Suchender und Fragender muß weiter suchen und an die Quellen selbst gehen.