Druckschrift 
10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
Entstehung
Seite
155
Einzelbild herunterladen
 

Volksschullchrerscminar.

155

gesetzte Uebung sämmtlicher Numern deS eingeführten Choralbuchs; 2 Einspielen derin der Harmonielehre analysirten, transponirten kleinen Orgelsätze; Abspielen derartigerStücke vom Blatte. Sichere Aneignung eines Vorspiels zu jedem gebräuchlichen Choral,als Ausrüstung für würdiges, gottesdienstliches Orgelspiel. 1 Choraltransposition,Uebung im Moduliren, Erfinden kleiner Choraleinleitungcn und einfacher Zwischenspiele,e. Harmonielehre. Diejenigen Seminaristen, welche zum Organistendienst nicht ausge-bildet werden sollen, haben nichtsdestoweniger an dem Unterrichte theilzunehmen, aber siebrauchen nur das Pensum von 3 und aus dem ersten den geschichtlichen Theil zu ab-solviren. 3. Aufstellung und Einübung der Dreikläuge in Dur und Moll, der Septi-men- und Nonenaccorde nach ihren Hauptformen und den Grundgesetzen ihrer Verbin-dung. 2. Befestigung der Zöglinge in der Kenntnis des harmonischen Materials undfortwährende Verwendung desselben im Aussetzen von Chorälen, sowie im Analysiren,Transponiren und Einspielen kleiner harmonischer, vom Lehrer gegebener Orgelsätze.Erster Cursus der Modulation. 1. Harmonisirung des Chorals und des Volksliedes.Erfindung einfacher Choraleinleitungen. Bildung von kirchlich würdigen Zwischenspielen.Zweiter Cursus der Modulation. Die alten Tonarten. Einiges zur Kenntnis der wich-tigsten Formen der Vocal- und Instrumentalmusik. Bau und Pflege der Orgel. Eini-ges zur Geschichte der Musik, ä) Violinspiel. Die Seminaristen werden nicht nachJahreöcursen, sondern nach dem Maße ihrer Fertigkeit in Abtheilungen gesondert. JedeAbtheilung hat die Aufgabe der eingeführten Elemcntar-Violinschule von Stufe zu Stufecorrect zu lösen. Neben dieser formellen Aufgabe sind folgende in Bezug auf den Stoffund die Fertigkeit zu lösen: 1. feste, gedächtnismäßige Einübung der Choralmelodiensowie der in der Seminarschule vorkommenden Volkslieder. 2. Heranziehung von Duet-ten in systematischer Folge. 3. Einführung der oberen Abtheilung in die höheren Lagen,o) Gesang. 3. in besonderem Unterrichte: Elemcntarübungen zur Stimmbildung undzur sclbstthätigen Auffassung und Darstellung der melodischen, rhythmischen und dynami-schen Tonverhältnisse. Choräle und Volkslieder, erstere einstimmig, letztere ein-, zwei-und dreistimmig. Außerdem gemischter Chor combinirter Classen. Wetterführung derElementarübungen und zwar in eigentlichen, als selbständige Tonstücke ausgeprägten Vo-kalsten und Solfeggien in mehr und mehr eingehender Behandlung. Intervalle, beson-ders aber auch der Accorde und ihrer verschiedenen Gestalten: Feste Einprägung dergangbarsten Kirchenmelodien. Mehrstimmige Choräle. Figuralgesänge: a) die liturgischenChore, welche die erste Classe auch dirigiren lernt; k>) andere geistliche Chorgcsänge,Motetten, Psalmen von klassischen Meistern, o) Weltliche Chorlicder unter besondererBetonung des edleren Volks- und Vaterlandsliedes. 1. in besonderem Unterrichte: Me-thodische Anleitung zur Ertheiluug des Gesangsunterrichts in der Volksschule, verbundenmit praktischen Hebungen. Ausführung von gemischten Chorgesängen in Gemeinschaftmit der Oberclasse der Seminarschulc. — Der Unterricht hat die Ausbildung der Semi-naristen zu guten Gesanglehrern, zu Cautoren und Organisten zum Ziel. Die Erwei-terung dieses Zieles darf nicht durch die Ausbildung einzelner Zöglinge zu Virtuosenbeeinträchtigt werden. Auch sind die Seminaristen zum Verständnis der Meisterwerkezu erziehen und dadurch vor der Neigung zu bewahren, in der Kirche den Gemeinden,im Unterrichte den Schülern eigene Compositionen statt derselben zu bieten. — DieStundenzahl von je 5 für die beiden unteren, 3 für die Oberclasse ist so zu verstehen,daß bei Abtheilungsunterricht in den technischen Gegenständen jede Abtheilung die betref-fende wöchentliche Stundenzahl erhält.

Zeichnen. Nossen. In 4. Zeichnen an Wandtafeln, besonders zum Zwecke derVorbereitung des Schülers für den Anschauungs- und den naturgeschichtlichcn Unterricht inder Schule. Zeichnen nach Gypsmodcllen; Ornamentenzeichnen und Pflanzenzeichnen;hierzu tritt in 3. das Wichtigste aus der Lehre von der Perspective; Uebungen imLandschafts- und Thierzeichneu; in 2. und 1. Zeichnen an der Wandtafel und nachGypsmodcllen. Köpfe und Figuren nach Vorlagen; ähnlich in Dresden. Bielitz: