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Volksschullehrcrsemiiiar,
die geübteren Schüler zeichnen Arabesken, Kapitale, Köpfe, Figuren und Landschaften nachModellen und Vorlagen; mit den andern werden zuerst die perspcctivischcn Elementedurchgenommen, dann einzelne geometrische Körper und Truppen derselben nach Modellenin Blei oder zwei Kreiden dargestellt, endlich Arabesken und Kopftheile nach Vorlagengezeichnet. Der Küsnachter Lehrbericht specialistrt das Zeichnen nicht. Karlsruhehat in 3. Freihandzeichnen: Darstellung und Theilcn der Linien und Winkel. Zeichnender geometrischen Flächenfiguren; Verwandlung geometrischer Grundformen in gleich-und auderartige gemischte und krummlinige symmetrische Figuren. Zusammengesetztesymmetrische Figuren durch Ein-, Neben- und Uebcrordnung. Zeichnen rechtwinkligerund runder Körper nach der Vorderansicht. Zeichnen symmetrischer Figuren und Orna-mente nach Vorlagen. Lincarzeichneu, geometrische Coustructionen und Uebungen imOrnamentzeichucn; in 2. Freihandzeichnen; u. Ornamente, Figuren, d. nach Gypsmo-dellen mit Conturschatten. Uebungen im perspectivischcn Zeichnen; in 1. werden diesefortgesetzt, das Freihandzeichnen nach Vorlagen geübt und Methodik des Zeichenunter-richts gegeben. Bremen: Alles Zeichnen ist Freihandzeichnen; es umfaßt: u. dasZeichnen einfacher und verzierter geometrischer Figuren; ll. das Copircn von einfachschattirten Vorlageblättern verschiedener Art; 6. die Elemente der Perspective; ä. dasZeichnen von Heizkörpern, Gypsmodellcn, Naturgegenständcn; o. das Schattiren mitschwarzer Kreide; k. mit schwarzer Tusche und Sepia; §. das Copircn ausgeführterOrnamente, Köpfe und dergleichen. In Württemberg wird der Vorstand des Se-minars ermächtigt, die Talentlosen von diesem Fache zu dispenstren oder sie auf dasLincarzeichneu mitGebrauch mechanischer Hülfsmittel zu beschränken. JnPr. Friedlanderhält 3. Anleitung zur Darstellung einfacher räumlicher Gegenstände in einer Linearzeich-nung , wobei der Gang und das Verfahren vorbildlich für den Unterricht in der Volks-schule ist; in 2. wird nur noch 1 Stunde wöchentlich erthcilt: Uebung in Auf- undGrundrissen und in perspectivischer Auffassung und Darstellung einfacher Gegenständenach der Natur und nach Vorlagen, sowie im Freihandzeichnen von Pflanzen undThierformen mit Flächenschatten. Die Zöglinge der ersten Elaste arbeiten nur noch privatim.Preußischer Lehrplan. Freihandzeichnen: Darstellen und Theilcn der Linien undWinkel. Zeichnen der geometrischen Flächcnfignren. Zusammengesetzte symmetrische Figurendurch Einziehung in ein Quadrat genommen. Zeichnen rechtwinkliger und runder Körper nachder Vorderansicht. Zeichnen symmetrischer Figuren und Ornamente nach Vorlagen. Lineal-zeichnen, Uebungcu in Ornament- und im Zeichnen an der Wandtafel. In 2. a) Ele-mente der Perspective, ll) Freihandzeichnen nach Heizkörpern, Gypsmodellcn, Natur-gegenständen, ansgeführt mit schwarzer Kreide, Tusche, Sepia u. s. w. je nach der Be-gabung der einzelnen Zöglinge, o) Uebung im Zeichnen an der Wandtafel. In l.a) Fortgesetzte Uebung, besonders an der Wandtafel, auch in Objecten, welche in andernUnterrichtsstunden zur Veranschaulichung dienen, ll) Methodik des Zeichenunterrichtsund c) Anleitung für die Fortbildung. Ziel des Unterrichtes ist die Befähigung des Se-minaristen, diejenigen Zeichnungen, welche er in den verschiedenen Lehrgegenständen(Geometrie, Geographie, Anschauungsunterricht, resp. Sprechübungen) an der Wandtafelzu zeichnen hat, sauber ausführen und in der Volksschule einen verständigen Zeichenunter-richt ertheilen zu können.
Wie die Schreibstunden vertheilt sind, crgiebt die vorstehende Tabelle.
Fremdsprachlichen Unterricht haben Hamburg, Oesterreich, die Schweiz und der preu-ßische Lehrplan, dieser facultativ.
Vergleiche außer den im Text angeführten Quellen noch: Dittes, Lehrplan desherzoglichen Lehrerseminars zu Gotha, t868. Kehr, 7. Jahresbericht über das Lehrer-seminar zu Gotha, 1872. Lehrplan für das Hamburgische Lehrerseminar, 1872. Vcrna-leken, Erster Jahresbericht von der k. k. Lehrerbildungsanstalt bei St. Anna zu Wien,
1871. Leutz, Der Unterricht in dem großherzoglichen Badischen Seminar in Karlsruhe,
1872. Kockel, 3. Bericht über das Königliche Seminar zu Friedrichstadt-Dresden 1872.