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Vorschule.
und geben zu, daß eine wahrhafte Berechtigung der jetzigen Vorschule nicht zur Seitesteht: es läßt sich von ihr kaum mehr sagen, als daß sie, wie mm einmal die Dingeliegen und wie man sie hat werden lassen, ein in mancher Beziehung bequemes undnützliches Auskunftsmittel ist. Es wäre darum verkehrt, sie beseitigen zu wollen, eheeine ganze Reihe anderweitiger Maßnahmen vorhcrgcgangen ist, die sich in erster Linieinnerhalb des Elemcntarschulwescns vollziehen mäßen, und die im Interesse aller Be-theiligten nicht länger verzögert werden sollten. Bis dahin möchten unsere Vorschulenimmerhin bestehen bleiben — selbst nachher werden ja Fälle übrig bleiben, in denengerade dieser Weg der Vorbildung sich empfiehlt — aber doch auf Grund der klarenErkenntnis, daß es sich um ein Auskunftsmittel handelt und um nichts mehr. Dabeimöchten vielleicht noch zwei Bemerkungen verstattet sein. Erstlich könnte die — unseresWissens in Bremen bestehende — Einrichtung vielleicht empfohlen werden, für mehrereöffentliche höhere Schulen Gcsammtvorschulen anzulegen. Zweitens wünscht Referentdringend, daß man ernstlich prüfe, ob der Vorbereitung nicht mindestens ein Jahrzugelegt und dagegen der Eintritt in die untersten Elasten der höheren Schulen um einJahr weiter hinausgeschoben werden solle. So weit, wie manche zu gehen wünschen, dieder Elementarschule die Zeit bis zum 13. oder 14. Jahre zuwcisen, und erst auf diesengemeinschaftlichen elementaren „Unterbau" das höhere Schulwesen errichten wollen, soweitzu gehen, trägt Referent Bedenken, während er andererseits überzeugt ist, daß wirjetzt jedenfalls zu früh beginnen, zu früh in jeder Beziehung. Es ist zu frühzeitigerstlich in Bezug auf den Beginn des Pensums höherer Schulen, das ein gewißes Maßvon erworbener Kraft und von Vorkcnntnisten voraussctzt, zu frühzeitig dann in Bezugauf die elementare Unterrichtssphäre, aus der noch manches nützliche, ja werthvolle indie weitere Schullaufbahn und in das Leben mitgenommen werden könnte (wie dennnamentlich auf dem Gebiete des AnschauenS, der Sinnebildung manches dem Gymna-siasten gerettet werden könnte, was ihm sonst verschlossen bleibt), zu frühzeitig endlich fürdie Wahl der besonderen Schulgattung. Am wenigsten würde, wie sich schon oft praktischerwiesen hat, das Gymnasium (und die Realschule) leiden, wenn sich ihr Kursus um1—2 Jahre unten verkürzte, was allerdings auch das Maximum der Verkürzung bleibenmüßte: im Gegentheil würden die Resultate an Sicherheit und Intensität unzweifelhaftgewinnen. Paldamus.
Vorschule. Zweiter Artikel. Die Verschiedenheit der Gaben, welche den ein-zelnen menschlichen Individuen zutheil geworden sind, so wie die Verschiedenheit derBedürfnisse und Gestaltungen des menschlichen Lebens hat eine gewiße Mannigfaltigkeitder Schularten zur nothwendigen Folge.*) Die Schulen sind einander ungleich in Bezugauf das Ziel, das sie erstreben, die Länge des Wegs, der dazu führt, die Mittel derFörderung auf demselben, welche gewählt werden und zu Gebote stehen, ja selbst in Bezugauf den Ausgangspunct, mit dem sie beginnen. So verschieden nun aber auch je nachden Verhältnissen des elterlichen Hauses die bildenden Elemente sind, welche in dcst erstenLebensjahren auf die kindliche Seele cindringen und die Kräfte derselben wecken und zurBethätigung reizen,**) so muß doch die Schule bei jedem Kinde, das ihr übergebenwird, mit den Elementen beginnen, Elementarschule sein. ***) Während nun aber dieserSatz als unbestritten seststeht, theilen sich die Ansichten bei der Frage, auf welchemPuncte, in welchem Stadium sich die Schulen von einander scheiden sollen, und ich tragekein Bedenken, meine Ueberzeugung dahin auszusprechen, daß die Scheidung schon mitder Elementarschule beginnen, der unterscheidende Typus der einzelnen Schulart bis aufdie Anfangsclasse sich erstrecken soll. Wären freilich die zwischen den einzelnen Schul-arten errichteten Schranken in der Weise unübersteiglich, daß jeder, welcher einmal in
*) Die Nachweisung hievon s. in dem Art. Schularten, vgl. Schule S. 985 f.
") Vgl. d/Art. Schülerzahl Bd. VII. S. 781 f.
*") Vgl. d. Art. Elementarschule.