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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Volksschullehrerseminar.

fangs dem Pastor Gieselcr für dies Geschäft aus der Oberschulkaste zu Berlin zuge-billigten 100 Thaler wurden nachher auf 200 Thaler erhöht und auf den Etat gebracht.Nachmals setzte man das Gehalt des Seminaristcnlehrers auf 250 Thaler fest und dieOberschulkasse zahlte direct den Betrag. Im I. 1797 traf man die Einrichtung, daßein oder zwei stipendiirte Seminaristen einen Theil des Unterrichts in der drittenClasse der Petershager Stadtschule übernahmen, und auch dies genehmigten 1798 dasConsistorium und der Hof. Von 1792 bis 1803 wurden in Petershagen 60 Lehrervorgebildet. Eine Notiz sagt: „Im I. 1799 zu Michaelis desselben Jahres stieg dieAnzahl der Seminaristen, so bei dem Prediger Gieselcr Unterricht genoßen, bis auf 12.So groß war sie noch nie gewesen." Wie die innere Einrichtung sich in sehr engenGrenzen bewegte, so war noch mehr das Aeußere knapp zugeschnitten. Ein Stübchenim alten zweiten Pfarrhause, kaum 8 bis 9 Personen fassend, war nicht allein das Lehr-,sondern auch das Studirzimmer des Pfarrers. An Lehrapparat war kaum eine Kartevorhanden, nur aus der von Gieseler für die Schullehrer gegründeten Lesebibliothek er-hielten die Seminaristen Bücher zum Selbststudium. Wohnung und Kost fanden dieZöglinge in guten Bürgerhäusern. An Einkünften bezog die Anstalt 250 Thlr. ausder Oberschulkasse zu Berlin, an fixen Beiträgen aus den evangelischen Kirchen- undArmenkassen des Fürstenthums Minden und der Grafschaft Ravensberg nebst einigenCollcctengeldern ungefähr 100 Thaler und an Receptionsgeldern etwa 30 Thaler, so daßdie jährliche Gesammteinnahme sich auf 380 Thlr. stellte. Davon erhielt der zweitePfarrer als Lehrer 250 Thaler, die beiden stipendiirten Seminaristen 80 Thaler undder Rest wurde für Feuerung, Utensilien und sonstige kleine Bedürfnisse verwendet. Voneiner besonderen Rechnungslegung findet sich nichts. In Minden setzte der PfarrerRischmüller mit einigen Jünglingen den Unterricht fort. Mit seinem im Anfänge desJahres 1811 erfolgten Tode erreichte jedoch dort die Seminaristenbildung ein Ende undhat nachher in Minden nicht wieder begonnen. Als im I. 1819 der Pfarrer Ebmeierdie Pfarrstelle in Kleinenbremen erhielt, hob das Consistorium zu Michaelis 1819 auchdas Petershager Seminar auf und vereinigte es mit der Anstalt zu Soest (Ehrlich,Beschreibung des Seminars zu Soest, 1821), wo die Seminaristen nur 5 Stunden in derWoche besonderen Unterricht zum Zweck ihrer pädagogischen Bildung empfiengen, übrigensaber die mittleren Elasten des Gymnasiums besuchten. Weil aber diese Anstalt dochdem Bedürfnisse der Provinz bei weitem nicht genügte, und weil sie an die AspirantenAnforderungen stellte, denen diejenigen, die sich dem Schuldienste widmen wollten,nicht gewachsen waren, so entstand der Gedanke der Errichtung einer Präparanden-anstalt in Petershagen. Dieselbe wurde von dem damaligen Superintendenten Rom-berg gegründet, mit der diesem vorzüglichen Manne (er starb 1866 als Ober-consistorialrath in Bromberg) eigenen Energie und Opferwilligkeit weitergeführt undhauptsächlich aus dessen Privatmitteln unterhalten, bis sie bei seinem Abgänge vonPetershagen auf den Staat übernommen und am 6. April 1831 in ein Seminarverwandelt wurde.

c>. Gegen die geschilderten Zustände)bezeichnet es allerdings einen Fortschritt, wennSeminare in Verbindung mit Gymnasien und verwandten Anstalteneingerichtet werden, wie durch Rescript vom 4. Nov. 1768 zu Karlsruhe in Baden ge-schah. Es wurde daselbst die Anordnung getroffen, daß zwei, später waren es vier,Schulcandidatcn ein Stipendium von jährlich 50 fl. erhielten und dafür verpflichtetwurden, im Gymnasium Unterricht in Arithmetik, Geometrie, Physik, Mathematik undArchitektur zu nehmen, auch wegen des Schreibens und Rechnens, der Historie undGeographie einige Stunden in den Elasten des Gymnasiums zu besuchen und wegen desZeichnens in der Karlsruher Zeichnenschule. Außerdem hatten sie sich bei einem Schul-lehrer täglich eine Stunde im Schulhalten zu üben und wurden von dem KirchcnrathMauritii zum geschickten Katechisiren und zur Angewöhnung der Kinder zum Gebet ausdem Herzen angeleitet. Andere Candidaten schloßen sich ihnen auf eigene Kosten an.