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Vornrtheile.
Würde oder gewinnender Anmuth zu umkleiden. In kurzem treten raun Umstimnnmz!«ein und reformircn das anfängliche Urtheil. - Manchmal begleiten den Ankömmlirzwohlwollende oder ungünstige Urthcile auS früherer Wirksamkeit. In letzterem Fall ijgroße Vorsicht selbst im Falle ungerechter Nachreden nolhwcndig. Am schlimmsten, we«der Aerger darüber aus dem alten in den neuen Drt mitzicht, sich Luft macht, ach»daß man solches als eine Dcmüthignng hinnimmt und die Erinnerung daran inslegt. Wen aber eigene Schuld mit zum Wechsel nöthigte, der hat alle Ursache, als «neuer Mensch in den neuen Wirkungskreis überzugchcn, hicmit sich selbst und das«:günstige Urtheil, das ihm cntgcgcnstcht, überwindend. Gar zu günstige Zeugnisse niiaErwartungen hervor, hinter welchen znrüablcibend man desto schneller in Ungunst zaräth; manchmal hat cs ein solcher besser, dem z. B. der Ruf eines strengen "vorangegangen ist, denn die Furcht vor ihm hält Unarten zurück und jedes milde Baiwirbt ihm Herzen; dagegen wer für weich gilt, den empfängt mancher Versuch, wieimman mit ihm gehen könne ungestraft. Es ist also nicht unwichtig für den Pädagogikzu wissen, welche Stimmungen es sind, die ihm zum Beginn seines Werkes entzog»kommen; er hat mit ihnen zu rechnen und muß — bildlich zu reden — mit Zuhilstnähme der psychologischen Harmonielehre es verstehen, Dissonanzen aufznlösen und int«rechte Tonart übcrznlciten. — Er selbst aber hat sich vor der eigenen Voreiiigenem»-heit zu hüten, wenn er in einen neuen Wirkungskreis cintritt. Rosige Vorstellung!»und Erwartungen schlagen in Mismnth und Verdrossenheit um, sobald die Wirklich!!«ihre trüben und rauhen Seiten hervorkehrt; andrerseits lähmt cs den Muth, tro t^Dinge im voraus schwarz angesehen werden. Uebcrall ist Mischung von Licht »rSchatten; inan soll sich den letzteren nicht verbergen, aber am erstcren sich freuen, fr'an Menschen und Verhältnissen lieber die Sonnenseite hcrvorsnchcn, und von diesen«zu betrachten und zu behandeln lernen, was auf der entgegengesetzten Seite sich verstckr„Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem" -dies schöne Wort darf wohl auch verstanden werden als ein Rath, sich daS Gut!«andern zum Bundesgenossen zu werben wider ihr BöseS. Allem Urtheil gehe die Pf,^erfüllung voraus; das gründliche und gereinigte Verständnis der Menschen und D-erfordert Zeit und Geduld, und wer vorschnell dabei ist, Prädicate ansznsprechm, N«W>zu crthcilen, der verderbt sich oft auf lange Zeit seine Wirksamkeit. Am heikelste»!«solche Gemeinden, die in der Umgegend einen unguten Ruf haben oder mit Spott»»bezeichnet werden, und wen der Beruf in die Kreise eines andern Stammes führt, kthut wohl daran, die Vornrtheile deS scinigcn über jenen an der Grenze zurückzulrstTics in Betreff der persönlichen Vornrtheile. Wie aber verhält es sich mittejenigen, die aus allgemeinen Lebcnsanschannngcn hervorgehcnd sich als Dbjccte >Unterricht und Erziehung darstellen? Vorausgesetzt, daß dieselben wirklich als bisteigensinniges Beharren ans der hergebrachten irrigen Meinung angesehen werden mWverdienen sie allerdings keine Nachsicht, nur ist es verkehrt und eher dazu angctha»Erfolg zu gefährden, wenn man mit der Thüre in das Haus fallend eZ als di-^Aufgabe betrachtet, den Kampf dagegen aufzunehmcn. Nehmen wir ein nahe liega-Bcispicl. In einer Gemeinde herrscht die Besorgnis, cs möchte durch das Mn«von realistischem Unterricht der religiöse beeinträchtigt werden. Tics ist ein Vonuik-dasselbe wird aber ohne Zweifel weniger durch dirccte Bekämpfung als vielmehr dübeseitigt, daß der Lehrer durch ernsthaftes Betreiben des letzteren Vertrauen gewinkt"die Zuversicht erweckt, er werde auch den erstcren in einem guten Sinn betreiben.
. Erfahrung spricht dafür, daß ein sittlich-religiöser Charakter eine Macht in Schul-Gemeinde hat, vor welcher Eigensinn und Vornrtheil sich beugen, während diese g«-über von deni stürmischen Wesen dessen, der sich als Herold der Aufklärung cim-sich versessen. Auch der Kampf mit dem Aberglauben (vcrgl. den Artikel) -W-Vorsicht und Geduld, zumal cs gewiß ist, daß die bloße Vcrstandcsbildnng lang-"hinreicht, oie «Lnpcrstition zu überwinde», und daß keineswegs bloß das niedere Volkm-