Volksschullehrerscminar.
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„die Fähigkeit, einen guten Aufsatz schreiben zu können. Wirkliche Redeübungcn anzu-„zustellen liegt jedoch nicht in der Aufgabe des Seminars (a.a. O. S. 12.) Das Lesen„wird mit der Literaturkunde verbunden" S. 13. Der Hamburger Lehrplan hat in3. und 2. Grammatik und zwar in 3. zusammenhängende Darstellung der Formen- undSatzlehre; Einübung des grammatischen Stoffes am Lesestück; in 2. systematische Dar-stellung der Orthographie mit Rücksicht auf die Lautlehre; die Formen- und Wortbildungs-lehre mit Hinweis auf die historische Entwicklung derselben, in 2. Lcctüre mit gelegentlichenMittheilungen aus der Literaturgeschichte; in 2. Lcctüre und Literaturgeschichte; zurLectürc werden geeignete Beispiele aus den verschiedenen Dichtnngsartcn gewählt; hieranknüpft sich die Unterweisung in der Metrik und der Poetik. Die Literaturgeschichte reichtbis zum 17. Jahrhundert; sie wird in der Oberclasse weiter geführt, verbunden mitder Lectüre elastischer Schriftstücke. Die Stillehre wird auf der Mittelstufe in einerwöchentlichen Stunde theoretisch gelehrt; sonst werden Aufsätze besprochen, gefertigt,corrigirt. Karlsruhe lehnt sich in Bezug auf die Grammatik und Stil an dievorgenannten Lehrpläne an, giebt aber aus der deutschen Literatur nicht so viel Stoffund führt Literaturgeschichte, insbesondere von Klopstock an erst auf der Oberstufe ein;dagegen legt es bei der Auswahl der Themen für den deutschen Aufsatz Werth auf solcheaus der Erziehungs- und Unterrichtslehre und übt Gcschäftsaufsätzc, betreffend die imamtlichen Leben des Lehrers vorkommenden Schreiben und Berichte; auch wird mit denpraktischen Hebungen in der Seminarschule Anleitung zur Ertheilung des deutschen Sprach-unterrichtes verbunden. Für Württemberg bestimmt die Verordnung vom 28. Juni185S: der Sprachunterricht soll theils ein richtiges Verständnis des Inhalts von Lesc-stücken, theils einen angemessenen mündlichen und schriftlichen Gcdankcnausdruck bezwecken.Zu diesem Ende sind die Zöglinge theils mit der Grammatik (Redetheile, Formenlehre,Satzbau), womit die Regeln von der Rechtschreibung und die Lehre von der Bedeutung,Ableitung und Sinnverwandtschaft der Wörter zu verbinden sind, bekannt zu machen,theils im Analysiren von Abschnitten des Lesebuchs im veränderten mündlichen undschriftlichen Reproducircn derselben, im Rcchtschreiben durch Dictirübungen, sowie imausdrucksvollen Lesen und freien Vortrage, endlich in selbständigen Ausarbeitungen, theilsüber Gegenstände des Lesebuchs, theils über einzelne Theile aus andern Unterrichtsfächernzu üben. Auch ist behufs der Sprach- und Gemüthsbildung der Zöglinge für eineangemessene Privatlectüre derselben, besonders aus dem Gebiete der Biographie, derLänder- und Naturschilderung in der Weise zu sorgen, daß sie über das Gelesene ihremLehrer Rechenschaft zu geben haben." Auch die Erweiterung des Lehrplans bei Ein-führung des dreijährigen Cursus bestimmt nur: Deutsche Grammatik, u. die Satzlehre,d. die Wort-, Wortformen- und Wortbildungslehre, beidemal mit onomatischen, synony-mischen und Analysirübungen unter fortgesetzter Anlehnung an das Lesebuch. Von derKenntnisder deutschen Literatur ist nirge nds die Rede. JnPr. Friedland(a. a. O. S. 472—478) in 3. Anweisung zur Ertheilung des ersten Lese- und Schreib.Unterrichtes mit praktischen Hebungen. Behandlung des I. Theiles des preußischenKinderfreundes. Grammatik, Aufsätze und Privatlectüre; in 2. Wackernagels LesebuchThl. II; Grammatik, Aufsätze und Privatlectüre; in 1. Wackcrnagels Lesebuch Thl. III;ein übersichtlicher Lehrgang für den ganzen Sprachunterricht im Anschluß an Lehrübungen.Aufsätze, Privatlectüre. Zur Privatlectüre dienen in 3. Grimm's Märchen, HebelsErzählungen, Krummachers Parabeln, Schuberts Oberlin. Das Vaterland von Curt-man; Blücher, Derfflinger, Gellert von Horn, Erzählungen von Stöber, die Be-freiungskriege von Jahn, Kamerad Hechel von Jahn, Biographien aus der Naturkundevon Grube; in 2. Schriften von Werner Hahn, Ledderhose, Jahn, Neigebaur (Nettelbcck)Meurer (Luther); naturkundliche von Tschudi und Gloger; Pestalozzi: Lienhard undGertrud; Horn: Spinnstube, Meister Conrad. I. Gotthelf: Uli der Knecht; Erzäh-lungen von Schubert, Ahlfeld, Glaubrecht und Echtermeyers deutsche Gedichte; in 1.Vilmar: Nationalliteratur; Vernaleken: Literaturbuch; Claudius Werke; Nibelungenlied