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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Volksschnllchrcrseminar.

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„Schulrath a. b. O." jede Gemeinde, welche die neue Lescmcthode cinführt, jedenBürgermeister, der einem vom Seminar gekommenen jungen Lehrer fördernd zur Handgeht; Türk fährt auf seinen Schulreifen durch kein Stadtthor, ohne ein erbaulichesSelbstgespräch über den Segen, den er nun mitbringc. Die Beschreibungen von Er-öffnungsfeierlichkeiten registrircn sorgfältig die Thronen, welche dabei vergossen wordenfind. Das must uns, die wir kühler und härter geworden sind, etwas fremd aiimuthen,zumal wir auch heute ganz gut wissen, dast die Schule nicht der einzige Factor dcSEnlturlebcnS ist; aber dennoch dürfen wir über die Alten nicht lächeln. Es ist vielmehrunsere Pflicht, anznerkcnncn, daß damals mit großem Ernst, mit hingcbcnder Treue,und in den allermeisten Fällen auch mit großer Selbstlosigkeit gearbeitet worden ist.Auch sind die u»S vorliegenden Lehrpläne und Lchrberichte Zeugnisse dafür, daß manbei der Ausführung selbst mit großer Nüchternheit vorgicng; wie der nachfolgende Lehr-plan von Necnelle nachweist, auS welchem außerdem hervorgeht, eine wie klare Einsichtin die Aufgabe der Seminare selbst damals bereits gewonnen worden war:

Die gewöhnlichen UuterrichtSgcgcnstände sind: ih Religion, zur Bewirkung einermöglichst lebendigen Erkenntnis ihrer Wahrheit und Göttlichkeit, einer fruchtbaren Kennt-nis der Schrift und besonders der heiligen Geschichte, sowie der einfachsten Regeln derSchriftauslegung mit vorsichtiger Benutzung der dahin cinschlagcndcn Hülfsbüchcr, undüberall mit Hindentung auf den praktischen Werth der biblischen Lehren. Ucberhauptmuß die ganze Behandlung der Seminaristen dahin abzwcckcn, einen frommen Sinn inihnen hcrvorzubringcn und zu nähren; die Lehrstunden jedes Tages müßcn mit einerkurzen religiösen Feier anhcben und beschließen, die Sonntage müßen heilige Tage fein,und auf die zweimalige AbcndmahISfeicr des Seminarii muß mit dem ganzen Ernsteder religiösen Andacht vorbereitet werden.

2) Hicrnächst ist der Sprachunterricht am wichtigsten. Der Zweck desselben ist, daßdie Seminaristen richtig aussprechen, mit Ausdruck und wohlgefällig sowohl Prosa alsPoesie vorlefcn und das Erlernte frei und ungezwungen mit Anstand Vorträgen lernen,welches alles ihr künftiger Beruf nolhwcndig erfordert. Hierauf müßen sie eine natur-gemäße Anweisung bekommen, die Regeln der allgemeinen Grammatik sich nach und nachselbst zu abstrahircn, um dadurch zu einer so lebendigen Kenntnis derselben zu gelangen,daß sie das deutlich Angeschaute ihren Schülern wieder bcizubringcn fähig werden. DieStilübungcn, welche hiermit zu verbinden sind, müßcn frei bleiben von jeder Art vonKünstelei, und für künftige Elcmentarlehrcr kann es hierbei nur eine Regel geben, zuallem nemlich, waö die Rede darstellcn soll, den angemessensten und einfachsten Ausdruckzu wählen. Die orthographischen Hebungen sind unmittelbar hiermit verbunden.

ö) Das Rechnen und die Formenlehre sind, wie die Sprachrcgeln, auf heuristischemWege zu erlernen, als ein vorzügliches UebungSmittel des Denkvermögens.

4) Das Zeichnen lernen die Seminaristen auf dem naturgemäßen Wege, wobeizuerst die Hand in der Zeichnung regelrechter Linien, Winkel und Figuren, dann dasAugenmaß im Treffen richtiger Verhältnisse dieser Figuren und zuletzt beide im Nach-zeichnen natürlicher Körper, mit Beziehung auf die Regeln der Perspective, geübt werden.Auf das Schönschreibcn ist jedoch, als auf eine wesentliche Fertigkeit dcS künftigen Schul,lchrerö, noch besonderer Fleiß zu wenden. Tie Handschrift des Seminaristen soll sich durcheinfache Natürlichkeit, Leichtigkeit und Gleichförmigkeit empfehlen, wobei auf die Haltungdes Körpers und die Hand des Schreibenden vorzügliche Aufmerksamkeit zu richten ist.

5) Der musikalische Unterricht umfaßt Clavicr-, Orgclspiel, Gesang und dasBlasen der Posaune. Zur Fertigkeit auf anderen Instrumenten wird sich Gelegenheitzwar darbietcn, aber diese darf nicht aufgcdrungen werden. Die Vertheiln ag des wesentlichenUnterrichis in der Gesanglchre besagt ein besonderer Lcbrvlan Zu. dem Clavier- undBrgclspiel sind außerdem 16 Stunven, und zu der übrigen Jnstru meutalmusck täglicheine Abendstunde bestimmt.

6) Von der physischen, mathematischen und politischen Gcogr.'aphie rst alles zu