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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Volksschullehrcrscminar.

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Theil genommen und nicht wenige von ihnen sind mit dem eisernen Krenze geschmückt.In den kleinen, wie in den großen Gemeinden leisten sie dem Gemeinwesen ihre Dienste;in dem Schuldienste selbst sind ihnen keineswegs nur die untergeordneten Stellen ge-blieben; als Rectoren Von Mittelschulen zieht man sie vielfach den Literaten vor, alsSeminarlchrer, Directorcn, als Schulinspcctoren und selbst als Schulräthe haben siesich bewährt. Die pädagogische Literatur der vcrschiedncn der Elementar- oder Volks-schule angehörcndcn Gebiete weist zum Theil Vorzügliches auf, und was die Haupt-sache ist, in unfern Volksschulen wird mit Liebe, mit Eifer und mit Geschick gearbeitet.So viel zu wünschen bleiben mag, so viel sich gegen einzelne Lehrer oder Schulen sagenläßt, so liefert doch der Zustand des Schulwesens im großen und ganzen den Beweis,daß die Aufgabe, welche dem Seminare gestellt ist, gelöst werden kann und in derVollkommenheit oder Unvollkommenheit, welche aller menschlichen Arbeit anhaftct, auchgelöst wird. Ich stehe nicht an, ein weiteres Zeugnis dafür in der Thatsache zu fin-den, daß nicht nur Schullehrer von Fach, sondern auch Gelehrte von tiefer und um-fassender Bildung die Arbeit im Seminar für eine ihrer würdige erachtet haben; manlese, mit welcher Wärme Stoy von ihr redet, und ich glaube, wie Jacob! und Curt-man spräche doch heute kein Scminardirector mehr von der Sache. Auch in Len regie-renden Kreisen hat sich die Stimmung gewendet und derselbe Fürst, der 1849 den Se-minaren seiner künftigen Monarchie ein so ungünstiges Zeugnis geben mochte, wohnt,ein Philalethes in jeder Beziehung seines reichen und vielgeprüften Lebens, als König oftund gerne dem Unterricht in den Lehrerbildungsanstalten seines Landes bei.

Aber wie ist die Aufgabe zu lösen? welcher unter den vielerlei eingcschlagcncnWegen ist der richtige? Die Antwort darauf hat sich mit den Zöglingen, mit der Un-terrichtsarbeit, mit der Wahl der Lehrer und der Directorcn, mit der erziehenden Tä-tigkeit, dem Confcssionsstande, den Beziehungen des Seminars zu den abgegangcnenZöglingen und der sonstigen Wirksamkeit, welche dasselbe nach außen übt, zu be-schäftigen.

Die Vorbildung der Zöglinge, bezw. deren Aufnahme ins Seminar.Wie aus der vorgängigcu Darstellung erhellt, hatten bis jetzt zwei deutsche Staateneine Form der Vorbildung obligatorisch gemacht: Bayern, indem es seine Präparanden-anstaltcn errichtete, und Sachsen, indem cs den Präparandcncursns in den des Seminarsselbst aufnahm. Von den bayrischen Verhältnissen habe ich nur eine abgeleitete Kennt-nis; sie liegen auch so sehr verschieden von denen des übrigen Deutschlands, daß vor-läufig die Wechselbeziehung noch fehlt. Anders ist es mit Sachsen. Die dasigen Ein-richtungen sind in ihrer Art musterhaft, und es ist viele Neigung vorhanden, sie nach-znahmen. Ich möchte darum die Bedenken nicht unterdrücken, welche sich gegen dieorganische Verbindung von Proseminar und Seminar erheben lassen. Die Entfremdungvom Leben, welche ein sechsjähriges Anstaltsleben gerade in der Zeit von 15 bis 21Jahren zur Folge hat, wird nur theilweise dadurch gemildert, daß die Mehrzahl derPwsemiuaristen im Erternat lebt; einmal sind doch immer von ihnen im Internat unter-gebracht und zum andern wohnen ja auch nur wenige der übrigen im Eltkrnhausc.Das 15. Lebensjahr ist für die Wahl eines Berufes, wie der des Lehrers ist, etwasfrüh. Allerdings trifft das die meisten anderweitigen Einrichtungen auch, aber dasSeminar hat ihnen gegenüber eine größere Freiheit. Der Proseminarist gelangt durchAscension, der Aspirant durch eine bestandene Prüfung in die Anstalt. Endlich ge-währen die sonst getroffenen Arrangements in der Regel dem Zöglinge den Vorthcil,d^ß sich sein Gesichtskreis stufenweise erweitert, und daß er in den Unterricht der Se-minarlchrcr zu einer Zeit tritt, wo er fähig ist, denselben zu verstehen und auf sichwirken zu lassen. Wo aber Proseminar und Seminar organisch verbunden sind, stumpftsich die Empfänglichkeit für den Seminaruntcrricht ab, ehe derselbe beginnt; es wirddemnach, fürchte ich, auch die Frische der Seminaristen und, um ein Wort von Stoy zuPädag. Enchklovädie. X. 11