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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Volksschullchrerscminar.

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Examinanden, aber es verleiht ihm nicht das Recht definitiver Anstellung, weil er sichvor derselben praktisch und selbständig zu bewähren hat. Der Nackweis, daß er dasgcthan, durch Zeugnisse seiner Vorgesetzten geführt, verschafft ihm Zulassung zur zweitenPrüfung. Diese untersucht seine praktische Tüchtigkeit und den Grad seiner Fortbildung.Sie erstreckt sich darum in ihrem theoretischen Theile hauptsächlich auf die Dinge, mitdenen Examinand sich beschäftigt zu haben versichert. Ist es ihm gelungen zu beweisen,daß er selbständig zu lehren und zu arbeiten verstehe, daun wird er für definitiv an-stellnngsfähig erklärt; er hat aber außerdem das Recht, auf eine Specialprüfuug in denRealien auzutragen, auf Grund deren ihm die Qnalification zum Unterricht in LenUnterclassen gehobener Schulen (Mittelschulen, Bürgerschulen, höhere Töchterschulen) ver-liehen wird. In dem Zeugnis ist es ausdrücklich auszusprechcn, ob diese Liceuz eine all-gemeine sei oder sich nur auf einzelne Gegenstände (Naturkunde, Geschichte, Mathematik)beziehe.

Diese Prüfungseinrichtung würde allerdings zur weiteren Voraussetzung das haben,daß wenigstens mit einem Seminar in jeder Provinz Institutionen zur Fortbildungseminaristisch gebildeter Lehrer verbunden würden. Vorträge, wie sie in Berlin gehal-ten werden, erscheinen mir dazu nicht ausreichend; ich denke vielmehr, wie ich cs schonin meiner Brochüre über Volksschule rc. in Frankreich S. 87 sf. auseinandergcsetzt habe,an eigentliche Lchrcurse, nicht sechswöchentliche, in die Sommerferien gepreßte, sondernan solche, die ein ganzes Semester andauern, mit denen auch die Gelegenheit zu Lchr-übnngcn verbunden wird, und zu welchen den jungen Lehrern ebenso wie zum Besucheder Ccntralturnanstalt, des Institutes für Kirchenmusik Unterstützungen aus Staatsmit-teln gewährt werden (vgl. die Cnrse für Zeichenlehrer in Eßlingen).

Ucbrigcns sollten überall die Seminare, wie es in Preußen meist geschieht, durchan ihnen abgehaltne allgemeine Lehrerconferenzen und durch Schnlbcrcisnngen der Se-minardirectoren und Scminarlehrer mit ihren früheren Schülern in Verbindung bleiben.Wichtiger aber ist es, daß innere Beziehungen bleiben, daß die Scminardirectoren, dieFamilienlehrer in brieflicher Verbindung mit ihren früheren Zöglingen stehen, und diesein ihnen ihre natürlichen Berather sehen. An den Seminaren für Lehrerinnen hat dieabhängige Lage, in der die jungen Mädchen meistens stehen, das leicht zu Wege ge-bracht. An Lehrerseminaren ist es nicht überall der Fall.

Man hat die Seminare auch vielfach anderen Zwecken dienstbar gemacht, Taub-stummen- und Blindenanstalten mit ihnen verbunden, auch Waisenhäuser. Je deutlicherdie Erkenntnis von dem Umfange der der Lehrerbildungsanstalt für sich zufallendcnAufgabe wird, desto mehr kommt man davon zurück. Dagegen ist zu erwarten, daßman sie für die Ausbildung der Schulinspcctoren, bezw. für die Ertüchtigung der jungenTheologen für die Schulaufsicht in höherem Maße, als es bis jetzt schon in Preußender Fall ist, in Anspruch nehmen werde. Es ist zu wünschen, daß das in einer Weiseeingerichtet werde, die nicht, wie die gegenwärtige, beide Theile ohne wesentlichen Nutzenfür sie belästigt. Der Mangel des gegenwärtig ungeordneten Hospitiums besteht darin,daß die jungen Gäste über die Gründe des Verfahrens, das sie sehen, keine Belehrungdaß sie überhaupt nur, wo sich ein Director ihrer besonders annimmt, eine für sieselbst bestimmte Unterweisung erhalten und daß sie nicht selbst geübt werden. Zudemist die dem Hospitium bemessene Zeit zu kurz. Es wäre gewiß nicht unzweckmäßig, injeder Provinz, nur ein Seminar mit der Ausbildung der Candidatcn der Theologie fürdie Schulinspection zu beauftragen, diesem aber dann etwas znznmuthen. Es ließesich eine Einrichtung, bei welcher an der betreffenden Anstalt sowohl von den Lehr-stunden in der Ucbnngsschnle, wie von den Pflichtstunden der Seminarlehrer vonvornherein einige Stunden für die Kandidatenreservirt würden, Wohl treffen. Fürdiese könnten dann 24 Cnrse von bezw. 36 Monaten eingerichtet werden. Siewürden in dieser Zeit in dem Seminar und besonders in der Schule hospitiren,sie würden sich in dieser üben und würden von den einzelnen Fachlehrern in die