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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Vorschule.

Spielraum lassen müßte. Eine Periode lebendigerer Thätigkeit auf diesem Gebiete inden mittleren und größeren Städten müßte vorangehen. Daran fehlt es aber ja selbstin Städten, welche sonst für ihr Schulwesen rühmlichst besorgt sind, wie das z. B. vonBerlin gilt. Die Fürsorge für das Elemeutarschulwescn hält nicht völlig gleichen Schrittmit der für das höhere Unterrichtswesen. Wir brauchen bloß von dem organisatorischenGebiete hinüberzutrctcn auf das ökonomische, um jeden etwa noch möglichen Zweifel zubeseitigen. Wie weit steht da, wenn sporadische Ausnahmsverhältnisse abgerechnet wer-den, doch das Elemcutarschulwesen zurück. Sicher fehlt cs auch im höheren Schulwesennicht an schlecht dotirtcn Schulen und an Lchrerstellcn, die ihren Mann nur daun halb-wegs nähren, wenn er die Nebenarbeit übermäßig steigert, ja vielleicht zur Hauptarbeitmacht: daß die durchschnittliche Dotation der Elementarschulen, und zwar namentlich derstädtischen, eine auch verhältnismäßig viel unzureichendere ist, das wird ernstlich wohlnicht bestritten werden wollen. Allerdings, die Abhülfe ist nicht leicht und läßtsich nicht mit einem Schlage beschaffen; am allerwenigsten durch das beliebte Uni-versalmittel der Staatshülfe, welche, im umfassenderen Maße gewährt, voraussichtlichnur zu noch viel größeren Verwicklungen führen würde; wohl aber, wenn auch nurSchritt für Schritt, von einem regen Gemcindeleben aus. Dazu ist vor allem lebhaftesInteresse der Gemeinde erforderlich, und wenn das noch nicht oder nicht überall in wün-schenswerthcm Grade hervortritt, so muß dasselbe auf alle Weise geweckt, genährt, ge-steigert werden. Selbstverständlich müßen etwaige Hindernisse aus dem Wege geraumoder mindestens abgeschwächt werden. Ein solches Hindernis nun würde der Anwallder Elementarschule in dem jetzigen Vorschulwesen erblicken müßen. Die höhere Schule,nur ihre eigensten Interessen verfolgend, kann sich Wohl damit zufrieden geben, daß be-sondere Elementarschulen die Vorbereitung für sie übernehmen und sich zu diesem Zweckevon den übrigen Elementarschulen völlig absondern. Für die höhere Schule ist cS einerlei,ob ein anderes Schulgebict dadurch nothlcidet. Noth leidet aber in der That die Ele-mentarschule, der dadurch die besten Kräfte entzogen werden, nicht bloß unmittelbareNahrung gewährende, sondern auch solche, die mittelbar Helfen. Gerade diejenige Gat-tung der Elementarschulen, welche ihren Stock und Kern bilden sollte, die von den Hin-derungen der niedrigsten Schulart, der Armen- oder Freischule, befreite Bürgerschule wird >durch die Vorschulen wesentlich verkürzt. Für die Elementarschule bleiben in der Haupt- ,sache nur diejenigen Bevölkerungskrcise übrig, die für die Erziehung ihrer Kinder wenig ithun können, also auf Freischulen oder Schulen mit sehr niedrigem Schulgelde ange-wiesen sind. Nun mag man Schulen gründen, welche kein Schulgeld erheben, und mag !sie so freigebig wie möglich in Bezug auf Gebäude, Einrichtung, Lehrmittel und Lehr- :kräfte ausstatten; man wird doch wohl wenigstens mit der Zeit den Gedanke»an eine generelle Aufhebung des Schulgeldes in der Elementarschule aufgcben. Je mehrman der Schule geneigt und ihre äußere und innere Lage zu fördern bereit ist, best«mehr muß man sparsam sein, das heißt zu Rathe halten, was der Schule zu statte»kommen kann. Daß dazu diejenige Bctheiligung der wohlhabenderen Kreise gehört,welche der Schule in der Form des Schulgeldes zuthcil wird, bedarf nicht der Erör-terung, sowenig wie es des Beweises bedürfen möchte, daß der Ersatz dieser Zuschussder Gesammtheit viel schwerer wird, als den Einzelnen die unmittelbare mit ihrem eigen-sten Interesse Hand in Hand gehende Leistung. Die Vorschulen der höheren Schule», leinigermaßen besucht, sind im Etat des höheren Schulwesens eher Gewinn- als Verlust- !Positionen. So entstünde die einigermaßen wunderliche Situation, daß das überaus be- !dürftige Elemcntarschulwesen es noch umernähme, einen Theil der Kosten des höhere» !Schulwesens zu tragen. Was aber noch viel höher anzuschlagen ist als der Verlust lziemlich erheblicher materieller Mittel, welche durch die Vorschule dem Elemcntarschul- !wesen entzogen werden, scheint uns der Verlust an Interesse für die Elemcntarschul! ^überhaupt zu sein, der darin liegt, daß die Mängel der Entwicklung und Ausgestaltung !des Elcmentarschulwcscns gerade in denjenigen Kreisen nicht unmittelbar empfunden wer- ^