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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Volksschullehrcrsciuinar.

men an Kinderhcrzcn," Titze, Lehrer am katholischen Seminar in Ober-Glogau, undRunge, betheiligt bei der Gründung des Potsdamer Seminars, dann Semiuardircctorin Cöslin und zuletzt NegicrungSsä ulrath in Bromberg. Andere ließ die Negierung ander Plamann'schcn Anstalt in Berlin, welche für den corrcctcsten Ausdruck von Pcsta-lozzi's Ansichten galt, auSbildcn. Wie hoch der Staatsrath Süvern den Seminardicnstachtete, crgicbt sich aus dem Briefe, in dem er Harnisch am 22. April 1813 vonder Landwehr zurückricf. Er schreibt: „Die Seminarlchrer werden mit Fleiß undSorgfalt vorbereitet und auSgewählt, um Lehrer und Erzieher zu bilden, die in der Her-anwachsenden Generation eine Volksbildung begründen sollen, welche uns auf immer vordem innen: Versinken bewahre, wodurch wir mit in die äußere traurige Lage gerathensind, der wir erst eben uns zu entwinden ansangcn. An ihnen würden, wenn sie sich denVerthcidigern dcS Vaterlandes anschlößcn, nicht einzelne Personen einen: einzelnen Geschäftentzogen, sondern alles prcisgcgcbcn, waS veranstaltet werden muß, um durch die Jugend-erziehung dem Volk während des Kampfes um Rettung und Erhaltung in der Gegen-wart auch eine bessere Zukunft von innen zu bereiten." Weiter schreibt er: „Fielen Sieoder Henning, Kratz und ähnliche Männer, so giengcn in Ihnen die Bildner der Bildner,es gicngen in Ihnen die unter, auf welche das ganze Gebäude einer innerlich kräftigenVolkserziehung sich gründen soll, und in Ihren Personen würde das Wohl Unzähligerauf'S Spiel gesetzt. Denken Sie darum immer so groß von sich, daß cs der bestePatriotismus sei, wenn Sie sich nicht eher wagen, als bis die Noth fordert, daß wiralle uns in Arme verwandeln." Zur Forderung der Sache wurden fremde Schulmännerberufen; zuerst Zeller aus der Schweiz. Harnisch bot ihm seine Dienste an; er zogaber Gricb aus Jffertcn vor. Das hat ihm doppelt geschadet; einmal ncmlich warGrieb der ihn: gestellten Aufgabe nicht gewachsen, und zum andern hat Harnisch dieZurücksetzung nie verziehen. Seine Mittheilnngen sind die Hauptqnellen für die viel-fachen Anklagen gegen Zeller, der ja freilich durch manche Sonderbarkeiten seine Erfolgebeeinträchtigte, der aber ein reich begabter und ein aufrichtig frommer Mann war(vgl. Dcmbowöki: über ZcllcrS Wirksamkeit in Ostpreußen. Volksschulfreund Bd. 33, Nr. 8).In seine Stelle trat daun Dinier aus Sachsen, allerdings mit beschränkten Kompetenzen.Nach Frankfurt, später nach Potsdam kan: Türk aus Vcvay (vgl. die betreffenden Artikel).

Neue Seminare wurden errichtet oder alte reorganisirt: in Braunsberg, inKaralene (eigentlich Kumctschen in Ostpreußen 1811), BreSlau cv. (l812), Grau-denz, Cöslin und Bunzlan (l8I6), Potsdam, Neuzelle (1817), Neuwied(1819), Bromberg, Erfurt und Mors (1820). In demselben Jahrzehnt wur-den außerhalb Preußens gegründet: Eßlingen 18 ll (vgl. den ausführlichen Bericht vond'Autcl über die Anstalten zur Bildung künftiger Volksschullehrer ev. Coufession imKönigreich Württemberg in den frcimüthigcn Jahrb. I. 127—171), Bautzen, Eisenach,(reorganisirt), und Fricdcbcrg (1817), Kaiserslautern (1818), Bcnsheim (1819), Brom-berg, Mirow und Schlcitz (1820).

Im Jahre 18 t8 wurde diejenige Section im Ministerium des Innern, welche bisdahin die geistlichen- und UnterrichtSangclegenheitci: bearbeitet hatte, zu einem selbstän-digen Ministerium erhoben, an dessen Spitze von 1818 an Stein von Altcnstein trat.*)Verfolgen wir nun zunächst den Gang seiner Wirksamkeit.

I). Es konnte nicht fehle,:, daß die Art, in welcher die Aufmerksamkeit der Be-hörden sich dem Volksuntcrrichte zuwcndctc, und die großen Erwartungen, welche manvon dessen Pflege hegte, die Köpfe erhitzten und die Herzen bewegten, und so erklärt sichdas Pathos und die Sentimentalität, womit man überall vorgieng. Harnisch belobt im

*) Es sei erlaubt, zur Charakteristik der Unbckauntschaft mit der preuß. Schulgcschichte auch inden 1 reisen, welche reck: lebhaft nütsprcchcn, aus Zezschwitz, Katechelik II. 2. II. S. 290 folgendeWorte berzusetzcn: „Mit den: Jahre 1819, wo Eiters an der Stelle Altenstcinö das Unterrichts-,ministcnum überkam" re.: Eilcrö war bekanntlich ein Beamter in Eichhorns Ministerium.