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Volksschullehrerseminar.
Die Erscheinungen des Lichtes, der Wärme und des Schalles, e. Chemie. Erweiterungdes Pensums der vorigen Classe mit Hinzufügung der organischen Chemie. In allendrei Disciplinen wird das Methodische auf dieser Stufe gegeben und werden Muster-lectionen ertheilt, Lehrproben abgenommen. In 1. Ergänzung des Pensums nach dermethodischen Seite des Gegenstands. Neu cingcführt wird eine Uebersicht des Bauesder Erdrinde. Anleitung für die selbständige Fortbildung. Es ist die besondre Aufgabedes Unterrichtes, für die Darstellung der Naturwissenschaften Methoden zu finden, durchwelche sie auch auf den untersten Stufen schon formal bildende Kraft erlangen. Es istdaher überall von der Anschauung auszugehen, der Unterricht in der Physik und derChemie darf nie ohne das Experiment, der in der Naturbeschreibung nie ohne das Originaloder die Abbildung auftreten. Reines Gedächtniswerk ist ausgeschlossen. Ziel ist: die .
Befähigung der Zöglinge, sich selbstständig in den 3 Naturreichen zurecht zu finden, an s
der Hand guter Bücher weiter zu arbeiten und einen anschaulichen Unterricht zu ertheilen.
Musik. Nossen hat in 4. Harmonielehre, Gesang, Orgel- und Clavierspiel in ;
je 4, Violinspiel in 2 Sectionen; dieselben Gegenstände in 3., nur daß für Orgel und !
Clavier nur 3 Sectionen eingerichtet sind, in 2. und 1. sind wieder 4 Sectionen !
für Orgel-, aber nur 2 für Clavierspiel. Dresden hat dieselben Gegenstände mitetwas modificirter Sectionseintheilung; Violinspiel wird in 3 Sectionen gelehrt, schließt ;aber in 2. ab. In Bremen fallen Orgel und Clavier weg; der gesammte Musikuütcr- 'richt wird in wöchentlich 5 Stunden ertheilt, von denen 2 auf den Gesang, 2 auf dasViolinspiel, 1 auf die Harmonielehre kommen. Im Gesänge sind alle Classen vereinigt,im Violinspiel zerfallen sie je nach der Fähigkeit in 3 Abtheiluugcn, in der Harmonie-lehre in 2. Der Hamburger Lehrplan begnügt sich damit zu bestimmen, daß für
Musik und Gesang in 3. wöchentlich 5 Stunden, in 2. und 1. je 4 Stunden für
jede Abtheilung angesetzt werden sollen. Als Lehrgegenstände werden aufgeführt: Clavierund Schulorgel, Geige, Singen. In Gotha werden die Seminaristen in Abtheilungenzu 3—5 im Orgelspiel derart geübt, daß jeder Zögling der 2. und 3. wöchentlich eine, jederZögling der 1. wöchentlich zwei Orgelstunden hat. Geigenspiel haben 3. und 2. wöchentlich 2,
1. wöchentlich 1 Stunde in zwei Abtheilungen; im Gesang sind alle 3 Elasten in 2Stunden wöchentlich combinirt, die 3. hat außerdem noch 1 Stunde Treffübungen:Theorie geht durch alle 3 Classen mit 2, 2, 1 Stunde. Oesterreich hat wöchentlich2 Gesangstunden und 2 Geigenstunden durch alle Classen; letztere mit der Bedingung,daß sie in Gruppen von höchstens 10 Zöglingen ertheilt werden. Clavier- und Orgel-spiel wird in wöchentlichen 2 Stunden als „nicht obligates Fach" gelehrt. Karlsruhehat Gesang, Orgel-, Clavier- und Geigenspiel durch alle 3 Classen; Harmonielehre in
Verbindung mit dem Orgelspiel. Pr. Fried land hat in 3. Gesang, wöchentlich 3
Stunden; Harmonielehre wöchentlich 1 Stunde; Clavierspiel wöchentlich 1 Stunde;Violinspiel 2 Stunden und außerdem beaufsichtigte Hebungen auf der Orgel; in 2. Gesang,Harmonielehre und Orgelspiel je 2 Stunden wöchentlich, Violinspiel 1; in 1. Gesang undOrgelspiel je 2 Stunden wöchentlich, Harmonielehre und Violinspiel je 1 Stunde wöchentlich.
Der preußische Lehrplan, welcher unter Bcirath der Mnsikdirectoren Hentschel undLudwig Erk aufgestellt ist, bestimmt: a. Clavierspiel. In 3. rein technische Hebungen fürAnschlag und Geläufigkeit, eigentliche Etüden in einer Stufenfolge, wie sie in den besse-ren Klavierschulen gegeben ist; freie Tonstücke; aufsteigend etwa von den ClementischcnSonatinen in einer Reihe, worin neben bewährtem alteren auch das berechtigte NeueVertretung findet. In 2 Fortsetzung der Etüden; bei besonders beanlagten und geför-derten Schülern selbst bis zum Cramerschen Werke hin; Sonaten von clasfischen Meisten:wie Mozart, Beethoven, Haydn u. s. w. nach einer vom Lehrer zu treffenden progressivenAnordnung. In 1 bleibt das Clavierspiel Privatübung, d. Orgelspiel. Der Semina-rist hat von Classe zu Classe in der eingeführten Orgelschule nach dem Maße seinerBegabung und seiner Vorbildung fortzuschrciten und dieselbe soweit durchzugehn als ervermag. Außerdem fallen jeder Classe noch allgemeine Aufgaben zu, nemlich: 3 fort-