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Volksschullchrcrseminar.
lehren, was zum Gebrauch einer Landkarte, eines Kalenders, eines GlobuS und zurKenntnis des Vaterlandes und der vaterländischen Provinz insbesondere erforderlich ist.
7) Naturwissenschaft: u) Naturgeschichte, ohne trockene wissenschaftliche Gliederung,diene desto mehr zur Erhöhung des religiösen Gefühls und zur Erklärung der Bibel,auch nebenbei zur Belehrung über Nutzen und Schaden der Naturerzeugnisse. Hierhergehören auch allgemeine anthropologische Gegenstände, b) Naturlehre: Nur das Ver-ständnis über die allgemeinen Naturkräfte, anschaulich gemacht durch einfache Experimente.
8) Geschichte. DaS Fachwerk derselben wird dem Gedächtnis tief eingeprägt, bib-lische Geschichte in den beiden Cursen mit möglichster Vollständigkeit behandelt, nicht imtrockenen Chrouikcnstil, sondern überall, um es sichtbar zu machen, wie die großenMänner unsers Geschlechts die Nathschlüsse der Vorsehung vollzogen und unter ihremEinflüsse selbst das Böse zum Beförderungsmittel des Guten sich gestaltete. DieseGegenstände werden den besten Stoff zu schriftlichen Aufsätzen der Zöglinge liefern.
9) Gymnastische Uebungen auf dem Turnplätze sind um so nöthiger, da die meistenSeminaristen vom Lande kommen und ein fortwährendes, angestrengtes Stubenlcbcn ihrerGesundheit Gefahr drohen würde.
10) Didaktik und Schulmeisterklugheit gehört für die Gereifteren; die letztere bloßfür die bald AuStrctcnden. — Zur Seite gehen diesen Unterrichtsgcgcnständcn jederzeitdie praktischen Uebungen in der Ucbungsschule.
11) Zur Erlernung eines mechanischen Nebengeschäfts in den Freistunden deSWintersemesters, besonders im Tischlern, Drechseln, im Korb- und Strohflcchten u. dgl.,wodurch in der Folge den gering besoldeten Schullehrern Gelegenheit zu einigem anstän-digen Nebenverdienst gegeben werden kann, wird sich entweder sogleich oder wenigstensin einiger Zeit Veranlassung darbietcn lassen.
12) Zur Gärtnerei hingegen können und sollen die Seminaristen sogleich im bevor-stehenden Frühjahre Anleitung erhalten, da cs weder am Local, noch am Lehrmeisterdazu fehlt. Hiermit werden gleich praktische Versuche in der Biencnwirthschaft zu ver-binden sein, wozu einige Seminaristen Vorkenntnis mitzubringcn pflegen.
Alle diese Lehrgegenstände sind so zu behandeln, daß sie dem Seminaristen vollkommenklar werden und bei dem von ihm selbst zu ertheilendcn Unterricht seine beständigen Leiterbleiben können.
e. Eine glückliche Fügung für die Entwicklung des preußischen Seminarwcsens lagin der Uebertragung seiner Leitung an Or. Ludolph Beckedorfs, dessen Jahrbücher despreußischen Volköschulwescns 1825—1827 ein treues Bild sowohl von dem, was er ge-wollt, als von dem, was er erreicht hat, geben. In dem 2. Bande derselben S. 97—148findet sich eine ausführliche Denkschrift über die preußischen Schullehrerseminare. Erbeginnt: „Um gute Schulen zu bekommen, muß man gute Lehrer haben." Zu einemguten Lehrer aber gehöre mancherlei, nemlich 1. Kenntnisse, bei denen es aber nichtsowohl auf den Umfang, sondern darauf ankomme, daß sie gründlich, sicher und zusam-menhängend seien, 2. Lehrgeschick, welches sich darstelle aus der Anlage durch Hebungnach der Regel, 3. Neigung, 4. Gabe der Erziehung, welche für den Lehrer zugleichHauptzweck und doch auf gcwiße Weise Nebengeschäft sei, und welche daher Beobachtungs-gabe, Kenntnis des menschlichen Herzens, heiteres, offenes Wesen, Ruhe, Besonnenheitund Festigkeit erfordere. Das sei eine Gabe, gegründet in einem glücklichen Naturell,gebildet durch Erfahrung und Nachdenken; 5. gottesfürchtigc Gesinnung, die ohne De-muth, Genügsamkeit, Ergebung und Entsagung nicht bestehen kann, 6. frommer Wan-del, 7. Klugheit und 8. Leibesgesundheit. In diesen Eigenschaften des Lehrers ist derMaßstab für die Anforderungen zu finden, welche an die Schullehrerseminare gemachtwerden mäßen. Diese sind bestimmt, junge Leute, welche natürliche Gabe undgenügende Vorkc nntnisse haben, mit denjenigen Eigenschaften auszurüsten,deren der Lehrer' in seinem Berufe bedarf. Es sollen in ihnen die künftigenLehrer den theorctisck/ien Unterricht zur Ueberlieferung des Lehrstoffes, die praktische Uebung