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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Vorschule.

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einer bestimmten Art seine Laufbahn angefangen hat, nie mehr in eine andre übertretenkonnte, so würde die betreffende Einrichtung einen so kastenmäßigen Anstrich erhalten,baß sich schwere Bedenken dagegen erheben müßten. Allein die Natur und die Humanitäthaben dafür gesorgt, daß jene Schranken in Fällen, welche einen Wechsel der Laufbahnrechtfertigen, durchbrochen werden können vgl. d. Art. Freistellen mit der Redactions-amncrknng S. 637. Dieses vorausgesetzt halte ich eine besondere Elementarschule zurVorbereitung auf die höheren Schulen, Gymnasium und Realschule, das, was man imengeren Sinne Vorschule nennt, für ein berechtigtes Glied in dem Organismus eineshöher entwickelten Schulwesens, ein Glied, daS allerdings in mehreren Beziehungen einbevorzugtes genannt werden kann, jedoch nicht infolge ungerechten Verfahrens oder schuld-hafter, tadelnswerther Verkürzung von irgend einer Seite, sondern infolge natürlicherVerhältnisse, gegen welche ebensowenig eingeschrittcn werden kann, als gegen die Ver-schiedenheit der Menschen nach Fähigkeiten, Vermögen, Stellung u. dgl. Die Vorschulewird von den Söhnen solcher Familien bevölkert, welche in der Lage sind, ihren Kinderneine höhere Schulbildung zu verschaffen. Solche Knaben werden in der Regel infolgeihrer günstigeren häuslichen Verhältnisse schon etwas entwickeltere geistige Fähigkeiten,namentlich ein geübteres Sprachvermögen in die Schule mitbringen, als die Kinder ausden niederen Schichten der Bevölkerung, welche allerdings an ursprünglicher Begabung,hinsichtlich jener höheren Keime, welche Gott nach freier Wahl in die Menschheit ans-streut, allen andern vollkommen gleichberechtigt sind. Die Aneignung der Elemente desWissens wird bei den genannten Schülern aus den angegebenen Gründen durchschnittlichauch leichter und schneller von statten gehen, als z. B. in den Frcischulen. Der bedeu-tend höhere Betrag des Schulgelds, welches von den Eltern jener verlangt werden kann,hat zur Folge, daß die Schülerzahl wesentlich geringer bleibt und geringer erhalten wer-den kann, wodurch wiederum ermöglicht wird, das Lehrziel höher zu stecken, den Lehrernhöhere Besoldungen zu geben, also leichter tüchtige zu bekommen, und die besten Lehr-mittel zu beschaffen. Tie Lehrer werden den Unterrichtsplan und die Methode nach denBedürfnissen und Forderungen der höheren Anstalt cinrichten, auf welche sie ihre Schülervcrbcrciten, auch wenn die Vorschule mit dieser nicht in einem organischen Zusammen-hang stehen sollte. Es wird aber zweckmäßig sein und im beiderseitigen Interesse liegen,daß eine solche Verbindung, sei cs in engerer oder in loserer Form, hergestellt werde.Die lockerste Form ist die, wenn die Vorsteher oder sämmtlichc Lehrer der betreffendenhöheren Schulen zu den Prüfungen der Vorschule regelmäßig besonders eingeladcn wer-den, wobei sie Gelegenheit haben, ihren etwaigen Warnehmungen oder Wünschen in per-sönlichem Verkehr Ausdruck zu geben. Besteht eine Vorschule aus mehreren einanderthcils übergeordneten, theils beigcordnctcn Elasten, so kann cs rathsam sein, zur Leitungderselben einen besonderen Vorstand zu bestellen, der je nach den verfügbaren Persönlich-keiten mit alleiniger Rücksichtnahme auf seine Befähigung auS denr Stande der akademischoder der seminaristisch gebildeten Lehrer genommen sein kann. In andern Fällen magdie Oberleitung zweckmäßig dem Vorsteher der betreffenden höheren Schule übertragenwerden oder auch einem von den Vorstehern der Schulen, deren gemeinsame Vorstufedie Elementarschule bildet. Alle diese Fälle kommen z. B. in Württemberg in Wirk-lichkeit vor.

Es wird nun aber hiegegen cingcwendet: die Vorschule gehört zum Elementarschul-wesen, also zu einem vom höheren Schulwesen wesentlich verschiedenen UntcrrichtSgebiete;es ist also unrichtig, sie von jenem loszulösen und mit diesem zu verbinden. Allein ab-gesehen davon, daß diese Einwendung auf der von unserem verewigten Mitarbeiter Flasharin dem betreffenden Artikel mit Recht getadelten Jdcntistcirung der Elementarschule mitder Volksschule zu beruhen scheint, ist nicht wohl zu begreifen, inwiefern das Gebiet derVorschule von dem der höheren Schule wesentlich verschieden sein soll. Schülcrmaterialmit allem, was damit zusammenhängt, Bevölkernngsschichte, auS welcher es hervorgeht,

PSdag. SmyttoMic. X. ^